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Prozess-Start: Das sagt der Automaten-Knacker

Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Mathias Noack vor Prozessbeginn im Landgericht. Er soll laut Anklage in Kassel versucht haben, zwei Zeugen mit einem Lastwagen zu überfahren. Außerdem wird dem Mann schwerer Bandendiebstahl in 14 Fällen vorgeworfen.
Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Mathias Noack vor Prozessbeginn im Landgericht. Er soll laut Anklage in Kassel versucht haben, zwei Zeugen mit einem Lastwagen zu überfahren. Außerdem wird dem Mann schwerer Bandendiebstahl in 14 Fällen vorgeworfen.
Foto: Philipp Schulze/dpa
  • Geldautomatendiebe rasen auf Zeugen zu.
  • Teilgeständnis vor Gericht.

Lüneburg. Mit einem Teilgeständnis hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Geldautomatendieb am Landgericht Lüneburg begonnen, der sich auch wegen versuchten Mordes verantworten muss. Der 25-Jährige habe die ihm vorgeworfenen Taten teilweise eingeräumt, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit.

Mitglied einer Bande

Laut Anklage soll der Mann in Kassel versucht haben, zwei Zeugen mit einem Lastwagen zu überfahren. Außerdem wird dem Mann schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. Angeklagt sind auch Taten in Goslar, Osterode und Semmenstedt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll sich der 25-Jährige einer Bande angeschlossen haben, die Geldautomaten in Banken und Sparkassen mit zuvor gestohlenen Autos aus der Verankerung riss.

Sprung rettet Leben

Im Dezember 2016 konnten sich zwei Zeugen dabei in Kassel-Bettenhausen nur mit einem Sprung in einen Hauseingang retten, als ein Laster mit rund 60 km/h auf sie zufuhr.

Der Lkw krachte anschließend in das Gebäude. Am Steuer hat damals der Staatsanwaltschaft zufolge der Angeklagte gesessen, er soll den Tod der beiden billigend in Kauf genommen haben.

Noch zehn Verhandlungstage

Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, am Diebstahl von insgesamt acht Fahrzeugen und einem Automaten samt Bargeld in Höhe von rund 25.000 Euro beteiligt gewesen zu sein. Bei fünf weiteren beabsichtigten Automatendiebstählen scheiterten die Täter. Es entstand jedoch ein Sachschaden von mehr als 170.000 Euro. Bis zum 27. April sind zehn Verhandlungstermine angesetzt.