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Niedersachsen erlaubt wieder Schächten zum Opferfest

Die "#Mähtoo"-Wagen waren auch in Braunschweig unterwegs. (Symbolbild)
Die "#Mähtoo"-Wagen waren auch in Braunschweig unterwegs. (Symbolbild)
Foto: privat

Hannover. Trotz einer Debatte um ein Verbot des betäubungslosen Schlachtens von Tieren nach islamischem Ritus hat es in Niedersachsen zum bevorstehenden Opferfest erneut eine Ausnahmegenehmigung gegeben. Ein Schlachtbetrieb habe mit einer Sondergenehmigung eine niedrige dreistellige Zahl von Tieren geschächtet, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Montag mit.

Dienstag ist Opferfest

Die AfD hatte im Landtag im Februar ein Ende der Ausnahmeregelung aus Tierschutzgründen verlangt, schließlich stimmten die Abgeordneten aber mehrheitlich für den Vorschlag von Grünen und FDP, darüber zunächst mit den muslimischen Verbänden zu beraten. Muslime feiern das Opferfest an diesem Dienstag.

Der Großteil des nach islamischem Ritus geschlachteten Fleisches in Deutschland wird importiert. Auch in den Vorjahren hatte Niedersachsen zum Opferfest das Schächten von jeweils etwa rund 200 Tieren durch einen Schlachtbetrieb erlaubt.

Aufkleber an Moscheen

Nachdem die AfD mit ihrem Vorstoß im Parlament erfolglos geblieben war, hatte sie die Kampagne "#MähToo" in Niedersachsen gestartet. Im Internet und mit zwei Plakatwagen, die durch mehrere Großstädte fuhren, mobilisierte sie gegen die Schlachtpraxis. "Wer Halal-geschlachtetes Fleisch für seine Religion braucht, sollte in sein Land gehen, wo kein Tierschutz besteht", hatte die Partei mobilisiert.

"Mähtoo"-Aufkleber, die sich auch auf türkischen Läden sowie Moscheen wiederfanden, stammten nicht von ihr, hatte die Partei beteuert.