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Zunehmende Gefahr: Weltkriegs-Kampfmittel rosten

Die Kampfmittel aus beiden Weltkriegen rosten vor sich hin (Symbolbild).
Die Kampfmittel aus beiden Weltkriegen rosten vor sich hin (Symbolbild).
Foto: Britta Pedersen/dpa

Hannover. Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs werden niedersächsische Kampfmittelräumer noch Generationen beschäftigen. Das sagte Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen (KBD) mit Blick auf den am Montag in Hannover gefeierten 70. Gründungstag.

In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr bei mehr als 700 Einsätzen rund 130 Tonnen Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen geborgen und entsorgt. Das waren fast 40 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Dabei gab es keinen einzigen Unfall, wie das Innenministerium kürzlich mitteilte.

Kampfmittel rosten vor sich hin

"Wir haben als Hauptaufgabe die Beseitigung sämtlicher Weltkriegsmunition", erklärte Bleicher. "Wir werden uns mit neuester Technik dem zunehmendem Gefährdungspotenzial der dahinrostenden Kampfmittel stellen", kündigte er an. "Diese Aufgabe wird die Kampfmittelräumdienste der Länder noch über Generationen beschäftigen." Allein im ersten Quartal waren es bereits 154 Einsätze, einer mehr als im Vorjahreszeitraum. Der KBD hat 44 Mitarbeiter, 22 davon im operativen Einsatz, darunter sieben Sprengmeister.

Auch mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Niedersachsen immer wieder Bombenblindgänger und Munitionsreste entdeckt. Das geschieht entweder zufällig, etwa bei Bauarbeiten, oder durch die Auswertung von alten Luftbildern.

Beim schwersten Unfall in der Geschichte des KBD kamen am 1. Juni 2010 in Göttingen drei Mitarbeiter ums Leben, als eine Weltkriegsbombe vor der geplanten Entschärfung explodierte.