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Streik und Streit: VW-Zulieferer vor ungewisser Zukunft

NHG-Beschäftigte ziehen während einer Demonstration durch das Frankfurter Bahnhofsviertel.
NHG-Beschäftigte ziehen während einer Demonstration durch das Frankfurter Bahnhofsviertel.
Foto: Arne Dedert/dpa
  • Bei NHG stehen die Zeichen weiter auf Streik.
  • Auch vierte Verhandlungsrunde ohne Sozialplan.
  • Drohen weitere Auftrags- und Arbeitsplatzverluste?

Frankfurt/Main. Auch nach vier Wochen Streik haben sich IG Metall und Geschäftsleitung des VW-Zulieferers Neue Halberg Guss (NHG) nicht auf einen Sozialtarifvertrag einigen können. Die vierte, von einer Mitarbeiterdemonstration begleitete Verhandlungsrunde wurde am Donnerstag in Frankfurt ergebnislos abgebrochen, wie beide Seiten der Deutschen Presse-Agentur berichteten.

Arbeitskampf rechtmäßig?

Streitpunkt waren unter anderem die Abfindungen und weitere Leistungen für Beschäftigte, die entlassen werden sollen. Ein neuer Gesprächstermin wurde laut IG Metall nicht vereinbart, dafür sehen sich die Streitparteien aber bereits an diesem Freitag wieder bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt. Das Management will den Arbeitskampf für nicht rechtmäßig erklären lassen.

Arbeitsplätze wackeln

NHG stellt Motorblöcke und Antriebswellen her und gehört seit Jahresbeginn zur Prevent-Gruppe, die sich vor allem mit VW immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat. Das Management will das NHG-Werk Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 schließen. Im Stammwerk Saarbrücken mit rund 1.500 Beschäftigten wurde zuletzt ein Abbau von 300 Jobs erwogen. Die Beschäftigten streiken seit dem 14. Juni für einen Sozialtarifplan.