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Lehrermangel: Mehr Quereinsteiger in Niedersachsen

Vor allem in Grundschulen sollen die Quereinsteiger unterrichten. (Symbolbild)
Vor allem in Grundschulen sollen die Quereinsteiger unterrichten. (Symbolbild)
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Hannover. Der Seiteneinstieg als Lehrer wird immer beliebter. Im vergangenen Schuljahr fingen 369 sogenannte Querbeinsteiger an niedersächsischen Schulen an, wie das Kultusministerium auf Anfrage der Deutschen-Presse Agentur mitteilte. Das waren 13 Prozent aller Neueinstellungen. Fünf Jahre zuvor waren 25 Lehrer aus anderen Berufen in Schulen gewechselt, was damals einem Prozent aller Anfänger entsprach.

Grundschulen profitieren

Die steigenden Zahlen helfen dem Land bei der Suche nach Lehren vor allem für Grundschulen. Anfang Juli wurde bekannt, dass aufgrund von Lehrer-Engpässen in Niedersachsen nach den Sommerferien erneut Abordnungen drohen, bei denen Lehrkräfte damit rechnen müssen, zeitweise in anderen Schulen eingesetzt zu werden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte nach Amtsantritt gesagt, er wolle die "Abordnungskarawanen" stoppen.

Nicht jeder geeignet

Unumstritten ist der Quereinstieg in die Schule, ohne vorher ein Lehramtsstudium absolviert zu haben, aber nicht. Die Qualität des Lehrpersonals müsse dringend bewahrt werden, fordert der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL). "Es wäre fatal, wenn der Eindruck entsteht, dass das einfach jeder machen kann", sagte der VNL-Vorsitzende Torsten Neumann.

Im Sommer 2016 war erstmals ein Aktionsplan der damaligen rot-grünen Landesregierung zum Tragen gekommen, mit dem der Quereinstieg erleichtert werden sollte. In dem Jahr hatte sich die Zahl der Seiteneinsteiger auf einen Höchstwert von 431 mehr als verdoppelt.