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Amnestie: Mehr als 9.000 Waffen eingesackt

Bis Juli 2018 konnten Waffenbesitzer ihre Geschütze abgeben - egal, ob sie die Pistolen legal oder illegal besessen haben. (Symbolbild)
Bis Juli 2018 konnten Waffenbesitzer ihre Geschütze abgeben - egal, ob sie die Pistolen legal oder illegal besessen haben. (Symbolbild)
Foto: Friso Gentsch/dpa

Niedersachsen. Im Rahmen einer einjährigen Amnestieregelung sind in Niedersachsen bis Ende Juli 9.602 Schusswaffen abgegeben worden. Jede fünfte Waffe (1.908) davon befand sich in illegalem Besitz. Verglichen mit dem Abgabeverhalten im ersten Halbjahr der Amnestie habe sich die Anzahl der abgegebenen illegalen Schusswaffen im zweiten Halbjahr mehr als verdreifacht, berichtete Niedersachsens Landespolizeidirektor Knut Lindenau am Dienstag.

Waffenbesitzer hatten zwischen Juli 2017 und Juli 2018 die Möglichkeit, illegale Waffen bei über 100 Waffenbehörden oder Polizeidienststellen in Niedersachsen straffrei abzugeben. Die aktuelle Waffenamnestie könne durchaus als Erfolg gewertet werden, sagte Lindenau.

Neben den 9.602 Schusswaffen wurden 898 sonstige Waffen, etwa Hieb- und Stichwaffen, abgegeben, davon waren 152 in illegalem Besitz. Außerdem gingen bei den Behörden rund 210.000 Stück Munition sowie etwa 1.100 Kilogramm ungezählte Munition verschiedenen Kalibers ein.

Es geht um die Sicherheit

"Es ist natürlich im Interesse der Allgemeinheit, die Zahl der im Umlauf befindlichen Waffen und Munition zu reduzieren", betonte Lindenau weiter. Alles werde jetzt ordnungsgemäß vernichtet. "Jede einzelne abgegebene Waffe und Munition ist ein Mehr an Sicherheit."

Bei der letzten Amnestie im Jahr 2009 waren 26.600 Waffen abgegeben worden, davon waren 3.351 in illegalem Besitz. Die starke Resonanz war damals auch mit dem Eindruck aus dem Amoklauf von Winnenden (2009) begründet worden.

Waffen können grundsätzlich weiter bei der Polizei abgegeben werden. Allerdings: Nach Ablauf der Amnestieregelung gilt die Straffreiheit nur für die Besitzer legaler Waffen.