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Verletzte durch Verbrennung – Millionenstrafe für Thermomix

Vorführung eines Thermomix auf einer Messe. In Australien erlitten Dutzende Menschen Verbrennungen wegen eines defekten Deckels.
Vorführung eines Thermomix auf einer Messe. In Australien erlitten Dutzende Menschen Verbrennungen wegen eines defekten Deckels.
Foto: imago
Der Thermomix ist in vielen Haushalten beliebt. In Australien muss der Distributor eine Geldstrafe zahlen, weil er Gefahren verschwieg.

Sydney.  Mehrere Benutzer des Thermomix in Australien erlitten durch eine Fehlfunktion des Haushaltsgeräts Verbrennungen – doch der australische Ableger des Vorwerk-Unternehmens verschwieg Kunden wie Behörden diese Fälle. Deshalb verurteilte ein Gericht in Sydney jetzt den unabhängigen Vertreiber zu einer Geldstrafe von 4,6 Millionen australischen Dollar (2,8 Millionen Euro).

Wie die Zeitung „Sydney Morning Herald“ berichtet, beanstandete Richter Bernard Murphy, das Unternehmen habe die Regierung nicht darüber informiert, dass sein Produkt „eine potenzielle Gefahr“ darstelle. Dies sei ein „schwerwiegender Verstoß“ gegen das Gesetz. Eine große Zahl von Verbrauchern sei so der Gefahr ernsthafter Verbrennungen ausgesetzt worden. Das Blatt schildert auf seiner Internetseite mehrere Fälle.

Nach Angaben von Vorwerk handelt es sich bei dem von dem Defekt betroffenen Gerät nicht um das aktuelle Thermomix-Modell „TM5“, sondern um dessen Vorgänger TM31.

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Defekt am Deckel führte zu Verletzungen

Nach australischem Recht muss ein Unternehmen binnen 48 Stunden die Regierung informieren, falls eines seiner Produkte zum Tod oder zu Verletzungen bei Nutzern führen kann.

Australische Verbraucherschutzverbände hatten mehrere Fälle von Verbrennungen bei Thermomix-Benutzern vorgelegt. Der „Herald“ berichtet, ein Defekt am Deckel des Geräts habe bei mehr als 70 Menschen zu den ernstlichen Verbrennungen geführt. (W.B.)

• In einer früheren Version hieß es, dass der Hersteller zu der Geldstrafe verurteilt worden sei. Tatsächlich muss der australische Distributor des Geräts die Strafe zahlen.

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