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Nach Chemnitz-Krawallen: Pistorius warnt vor Beschwichtigungen

Boris Pistorius (SPD), der niedersächsische Innenminister (Symbolbild).
Boris Pistorius (SPD), der niedersächsische Innenminister (Symbolbild).
Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Hannover/Chemnitz. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat davor gewarnt, die Attacken von Rechtsextremen in Chemnitz kleinzureden. "Keine Beschwichtigungen, keine Relativierungen", mahnte Pistorius am Dienstag auf seinem Facebook-Account.

Tumbe Minderheit

"Dieses Signal erwarte ich von allen Anständigen in diesem Land und insbesondere auch vom Bundesinnenminister und allen, die Verantwortung tragen." Weiter schrieb er: "Unser Land gehört nicht dieser verblendeten nationalistischen, fremdenfeindlichen, tumben Minderheit, die in Chemnitz ihre denkbar hässlichste Fratze gezeigt hat."

20 Menschen verletzt

In Chemnitz waren am Montag bei Demonstrationen 20 Menschen verletzt worden, darunter zwei Polizisten. Auslöser für die Proteste war eine tödliche Messerattacke auf einen Deutschen - zwei Männer aus Syrien und dem Irak sitzen in Untersuchungshaft.

Bereits am Sonntag hatten sich daraufhin zahlreiche Rechte versammelt und waren teils gewaltsam gegen Ausländer vorgegangen. Am Montag gab es dann Zusammenstöße von Rechten und Gegendemonstranten. Die Vorfälle haben eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremisten, vor allem in Sachsen, ausgelöst.