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Dumm gelaufen: Aus Anzeige-Erstatter wird Abschiebehäftling

Auf der Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof Hannover wollte der 31-Jährige aus Benin seine Anzeige aufgeben.
Auf der Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof Hannover wollte der 31-Jährige aus Benin seine Anzeige aufgeben.
Foto: dpa

Hannover. Ein 31-Jähriger hat nur eine Strafanzeige erstatten wollen wegen eines Streits - und sich unversehens in Abschiebehaft wiedergefunden. Außerdem ist er nun um 223 Euro ärmer.

Für den Mann aus dem westafrikanischen Benin ist es richtig dumm gelaufen. Wie die Bundespolizei am Freitagnachmittag berichtete, war der Mann tags zuvor auf der Wache am Hauptbahnhof Hannover erschienen, um seine Anzeige aufzugeben. Dabei musste er sich identifizieren - und siehe da: Gegen den 31-Jährigen lag ein sogenannter Vollstreckungshaftbefehl wegen Widerstands vor.

Zu früh erleichtert

Zunächst schien es, als könne er trotzdem ein freier Mann bleiben: Der Mann nämlich trieb die geschuldeten 223 Euro auf, zahlte und wähnte die Angelegenheit für erledigt.

Aber es kam für ihn ganz dicke: Als die Beamten zuguterletzt noch den Aufenthaltsstatus des Afrikaners überprüften, landeten sie einen "Volltreffer". Denn seit 2014 hält sich der 31-Jährige illegal in Deutschland auf. Einer Ausreise-Anordnung und der folgenden Abschiebe-Androhung habe er sich bislang entzogen.

Bei seiner Durchsuchung stellten die Bundespolizisten zudem Dokumente sicher, die auf illegale Arbeitsaufnahme hindeuten. Nun ermittelt der Zoll, während die Bundespolizei den Mann an die Landespolizei übergab - und von dort ging's direkt in Abschiebehaft.