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Ministerin Giffey: Frauenquote für Vorstände „wünschenswert“

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im Sitzungssaal des Kabinetts (Archiv).
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im Sitzungssaal des Kabinetts (Archiv).
Foto: Michael Kappeler / dpa
Die gesetzlichen Frauenquote zeigt nach Einschätzung von Franziska Giffey Wirkung. Sie wünscht sich eine Quote auch für Vorstände.

Berlin.  Drei Jahre nach Inkrafttreten der gesetzlichen Frauenquote hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey eine positive Bilanz gezogen. „Das Gesetz wirkt“, sagte die SPD-Politikerin unserer Redaktion. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten der betroffenen Unternehmen sei seither um neun Prozentpunkte gestiegen.

„2015 lag die Quote bei den Aufsichtsräten der 104 börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen bei 21,9 Prozent. Jetzt liegt sie bei 30,9 Prozent“, sagte Giffey. Die Zahlen gehen aus dem bislang noch unveröffentlichten „Women on Board-Index 2018“ im Auftrag des Ministeriums hervor.

Kritik an Vorständen: „Reine Männerclubs nicht zeitgemäß“

Giffey beklagte, bei den Vorständen habe sich dagegen „in keiner Weise etwas getan“. Viele Unternehmen würden bei der freiwilligen Festlegung von Quotenzielen als Zielgröße eine Null setzen. „Das ist eine rückwärtsgewandte Unternehmenspolitik. Reine Männerclubs sind aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß“, kritisierte die Ministerin.

Man müsse nun überlegen, was zu tun sei, „wenn Gleichstellung von alleine nicht funktioniert“. Eine gesetzliche Quote für die Vorstände sei „wünschenswert“, derzeit aber nicht vorgesehen. Stattdessen soll es Geldstrafen geben, wenn Unternehmen mit Zielgröße „null“ ihrer Begründungspflicht nicht nachkommen.

Vor dem Gesetz jahrelange Stagnation

Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zur erhöhen, trat am 1. Mai 2015 das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) in Kraft. Zuvor hatte der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen trotz vieler Appelle und freiwilliger Selbstverpflichtungen jahrelang stagniert. (FMG)