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1.000 KZ-Insassen verbrannt: Neue Gedenkstätte in Gardelegen

Das Gräberfeld von Holocaustopfern in der Gedenkstätte Isenschnibbe in Gardelegen (Sachsen-Anhalt).
Das Gräberfeld von Holocaustopfern in der Gedenkstätte Isenschnibbe in Gardelegen (Sachsen-Anhalt).
Foto: Jens Wolf/dpa

Gardelegen. An der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe hat der Bau eines neuen Besucher- und Dokumentationszentrums begonnen. Das Projekt sei für die Erinnerungskultur im Land besonders wichtig, sagte Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) bei der Grundsteinlegung am Montag. Die Gedenkstätte erinnert an ein Massaker der Nationalsozialisten.

Mehr als 1.000 KZ-Häftlinge wurden in der Nähe des Gutes Isenschnibbe in eine Scheune gesperrt, die am Abend des 13. April 1945 angezündet wurde. Zudem wurden Häftlinge erschossen.

Nach Angaben der Gedenkstätte soll in dem neuen Besucherzentrum eine Dauerausstellung zum Thema Todesmärsche entstehen. Exemplarisch sollen Opfer, Täter und amerikanische Befreier in ihrer jeweiligen Rolle gezeigt werden.

Mit nahendem Kriegsende haben die Nationalsozialisten 1945 viele Konzentrationslager aufgelöst und die Häftlinge auf Todesmärsche geschickt - durch die Dörfer an der Bevölkerung vorbei.

Robra sagte, das Massaker in der Feldscheune Isenschnibbe führe sehr eindringlich die Folgen von Hass, Rassismus und Antisemitismus vor Augen. "Sich dieses abscheulichen Verbrechens zu erinnern heißt auch, der Vernunft und unserer Zivilisation eine Stimme und eine Zukunft zu geben", sagte der CDU-Politiker.