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Für Südkoreaner Son steht morgen die Karriere auf dem Spiel

Bei Heung-Min Son flossen nach der 1:2-Niederlage von Südkorea gegen Mexiko Tränen.
Bei Heung-Min Son flossen nach der 1:2-Niederlage von Südkorea gegen Mexiko Tränen.
Foto: - / dpa
Für Deutschland und Südkorea geht es um den Einzug ins WM-Achtelfinale. Für Heung-Min Son geht es um mehr. Ihm droht der Militärdienst.

Berlin.  Tränen liefen Heung-Min Son nach der Niederlage gegen Mexiko das Gesicht herunter. Der Spieler der südkoreanischen Nationalmannschaft ließ seinen Gefühlen im Kabinengang nach der zweiten Pleite im zweiten WM-Spiel freien Lauf.

Zum einen wohl deswegen, weil die Südkoreaner im abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch (16 Uhr) gegen Deutschland so etwas wie ein Wunder brauchen, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen.

Zum anderen aber auch, weil für den Offensivstar von Tottenham Hotspur eine Karriere als Fußballer auf dem Spiel steht.

Son droht bei einem Vorrunden-Aus seiner Mannschaft das Militär.

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Militärdienst ist in Südkorea Pflicht

Am 8. Juli wird der langjährige Bundesliga-Profi (Hamburger SV, Bayer Leverkusen) 26 Jahre alt. In seiner Heimat ist gesetzlich geregelt, dass jeder Mann vor dem 28. Geburtstag für 21 bis 36 Monate zum Militär muss. Wer sich weigert, muss zwei Jahre ins Gefängnis.

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Anders als viele Mannschaftskollegen, die den Dienst bereits hinter sich haben, warSon noch nicht bei der Armee. Er wechselte mit 16 Jahren in die Jugendakademie des Hamburger SV, setzte sich dort durch und mischte in jungen Jahren bereits die Bundesliga auf.

Son drohen zwei Jahre Pause

Seit 2015 spielt der Außenstürmer in der Premier League für den Top-Klub Tottenham Hotspur, ist bei den Engländern unumstrittener Stammspieler. Sollte er tatsächlich zum Militär eingezogen werden, müsste er wohl zwei Jahre pausieren.

Allerdings hat Son noch mindestens eine Möglichkeit, diesem Schicksal aus dem Weg zu gehen. Sollte er mit Südkorea gegen den Weltmeister doch noch das (fast) Unmögliche schaffen und in die Runde der letzten 16 Mannschaften kommen, würde das seine Chancen wohl enorm steigern.

Sportliche Erfolge könnten Son vor Militärdienst bewahren

Denn: Sportliche Erfolge haben in Südkorea einen hohen Stellenwert und könnten dafür sorgen, dass er doch nicht zum Militär muss.

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2002 profitierte der damalige Manchester-United-Star Ji-Sung Park von dieser Regel, nachdem er mit seinem Land ins Halbfinale der WM eingezogen war.

Asienspiele und Asienmeisterschaft könnten die letzte Rettung sein

Zwei weitere Großereignisse könnten Son ebenfalls noch retten: Die Goldmedaille bei den Asienspielen im August oder der Gewinn der Asienmeisterschaft im Januar.

Ansonsten drohen dem Fußball-Profi tatsächlich zwei Jahre bei der südkoreanischen Armee. (fr)