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Ex-Radprofi Jan Ullrich: „Ich habe nie jemandem weh getan“

Drama um Jan Ullrich – so begann der Absturz des Ex-Spitzensportlers

Drama um Jan Ullrich – so begann der Absturz des Ex-Spitzensportlers

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Jan Ullrich hat sich zu seinem Drogen- und Alkoholmissbrauch geäußert. Im RTL-Interview erklärte er, woher seine Aggressionen kommen.

Berlin.  Der frühere Radprofi Jan Ullrich hat sich aus der Entzugsklinik zu Wort gemeldet. In einem Interview mit dem TV-Sender RTL erklärte der 44-Jährige am Mittwochmorgen auch, warum er zuletzt Probleme mit Alkohol und Drogen bekommen hat.

Nach der Trennung von Ehefrau Sara Steinhauser sei er in ein tiefes Loch gefallen, sagte Ullrich in dem Interview, das am Morgen in der Sendung „Guten Morgen Deutschland“ ausgestrahlt wurde. Die Folge: Alkohol- und Drogenmissbrauch. Er selbst, so Ullrich, habe auf diese Weise versucht, gegen den Kummer anzukämpfen und sich selbst zu therapieren: „Diese Situation habe ich dann als starke Persönlichkeit unterschätzt und da habe ich dann natürlich auch etwas tiefer in die Flasche geguckt.“

Jan Ullrich trainiert jetzt am Boxsack

Ullrich hatte zuletzt für reichlich Negativschlagzeilen gesorgt. Auf der spanischen Ferieninsel Mallorca wurde er nach einem Zwischenfall auf dem Grundstück des Schauspielers Til Schweiger zwischenzeitlich verhaftet. Wenige Tage später wurde er in Frankfurt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an einer Prostituierten vorübergehend festgenommen.

Jetzt ist Ullrich also in der Entziehungsklinik. Er hat die Haare kurz geschnitten, trinkt Heilwasser, macht Dehnübungen im Park. Und gibt RTL ein Interview.

Im Gespräch mit dem Sender berichtet der ehemalige Radrennstar auch, woher seine Probleme rührten. Sein Knie sei „kaputt, ich kann kein Radfahren“. Der Alpraum eines jeden Profis, denn von klein auf sei der Radsport Mittelpunkt seines Lebens gewesen.

Jan Ullrich: „Ich habe nie jemandem weh getan“

Als Ausgleich versuche er es mit Boxen, trainiere mit einem Sandsack. In seinem Körper sei „Energie gebündelt“ und die wolle heraus. Sein Körper sei „wie so ein Schnellkochtopf“, der ein Ventil brauche.

Diese Energie habe sich in der Vergangenheit auch „ab und zu mal in aggressiven Geschichten“ ihren Weg gesucht. „Aber“, so Ullrich, „ich habe nie jemandem wehgetan.“ Er habe die Aggressionen an Bäumen ausgelassen – oder eben am Boxsack. (W.B.)