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Hilfe an der Strippe: Krisentelefon gegen Zwangsheirat gefragt

Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Hannover. Das niedersächsische Krisentelefon gegen Zwangsheirat berät verstärkt Mädchen und junge Frauen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. "Bei der Aufklärungsarbeit arbeiten wir eng mit den Schulen zusammen", sagte eine Mitarbeiterin des Hilfsangebots.

Die kostenlose Hotline zählte nach Angaben des Sozialministeriums im vergangenen Jahr insgesamt 152 Anrufe, aus denen sich 758 Beratungskontakte entwickelten. Der Bedarf sei damit anhaltend hoch, hieß es. Das Land Niedersachsen finanziert die Beratungsstelle seit 2007.

Die von Zwangsheirat Bedrohten kommen nach Auskunft der Beraterin aus Familien mit strikten patriarchalischen Strukturen. 2017 hatten 56 der 152 Ratsuchenden eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, 34 waren deutsche Staatsbürger. Unter den Betroffenen waren auch zehn Männer.