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Von der Leyen tauft um: Kaserne bekommt neuen Namen

Der Schriftzug am Eingangstor der Emmich-Cambrai-Kaserne. Namenspatron der Kaserne soll künftig Tobias Lagenstein sein, ein in Hannover stationierter Feldjäger, der 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben kam. (Archivbild)
Der Schriftzug am Eingangstor der Emmich-Cambrai-Kaserne. Namenspatron der Kaserne soll künftig Tobias Lagenstein sein, ein in Hannover stationierter Feldjäger, der 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben kam. (Archivbild)
Foto: dpa

Berlin/Hannover. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird am Mittwoch um 11.30 Uhr einer Kaserne in Hannover den Namen eines in Afghanistan gefallenen Feldjägers geben. Damit wird in der Geschichte der Bundeswehr erstmals eine Kaserne den Namen eines in einem Auslandseinsatz gefallenen Bundeswehrsoldaten tragen.

Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover ist Sitz der Feldjäger-Schule der Streitkräfte und soll künftig Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne heißen. Namensgeber wird Tobias Lagenstein, ein früher in Hannover stationierter Feldjäger, der 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben gekommen war. Im Zuge des Skandals um den rechtsextremen Soldaten Franco A. hatten Soldaten der Kaserne darüber abgestimmt, ihrem Standort einen unvorbelasteten Namen zu geben.

Ende der Traditionssuche

Der erste Teil des bisherigen Kasernennamens erinnert an den preußischen General Otto von Emmich, dessen Rolle beim deutschen Einmarsch in Belgien im Ersten Weltkrieg umstritten ist. Cambrai ist der Name der nordfranzösischen Stadt, die im Ersten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt wurde und wo es die erste größere Panzerschlacht gab.

Vor der feierlichen Umbenennung will von der Leyen den neuen Traditionserlass der Truppe unterzeichnen. Damit endet ein monatelanger Prozess der Traditionssuche für die Truppe. Die Affäre um Franco A. hatte eine Diskussion um den Umgang der Bundeswehr mit ihren Traditionen und besonders der Wehrmacht entfacht. Von der Leyen schob eine Überarbeitung des Traditionserlasses von 1982 an. Die Richtlinien regeln die Grundlagen der Traditionspflege in der Bundeswehr. Nach dem neuen Entwurf soll die Bundeswehr vor allem auf ihre eigene, über 60 Jahre alte Geschichte blicken.