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"Marsch der Lebenden": Erinnerung an Holocaust-Opfer

Ein Mann mit israelischer Flagge vor dem Konzentrationslager Auschwitz. Beim jährlich stattfindenden "Marsch der Lebenden" gedenken Juden aus Israel und anderen Ländern den Opfern der Schoah (Symbolfoto).
Ein Mann mit israelischer Flagge vor dem Konzentrationslager Auschwitz. Beim jährlich stattfindenden "Marsch der Lebenden" gedenken Juden aus Israel und anderen Ländern den Opfern der Schoah (Symbolfoto).
Foto: Andrzej Grygiel/dpa

Oswiecim/Tel Aviv. Mit Sirenengeheul in Israel und dem "Marsch der Lebenden" in Auschwitz in Polen wird am Donnerstag an die sechs Millionen Opfer der Schoah erinnert. Rund 12.000 junge Juden aus Israel und aller Welt gehen von Auschwitz nach Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager.

70 Holocaust-Überlebende werden erwartet

Laut Veranstaltern ist es die bisher größte Teilnehmerzahl in der 30-jährigen Geschichte des Marsches. Zum Jubiläum der jährlich stattfindenden Prozession werden 70 Holocaust-Überlebende sowie die israelischen und polnischen Präsidenten Reuven Rivlin und Andrzej Duda erwartet.

Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern gilt seit Jahresbeginn wegen eines umstrittenen polnischen Holocaust-Gesetzes als strapaziert. Die Vorschrift sieht Geld- und Haftstrafen für diejenigen vor, die dem polnischen Staat oder Volk "öffentlich und entgegen den Fakten" die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen des Nazi-Regimes zuschreiben.

Polnische Regierung lässt Gesetz prüfen

Kritiker warfen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vor, von Polen begangene Verbrechen an Juden vertuschen zu wollen. Warschau streitet dies ab, lässt zum Eindämmen der Krise das bereits in Kraft getretene Gesetz jedoch vom Verfassungsgericht prüfen.