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Flüchtlinge ertrinken im Meer - Schleuser vor Gericht

Diese Flüchtlinge, die auf Booten von Libyen aus nach Italien übersetzen wollten, haben es geschafft. Sie wurden gerettet. (Archivbild)
Diese Flüchtlinge, die auf Booten von Libyen aus nach Italien übersetzen wollten, haben es geschafft. Sie wurden gerettet. (Archivbild)
Foto: Laurin Schmid/dpa

Osnabrück.  Das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer hat ab dem heutigen Mittwoch ein Nachspiel vor dem Landgericht Osnabrück. Wegen des Verdachts des Einschleusens mit Todesfolge muss sich ein 28 Jahre alter Mann aus Afghanistan verantworten. Er soll im Januar 2016 die Flucht von zwei Schwestern und ihrer vier Kinder im Alter bis zu sieben Jahren übers Mittelmeer von der Türkei nach Griechenland organisiert haben.

Verhandlung bis Juli

Das völlig überladene Boot sank vor Griechenland, die meisten der 85 Flüchtlinge ertranken, darunter auch die beiden Frauen und ihre Kinder. Der Angeklagte überlebte. Im Gegensatz zu den von ihm geschleusten Frauen und Kindern soll er eine Rettungsweste getragen haben - und reiste später als Flüchtling nach Deutschland weiter. Er wurde Anfang Dezember vergangenen Jahres nach Ermittlungen der Bundespolizei in Osnabrück festgenommen.

Am ersten Verhandlungstag soll die Anklageschrift verlesen werden und der Angeklagte die Gelegenheit bekommen, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Bis Ende Juli sind sieben Fortsetzungstermine angesetzt.