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Was ist die Walpurgisnacht – und woher kommt der Brauch?

In der Walpurgisnacht verkleiden sich Menschen als Hexen – und tanzen.
In der Walpurgisnacht verkleiden sich Menschen als Hexen – und tanzen.
Foto: Matthias Bein / dpa
Menschen verkleiden sich als Hexen und tanzen um ein Feuer. Warum eigentlich? Und warum heißt die Nacht auf den 1. Mai Walpurgisnacht?

Berlin.  In der Nacht zum 1. Mai verkleiden sich in manchen Teilen Deutschlands die Menschen als Hexen und tanzen um eine Feuer, dazu gibt es in einigen Orten Umzüge. Was ist die Walpurgisnacht genau? Woher kommt der Brauch – und wer gab der Nacht ihren Namen?

Woher kommt der Brauch der Walpurgisnacht?

Der Brauch, der traditionell in Nord- und Mitteleuropa beheimatet ist, geht auf heidnische Frühlingsfeste und eine gehörige Portion Aberglauben zurück. Am Abend des 30. April sollen die Hexen im Harz zum Brocken geritten sein, um sich dort am Feuer mit dem Teufel zu paaren. Unterwegs verhexten sie alles, was ihnen in die Quere kam. In manchen Gegenden wird der Tag auch als „Tanz in den Mai“ begangen. Der Walpurgis-Kult hat aber auch christliche Ursprünge.

Woher hat die Walpurgisnacht ihren Namen?

Benannt ist die letzte Aprilnacht nach der Heiligen Walburga, die im 8. Jahrhundert Äbtissin in Bayern war. Der 1. Mai ist Namenstag der Volksheiligen. Sie wurde um 710 in England geboren und war Begründerin des Benediktinerinnen-Klosters in schwäbischen Heidenheim.

Nach ihrem Tod am 25. Februar 779 wurden Walpurgas Gebeine nach Eichstätt in Bayern gebracht. Aus der Steinplatte, auf der ihre Reliquien ruhen, soll alljährlich eine ölähnliche Flüssigkeit quellen – das Walpurgisöl, das angeblich gegen alle Anfechtungen des Leibes und der Seele gut ist und in kleinen Fläschchen an die Gläubigen verkauft wird.

Wie wird die Walpurgisnacht gefeiert?

Besonders im Harz wird die wilde Nacht gefeiert – und das schon seit Jahrhunderten. Zu den Walpurgisfeiern werden in der Nacht zum 1. Mai im Harz Zehntausende von Besuchern erwartet. Die größten Feiern in Sachsen-Anhalt finden in Thale und Schierke statt. Zu den niedersächsischen Hochburgen gehören neben Bad Grund auch Braunlage, Hahnenklee und Wolfshagen.

Nach altem Volksglauben fliegen Hexen auf ihren Besen vom Hexentanzplatz in Thale (Sachsen-Anhalt) auf den nahe gelegenen Brocken (Blocksberg), um ausschweifend mit dem Teufel zu feiern.

Auf dem Brocken, dem höchsten Berg im Harz, gab es im Jahr 1896 die erste für Touristen organisierte Walpurgisfeier. Ab 1899 konnten die Gäste mit der Brockenbahn den Berg hinauffahren. Aber bereits zwei Jahre später bereitete der damalige Brockenbesitzer, der Fürst von Stolberg-Wernigerode, dem Spektakel per Dekret ein Ende. Felsformationen auf dem Brocken tragen bis heute die Namen „Hexenaltar“ und „Teufelskanzel“.

Was sagt die Polizei zu Streichen in der Walpurgisnacht?

Vor allem im Harz spielen diverse Hobby-Hexen gern Streiche, aber auch andernorts. Die Polizei Kaiserslautern etwa warnt: "Ihr dürft gerne kreativ sein! Streiche, die niemandem schaden und niemanden in Gefahr bringen, gehören natürlich zur Hexennacht dazu." Allerdings zeigt die Erfahrung, das manche offenbar übertreiben: "Denkt jedoch daran, dass hierbei die Grenze zur Straftat ganz schnell überschritten werden kann. Vor allem Schmierereien mit Farbe, Senf, Ketchup, oder sonstigen Substanzen gehen nicht mehr als Streich durch."

Was hat die Walpurgisnacht mit Goethe zu tun?

Literarisch bekannt geworden sind die Feiern dank Johann Wolfgang von Goethe, der das schaurige Treiben auf dem mit 1141 Metern höchsten Berg Norddeutschlands in seinem „Faust“ verarbeitet hat. (dpa/epd/sdo)