Welt 

Schulstart: Das ist neu in Niedersachsen

Am Samstag wird in Niedersachsen Einschulung gefeiert. (Symbolbild)
Am Samstag wird in Niedersachsen Einschulung gefeiert. (Symbolbild)
Foto: dpa

Hannover. Etwa 71.900 Mädchen und Jungen in Niedersachsen gehen am kommenden Samstag zum ersten Mal mit dem Ranzen auf dem Rücken zur Schule. Das sind etwa 400 Erstklässler mehr als im vergangenen Jahr. Bereits am Donnerstag müssen die älteren Schülerinnen und Schüler wieder früh aufstehen. Zum Start des neuen Schuljahres gibt es einige Neuerungen:

Elfter Jahrgang als Vorstufe: In der elften Klasse müssen die Schüler keine Punkte mehr fürs Abitur sammeln, sondern können sich orientieren. Dazu zählt auch Berufsorientierungsunterricht. Außerdem wird Stoff aus der zehnten Klasse wieder in die elfte verlegt. Die Fünft- bis Zehntklässler haben aufgrund des Abiturs nach 13 Jahren weniger Nachmittagsunterricht. Trotz des innovativen schulischen Angebots wie der Berufsorientierung gehe an ihrer Schule fast ein Drittel der Schüler des elften Jahrgangs ins Ausland, sagte Katharina Badenhop, Geschäftsführerin des Schulleitungsverbands Niedersachsen (SLVN) und Schulleiterin der Tellkampfschule in Hannover.

Inklusive Schule bis zum zehnten Jahrgang: Mit dem Start des Schuljahres 2018/2019 wird die inklusive Schule auf die zehnte Klasse ausgeweitet. Das heißt, dass Eltern von Kindern mit Behinderung selbst entscheiden können, ob sie ihren Nachwuchs auf eine Förderschule oder eine Regelschule schicken.

Flexible Einschulung: Wer am 1. Oktober sechs Jahre alt wird, wird nicht mehr automatisch eingeschult. Wenn ein Kind zwischen dem 1. Juli und dem 30. September geboren ist, dürfen die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind bereits in die Schule schicken oder noch ein Jahr im Kindergarten lassen. Die Frist für das Zurückstellen in Form einer schriftlichen Erklärung endete am 1. Mai. "Wir haben den Eindruck, dass die neue Regelung positiv aufgenommen worden ist", sagte Laura Pooth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Hitzefrei nach den Ferien: Dieser Sommer ist extrem heiß und trocken und es ist durchaus möglich, dass Schüler nach den großen Ferien hitzefrei bekommen. "Das ist immer eine Entscheidung der Schule", erklärte die Sprecherin der Landesschulbehörde, Bianca Schöneich. Hitzefrei kann gegeben werden, "wenn der Unterricht durch hohe Temperaturen in den Schulräumen erheblich beeinträchtigt wird und andere Formen der Unterrichtsgestaltung nicht sinnvoll erscheinen", heißt es im Erlass zur Unterrichtsorganisation des Kultusministeriums. Der Schulleitungsverband Niedersachsen würde sich in diesen Fällen eine Grundsatzentscheidung wünschen.