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Bundesamt ordnet Rückruf für Hunderttausende Daimler an

Daimler soll deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge zurückrufen

Daimler soll deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge zurückrufen

Grund der Anordnung des Bundesverkehrsministers sind "unzulässige Abschalteinrichtungen".

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Abgas-Manipulation: Den Rückruf von rund 280.000 Daimler in Deutschland hat laut einem Bericht das Kraftfahrt-Bundesamt angeordnet.

Berlin.  Die Abgasmanipulationen bei Daimler betreffen offenbar mehr Modelle als bisher bekannt. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ ziehen sie sich durch beinahe alle Klassen und Typen. Manche würden auch zurzeit noch verkauft, heißt es in dem Bericht.

Der „Spiegel“ beruft sich auf eine Liste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), die dem Magazin vorliegt. Darauf stünden 24 Modelle, bei denen das KBA Ende Juli einen amtlichen Rückruf angeordnet habe. Es geht demnach um 280.000 Autos in Deutschland und insgesamt 700.000 Fahrzeuge in Europa.

C-Klasse, E-Klasse, G-Klasse, Gelände- und Sportwagen betroffen

Bei der C-Klasse sei sowohl um das kleinste Dieselmodell mit Renault-Motor betroffen, als auch um der C300 Hybrid, der mit einem Mercedes-Motor angetrieben wird. In der E-Klasse seien diverse Modelle, darunter auch aus der aktuellen Baureihe mit Unregelmäßigkeiten aufgefallen, in der luxuriösen S-Klasse sogar die als besonders umweltfreundlich beworbene Variante mit Hybridmotor.

Dazu kämen die G-Klasse, mehrere Geländewagen wie der ML, GLE und GLC sowie das Sportcoupé CLS und der Roadster SLK. Im Transportersegment ruft Daimler dem Bericht zufolge den Vito, die VKlasse und den Sprinter in die Werkstätten.

Zurückgerufene Modelle brauchen Software-Update

Bei den betroffenen Modellen müssen per Software-Update sogenannte Abschalteinrichtungen entfernt werden, die dafür sorgen, dass die Wagen im realen Straßengeschehen einen höheren Ausstoß von Stickoxiden haben als im Labor.

Dem „Spiegel“ erklärte ein Daimler-Sprecher, bei den zurückgerufenen Wagen handele es sich um diejenigen, die Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche bei Gesprächen im Bundesverkehrsministerium benannt habe. Man werde Widerspruch einlegen, aber auch Software-Updates entwickeln und die Kunden informieren, sobald diese genehmigt seien.