Welt 

Trauriger Rekord: Schon wieder Geldautomat gesprengt

Dieser Geldautomat in einer Filiale der Santander-Bank in Hameln ist am frühen Donnerstagmorgen Kriminellen zum Opfer gefallen.
Dieser Geldautomat in einer Filiale der Santander-Bank in Hameln ist am frühen Donnerstagmorgen Kriminellen zum Opfer gefallen.
Foto: Polizei Hameln

Hameln/Region38. Die Zahl der in diesem Jahr in Niedersachsen gesprengten Geldautomaten ist jetzt schon deutlich höher als jene im gesamten vergangenen Jahr: Am frühen Donnerstagmorgen jagte ein Unbekannter in der Hamelner Filiale der Santander-Bank einen Automaten in die Luft - es war bereits die 38. Tat dieser Art im Jahr 2018; im vorigen Jahr gab es zwischen Januar und Dezember "nur" 23 Automaten-Sprengungen.

Anwohner in Hameln hatten gegen 3 Uhr zunächst einen lauten Knall vernommen und sahen danach, wie ein Mann mit einer Umhängetasche aus der Bank rannte. Er lief zu einem Komplizen, der in der Nähe mit einem Motorrad wartete; dann seien beide ohne Licht durch die Dunkelheit davongerast, sagte Polizeisprecher Jens Petersen.

Immer die gleiche Masche

Die Masche der Automaten-Knacker sei immer gleich, sagte LKA-Sprecherin Nevin Ayyildiz: "Meistens schlagen sie in den frühen Morgenstunden zu. Sie brauchen nur wenige Minuten, um ein Gasgemisch in den Geldautomaten einzuleiten."

Dieses brächten sie dann zur Explosion, schnappten sich die Beute und jagten dann mit hoch motorisierten Fahrzeugen davon.

Spuren in die Niederlande

Das LKA geht davon aus, dass die Täter vorwiegend aus den Niederlanden stammen. Es handele sich um eine Gruppe von schätzungsweise 200 Ganoven, die in wechselnder Zusammensetzung agiere, sagte die Sprecherin.

In der Region rund um Braunschweig waren seit Anfang des Jahres Bankfilialen in Salzgitter-Fredenberg und -Ringelheim, Wolfenbüttel, Schierke und Braunschweig selbst Ziel der Kriminellen.

Beute: viel Geld

Wie viel Geld die Täter erbeutet haben, will das LKA nicht sagen. Doch dass man beim Knacken von Geldautomaten durchaus Beute machen kann, wurde im April dieses Jahres bekannt, als Unbekannte in Göttingen einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag erbeuteten.