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So viele Menschen sind 2017 in Niedersachsen ertrunken

Das war ein seltenes Bild im Sommer 2017. (Symbolbild)
Das war ein seltenes Bild im Sommer 2017. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • 2017 sind in Niedersachsen 55 Menschen ertrunken
  • DLRG warnt vor "Nicht-Schwimmer-Land"
  • Seepferdchen keine Garantie

Niedersachsen. Leichtsinn, Selbstüberschätzung, Unkenntnis: In niedersächsischen Gewässern sind vergangenes Jahr 55 Menschen ertrunken. Dies teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bremen mit. Das waren in Niedersachsen 21 Menschen weniger als noch ein Jahr zuvor.

Sprecher Achim Wiese sagte: "2017 gab es ja keinen Sommer. Daher gingen auch weniger Leute ins Wasser und ertranken." In diesem Jahr seien bereits wieder viele Menschen ertrunken, sagte er, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Nicht-Schwimmer-Nation Deutschland

Bundesweit retteten die Helfer 756 Menschen, das waren 214 mehr als noch ein Jahr zuvor. Zahlen für die Bundesländer konnte die DLRG nicht nennen. 404 Menschen ertranken bundesweit. Wiese warnte: "Deutschland entwickelt sich zum Nicht-Schwimmer-Land." Bei jedem 15. Geretteten mussten die Helfer bundesweit im vergangenen Jahr zudem ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Das Seepferdchen reicht nicht

"Viele Eltern haben den Irrglauben, dass ihr Kind schwimmen kann", sagte Wiese. "Aber mit einem Seepferdchen-Abzeichen ist man noch kein sicherer Schwimmer." 60 Prozent der Zehnjährigen hätten hier Defizite. Ein Grund sei, dass jede vierte Schule keinen Zugang zu einem Bad hat.

Die DLRG stellte am Donnerstag auch ein neues Kindersucharmband vor. Kinder können es an Seen und am Strand anziehen und wenn sie verloren gehen, können sie sich an einen DLRG-Retter wenden. Der kann anhand einer Nummer auf dem Band die Eltern anrufen oder ihren Strandkorb finden.

Zusammenfassung

In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 55 Menschen ertrunken - 21 Menschen weniger als noch 2016. Die DLRG sieht den Grund im nicht vorhandenen Sommer 2017. Außerdem warnt die Gesellschaft vor einem Nicht-Schwimmer-Land, da auch ein Seepferdchen noch keine Garantie sei, dass ein Kind sicher schwimmen könne.