Welt 

Erbe einkassiert: Nachlasspfleger muss ins Gefängnis

Ein Nachlasspfleger hat den eigentlichen Erben nicht den gesamten Betrag ausgezahlt und so Millionen in die eigene Tasche fließen lassen. (Symbolbild)
Ein Nachlasspfleger hat den eigentlichen Erben nicht den gesamten Betrag ausgezahlt und so Millionen in die eigene Tasche fließen lassen. (Symbolbild)
Foto: Andreas Warnecke/dpa

Göttingen. Weil er knapp 1,3 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt hat, kommt ein amtlich bestellter Nachlasspfleger hinter Gitter. Das Landgericht Göttingen verurteilte den 49-Jährigen am Mittwoch wegen Untreue in 163 Fällen zu dreieinhalb Jahre Haft. Außerdem werde das veruntreute Geld eingezogen, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe plädiert.

Der Nachlasspfleger hatte vor Gericht gestanden, jahrelang die Gelder rechtmäßiger Erben veruntreut zu haben. Er habe damit seine Spielsucht finanziert. Die Firma des Mannes war jahrelang von Gerichten mit der Regelung der Erbangelegenheiten Verstorbener beauftragt worden.

2 Millionen Euro veruntreut

In den zehn Nachlass-Fällen, in denen es im Prozess ging, hatten die Verstorbenen zusammen knapp zwei Millionen Euro hinterlassen. Der Angeklagte leitete das Geld nur zum kleineren Teil an die Erben weiter. Das meiste überwies er auf eigene Konten oder hob es in bar ab.

Dass die kriminellen Machenschaften schließlich bekannt wurden, lag am Angeklagten. Er hatte sich selbst angezeigt.