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Gröning-Gnadengesuch: Justizministerin Havliza schweigt

Oskar Gröning starb im Alter von 96-Jahren - noch bevor Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) über sein Gnadengesuch entscheiden konnte (Archivbild).
Oskar Gröning starb im Alter von 96-Jahren - noch bevor Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) über sein Gnadengesuch entscheiden konnte (Archivbild).
Foto: Ronny Hartmann/dpa

Hannover. Immer wieder wird sie darauf angesprochen, doch Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) schweigt: Hätte sie im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning, dem sogenannten Buchhalter von Auschwitz, Gnade gewährt?

"Das bleibt in meinem Herzen. Deshalb werde ich dazu ganz sicher keine Auskunft geben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Letztlich musste sie nicht über das Gnadengesuch des 96-Jährigen entscheiden, denn Gröning, der wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen mehrere Jahre ins Gefängnis sollte, starb am 9. März.

Havliza hatte sich entschieden

Dabei hatte Havliza ihren Abwägungsprozess weitgehend beendet. "Ich hatte für mich einen Weg gefunden, wie ich entscheiden würde", sagte die CDU-Politikerin. "Ich habe mich das ganze Wochenende mit diesem Fall intensiv beschäftigt, habe zuhause ganz viel dazu gelesen, nicht wissend, dass Herr Gröning schon am Freitag verstorben war."

Froh, deshalb nicht mehr entscheiden zu müssen, war Havliza nicht: "Ich war in meinem Leben noch nie erleichtert über etwas, das ich nicht mehr entscheiden muss, weil es mit dem Tod eines Menschen zu tun hat."