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WM-Aus: Gastwirte verlieren auch

Nach dem Aus gegen Südkorea war der Durst weg - die Fans sind einfach nach Hause gegangen. (Symbolbild)
Nach dem Aus gegen Südkorea war der Durst weg - die Fans sind einfach nach Hause gegangen. (Symbolbild)
Foto: Matthias Balk/dpa

Hannover/Bremen. Nach dem frühen WM-Aus von Deutschland rechnet die Gastronomie mit weniger Einnahmen als zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland-Spiele brächten mit Abstand die höchsten Einnahmen, und die fielen jetzt weg, klagte der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Bremen, Thomas Schlüter. "Trotz des schönen Wetters werden sich nun viel weniger Leute die Spiele in Gaststätten anschauen. Denn wer interessiert sich jetzt noch für die WM?"

Leinwand gemietet - und jetzt?

In den vergangenen Jahren haben laut Dehoga Hannover bei großen Turnieren immer mehr Gastwirte Spiele auf Fernsehern und Leinwänden gezeigt. Einige haben auch größere Public Viewings veranstaltet - etwa die Pumpwerk-Gastronomie in Wilhelmshaven. Geschäftsführer Michael Reckers sagte am Donnerstag, er habe 15.000 Euro investiert, um eine Großleinwand zu mieten. "Jetzt brauche ich sie nicht mehr und ich mache mehrere Tausend Euro Verlust."

Hoffnung ruht auf Fans

Außerdem hätten die Fans nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea kaum konsumiert. "Die Stimmung war unterirdisch - die Leute gingen einfach nach Hause." Andere Gastwirte hoffen nun besonders auf ausländische Fans. Einige hingegen sehen kaum Auswirkungen. "Bei den verbleibenden Spielen stellen wir den Ton leiser - und dann kommen statt Fußballfans einfach wieder mehr Leute, die ruhig essen wollen", sagte der Inhaber des Biergartens Bischofshol in Hannover, Eckhard Horst. Vom Dehoga-Landesverband Niedersachsen gab es zunächst keine Einschätzung.