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Seehofer über Merkel: "Kann mit der Frau nicht mehr arbeiten"

Sie haben sich wohl nichts mehr zu sagen: Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Sie haben sich wohl nichts mehr zu sagen: Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Erbitterter Streit ums Asylrecht.
  • Bricht die Große Koalition heute auseinander?
  • Machtkampf zwischen Seehofer und Merkel.

Berlin. Die Große Koalition in Berlin steht offenbar unmittelbar vor dem Bruch. Die "Welt am Sonntag" (WamS) zitiert Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit den Worten: "Ich kann mit dieser Frau nicht mehr arbeiten." Laut WamS hat Seehofer den Satz gleich zweimal in einer internen Runde mit den Regierungsmitgliedern der CSU gesagt.

Gemeint ist damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der sich Seehofer seit Tagen einen erbitterten Streit ums Asylrecht liefert. Hintergrund ist die Frage, ob Flüchtlingen, die in einem anderen EU-Land registriert worden sind, an der deutschen Grenze zurückgewiesen werden sollen.

Wer überlebt den Machtkampf?

Sollte der Seehofer zugeschriebene Satz stimmen, ist sicher: Mindestens einer der beiden Spitzenpolitiker wird den Streit politisch nicht überleben. In der CDU scheinen sich inzwischen Stimmen zu mehren, die Merkel eine Entlassung Seehofers empfehlen - das wäre das Ende des Regierungsbündnisses.

Merkel will Sondergipfel

Unterdessen berichtet die "Bild", dass Kanzleruin Merkel noch vor dem in zwei Wochen geplanten Treffen des EU-Rates einen Sondergipfel zur Flüchtlingspolitik plant. Sie wolle gemeinsam mit Vertretern von Griechenland, Italien und Österreich über Lösungen verhandeln.

Während Merkel auf eine europäische Regelung drängt, will Seehofer seinen "Asyl-Masterplan" mit einer nationalen Lösung notfalls per Ministerentscheid durchsetzen.