Welt 

Facebook fragte bei Banken Informationen über Nutzer ab

Facebook bereitet nach eigenen Angaben ein neues Angebot vot: Mit dem Bankberater über den Messenger kommunizieren.
Facebook bereitet nach eigenen Angaben ein neues Angebot vot: Mit dem Bankberater über den Messenger kommunizieren.
Foto: Regis Duvignau / REUTERS
Facebook hat bei mehreren US-Banken sensible Nutzerdaten angefragt. Der Konzern beteuert, die Daten würden nicht für Werbung genutzt.

Bangalore.  Der Internetkonzern Facebook hat einem Zeitungsbericht zufolge große US-Banken gebeten, ihm detaillierte Auskünfte über die Kunden ihre Kunden zu geben. Facebook habe dies damit begründet, seinen Nutzern neue Dienste anbieten zu wollen, berichtet das „Wall Street Journal“ (Bezahlangebot) unter Berufung auf Insider.

Facebook wandte sich demnach an JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup und US Bancorp. Es sei um mögliche Angebote gegangen, die für die Bankkunden auf dem Facebook-Messenger zur Verfügung gestellt werden sollten.

Informationen sollen nicht für Werbung genutzt werden

Facebook hat die Gesprächen mit den Banken inzwischen bestätigt. Nach Angaben des Konzerns könnten Nutzer ihre Bankkonten beispielsweise von PayPal, Citibank oder American Express mit dem Messenger von Facebook verknüpfen und auf diesem Weg mit einem Kundenbetreuer in Verbindung treten, heißt es in einer Mitteilung.

Facebook könnte dann nach eigenen Angaben Finanzinformationen der Nutzer einsehen. Diese würden aber nicht für Werbung oder ähnliches genutzt. „Die Idee ist, dass es einfacher sein kann, mit der Bank über Messenger zu kommunizieren als in der Warteschleife am Telefon zu hängen“, so Facebook weiter.

Börsenwert gefallen

Facebook steckt wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica in einer Vertrauenskrise. 2016 hatte die inzwischen geschlossene Firma mit den Daten von etwa 87 Millionen Facebook-Nutzern Wahlkampf für den heutigen US-Präsidenten Donald Trump gemacht. Facebook hatte die Daten unerlaubt an Cambridge Analytica weitergegeben. An der Börse hatte Facebook nach schwachen Quartalszahlen zuletzt deutlich an Wert verloren. (rtr/küp)

Cambridge Analytica teilte wohl Daten mit Stellen in Russland
Cambridge Analytica teilte wohl Daten mit Stellen in Russland