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Hurrikan „Florence“: 31 Todesopfer im Südosten der USA

Die Wassermassen haben mehrere Orte überflutet, wie hier Lumberton in North Carolina.
Die Wassermassen haben mehrere Orte überflutet, wie hier Lumberton in North Carolina.
Foto: JASON MICZEK / REUTERS
Tropensturm „Florence“ hat an der Ostküste der USA schwere Sturmfluten und extreme Regenfälle verursacht. Es gibt mehrere Todesopfer.

Washington/Miami.  „Florence“ war als Hurrikan gestartet, inzwischen stufte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA ihn auf einen Tropensturm herab. Er war am Freitag an der Südostküste der USA auf Land getroffen und wütet dort seitdem. „Florence“ ist ein Wirbelsturm der Kategorie 1 (von 5). Wir berichten im Newsblog über die Auswirkungen des Hurrikans.

Überblick

  • „Florence“ hat die Ostküste der USA erreicht, betroffen sind vor allem North und South Carolina
  • Es gibt erste Todesopfer
  • Es kommt zu starken Regenfällen, Überschwemmungen und Stromausfällen
  • Ein Kernkraftwerk wurde vorsorglich vom Netz genommen

Dienstag, 18. September

+++ 8:00 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf 31 +++

Die Zahl der Opfer im Südosten der USA steigt weiter an. Nach einer aktuellen Zählung des US-Senders CBS starben bei dem schweren Sturm „Florence“ mindestens 31 Menschen. Wie US-Medien berichten, schätzen Experten den entstandenen Sachschaden auf mehr als 17 Milliarden Dollar.

Unterdessen kämpfen die Menschen in der Region nach dem Durchzug des Sturms weiter mit ansteigenden Wasserständen der Flüsse. 1500 Straßen sind unpassierbar, wie die Katastrophenschutzbehörde Fema mitteilte. In der Stadt Wilmington sind Hunderte Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die allermeisten US-Bürger sind nicht gegen Überflutungen versichert.

Viele Schulen bleiben weiter geschlossen. Am Montag waren noch 350 Flüge an den Flughäfen der Region gestrichen worden. Die Überbleibsel von «Florence» brachten am Montag auch noch starke Regenfälle in die Bundesstaaten Mississippi und Tennessee.

Am Dienstag wollte sich US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen ein Bild von der Lage machen. Im Laufe der Woche hatte auch Präsident Donald Trump einen Besuch in der Hochwasserregion angekündigt.

Montag, 17. September

+++ 6:30 Uhr: Sturm „Florence“ kostet 17 Menschen das Leben +++

Der Südosten der USA kämpft weiterhin mit den schlimmen Folgen durch Sturm „Florence“. Nach einer Zählung der „Washington Post“ ist die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 17 Menschen angestiegen. Darunter zwei kleine Kinder, die starben, weil entwurzelte Bäume auf Häuser gestürzt waren, in denen sie lebten.

Sonntag, 16. September

+++ 18.02 Uhr: Wassermassen drücken ins Inland +++

Sturmfluten im Atlantik haben Flüssen auf Rekordstände angestaut. Ihr Wasser drückt immer weiter ins Inland: Überflutungen wurden am Sonntag selbst aus der Stadt Fayetteville gemeldet, die rund 150 Kilometer landeinwärts liegt.

Der Bürgermeister der Stadt, Mitch Colvin, sagte am Sonntag: „Das Schlimmste steht uns noch bevor.“ In einigen kleinen Gemeinden herrschte Sorge, dass die Orte ganz ausradiert und nie wieder aufgebaut werden könnten – wie es bereits 2016 nach Hurrikan „Matthew“ an einigen Orten geschehen war.

Mehrere Menschen wurden bereits in den Tod gerissen. Die Behörden bestätigten sechs Todesfälle, Medien berichteten von deutlich mehr Opfern: Die „New York Times“ schrieb am Sonntag, zwölf Menschen seien ums Leben gekommen, die „Washington Post“ zählte elf Tote.

+++ 8.31 Uhr : Fast eine Million Menschen ohne Strom +++

„Florence“ ist mit geringerer Windgeschwindigkeit unterwegs als befürchtet. Dennoch bringt der Wirbelsturm heftige Regenfälle und Überschwemmungen mit sich.

Der Sturm trug am Wochenende große Wassermassen in die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina. Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden überspült, Stromleitungen beschädigt.

Nach Angaben von US-Medien waren fast eine Million Menschen in den beiden Staaten ohne Strom. Mehrere Menschen kamen durch den Sturm ums Leben. Der starke Regen kann nach Angaben von Meteorologen noch Tage andauern.

Samstag, 15. September

+++ 19.30 Uhr: Warnungen vor Erdrutschen +++

Die US-Behörden haben vor Erdrutschen nach dem Sturm „Florence“ gewarnt. In den kommenden Tagen seien besonders die Orte in den Bergen von North Carolina gefährdet, erklärte am Samstag der Gouverneur des Bundesstaates, Roy Cooper. Auch wer vom Regen verschont geblieben sei, sei nicht außer Gefahr, weil die Flüsse nur mit einigen Tagen Verzögerung die höchsten Wasserstände erreichen dürften.

+++ 11.33 Uhr: „Florence“ setzt North und South Carolina unter Wasser +++

Auf seinem langsamen Weg ins Landesinnere der USA bringt der Wirbelsturm gewaltige Wassermassen mit sich. Weite Landstriche der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina waren am Samstagmorgen (Ortszeit) überschwemmt.

Sturmfluten und Überschwemmungen bedrohen Hunderttausende. Die Regenfälle können nach Angaben des US-Hurrikanzentrums noch Tage andauern.

+++ 7.17 Uhr: Fünf Tote durch „Florence“ +++

Die Zahl der Todesopfer durch Tropensturm „Florence“ ist auf fünf gestiegen. Eine Frau sei nach einem Herzinfarkt gestorben, teilte die Polizei mit. Sanitäter seien wegen einer gesperrten Straße nicht rechtzeitig zu ihr gelangt.

Schon am Freitag hatte die Polizei von vier Toten berichtet. Im Bundesstaat North Carolina starben eine Frau und ihr Kind, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Ebenfalls in North Carolina wurden zwei Männer getötet, einer von ihnen erlitt einen Stromschlag.

In den beiden Bundesstaaten North und South Carolina sind wegen des Sturms derzeit rund 720.000 Menschen ohne Strom. Insgesamt bedroht der Sturm etwa zehn Millionen Menschen.

Freitag, 14. September

+++ 23.02 Uhr: „Florence“ ist jetzt nur noch Tropensturm +++

„Florence“ ist kein Hurrikan mehr. Das Nationale Hurrikan-Zentrum stufte ihn zum Tropensturm herunter, nachdem die Windgeschwindigkeiten auf unter 120 Kilometer pro Stunde nachgelassen haben. „Florence“ entfaltet jedoch weiterhin große Zerstörungskraft, weil er bei seinem Zug über den Atlantik enorme Mengen Wasser aufgesogen hat, die er nun über dem Land ablädt. Er bewegt sich mit fünf Kilometern pro Stunde extrem langsam vorwärts.

+++ 22.11 Uhr: Mann stirbt beim Anschließen eines Generators +++

Nach Informationen von CNN und der „New York Times“ gibt es ein viertes Todesopfer durch Hurrikan „Florence“. Wie das Büro des Gouverneurs von North Carolina ihnen bestätigte, starb ein Mann in Lenoir County, als er ein Kabel an einen Generator anschließen wollte.

+++ 21.48 Uhr: Weitere Frau stirbt nach Herzinfarkt +++

In Pender County ist nach Angaben der Polizei eine Frau nach einem Herzinfarkt gestorben. Die Sanitäter konnten sie wegen der gesperrten Straßen nicht erreichen.

+++ 21.06 Uhr: Frau und Kleinkind sterben +++

Der Hurrikan hat in Wilmington (North Carolina) die ersten Todesopfer gefordert. Nach dem Sturz eines Baumes auf ein Wohnhaus starben eine Frau und ihr Kleinkind, wie die Polizei in Wilmington am Freitag mitteilte. Der Vater des Kindes wurde mit erheblichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

+++ 17.33 Uhr: Helfer retten 200 Menschen in New Bern +++

Zu den Orten, die mit am schlimmsten mit den Folgen des Sturms zu kämpfen haben, zählt die kleine Stadt New Bern nördlich von Wilmington. Dort tritt der Neuse River über die Ufer. Auf Videos ist zu sehen, wie sich das Wasser durch Straßen schiebt. Helfer retten am Morgen 200 Menschen aus ihren überfluteten Häusern, weitere 150 sitzen zunächst noch fest. Auch die Mitarbeiter des lokalen Senders WCTI TV müssen ihr Redaktionsgebäude verlassen, weil die Straßen drumherum überflutet sind.

+++ 15.05 Uhr: Mehr als 400.000 Menschen ohne Strom +++

Der Fernsehsender CNN berichtete, mehr als 400.000 Menschen in North und South Carolina seien ohne Strom. Der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, sagte, es sei besonders gefährlich, dass sich „Florence“ derart langsam bewege, sich sehr lange über den Küstengebieten halte und enorme Wassermassen dorthin trage. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, sagte, es liefen bereits viele Notfalleinsätze in der betroffenen Küstenregion.

+++ 13.42 Uhr: Wilmington als erste US-Stadt von „Florence“ getroffen +++

Wilmington an der Küste von North Carolina ist die erste Stadt, über die der Wirbelsturm hinwegzieht.

+++ 12.10 Uhr: Hurrikan „Florence“ bringt erste Überschwemmungen +++

Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA hat Wirbelsturm „Florence“ zwar herabgestuft, dennoch warnt die Behörde, in North Carolina sei „eine lebensbedrohliche Sturmflut bereits im Gange“. Auch in South Carolina drohten katastrophale Überschwemmungen. Erste Rettungsaktionen sind Berichten zufolge bereits angelaufen.

+++ 10.27 Uhr: Behörde beantwortet Fragen zu Gerüchten +++

Die nationale Koordinationsstelle der USA für Katastrophenhilfe, Fema, hat eine Webseite eingerichtet, auf der Fragen zu Gerüchten beantwortet werden, die im Zusammenhang mit Hurrikan „Florence“ im Umlauf sind. Dort geht es zum Beispiel darum, ob Tiere wie Blindenhunde in Notunterkünfte mitgebracht werden dürfen. Aber es wird auch davor gewarnt, Sand vom Strand für Sandsäcke zu benutzen, die Häuser schützen sollen. Tatsächlich werde davor gewarnt, zum Strand zu fahren. Außerdem sei der Sand am Strand eine natürliche Barriere gegen Sturm und Flut.

+++ 6.31 Uhr: Hurrikan „Florence“ schwächt sich weiter ab +++

Hurrikan „Florence“ hat weiter an Windgeschwindigkeit eingebüßt. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami meldete in der Nacht zum Freitag Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Das entspricht laut Behördendefinition einem Hurrikan der Kategorie eins und damit der niedrigsten Hurrikan-Stufe.

Hurrikans werden nach ihrer Windgeschwindigkeit in fünf Kategorien eingeteilt. „Florence“ war in den vergangenen Tagen zunächst zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen, der zwischenzeitlich Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde aufwies und sogar in Kategorie 5 aufzurücken drohte. Am Mittwoch ließ er bereits an Stärke nach.

+++ 05.10 Uhr: Erste Überschwemmungen und Stromausfälle +++

Mit peitschendem Regen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde hat Hurrikan „Florence“ noch vor seinem eigentlichen Auftreffen die US-Ostküste heimgesucht.

Als eine der ersten Gegenden wurde der Nationalpark Outer Banks getroffen, eine dem Festland vorgelagerte Insel im Bundesstaat North Carolina. Auch New Bern wurde von einer Sturmflut getroffen. Erste Flüsse traten über die Ufer, Uferstraßen wurden überspült. In etlichen Haushalten fiel bereits der Strom aus.

Die Situation werde sich in den nächsten Stunden und Tagen drastisch verschlechtern, sagten die Meteorologen voraus. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami bewegte sich der Wirbelsturm extrem langsam mit nicht einmal zehn Kilometern pro Stunde auf die Küstenregion um die Stadt Wilmington (North Carolina) zu. Dies bedeutet, dass das Zentrum des Sturms mit starkem Wind und ergiebigen Regenfällen lange über der Küstenregion bleiben dürfte. Die Experten rechnen damit, dass sich die Wasserlast von „Florence“ bis zu vier Tage lang auf das Land ergießt.

Stromversorger haben Tausende Spezialkräfte aus vielen Teilen der Vereinigten Staaten in die Region entsandt, um nach Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen. Der Stromversorger Duke Energy geht von ein bis drei Millionen Haushalten und Unternehmen aus, die ohne Strom sein könnten.

Donnerstag, 13. September

+++ 21.07 Uhr: Südostküste der USA wappnet sich für tagelange Fluten +++

An der Südostküste der USA haben die Menschen am Donnerstag die letzten Vorbereitungen getroffen, um sich für eine möglicherweise tagelang anhaltende Unwetterkatastrophe zu wappnen. Der Hurrikan „Florence“ soll nach Angaben der US-Behörden zwischen Freitag- und Samstagmorgen Ortszeit vermutlich in den Bundesstaaten North Carolina oder South Carolina auf Land treffen.

Am Donnerstag sah es so aus, als könnte der Küstenabschnitt zwischen der Stadt Wilmington in North Carolina und dem Urlauberzentrum Myrtle Beach in South Carolina im Zentrum des Sturms liegen. Schon am Donnerstag liefen in ersten Orten die Straßen voll Wasser, nachdem der Meeresspiegel angestiegen war. In der Nähe der Stadt Wilmington (North Carolina) nahm der Stromversorger Duke Enery ein Kernkraftwerk vorsorglich vom Netz.

+++ 11.59 Uhr: Heftige Winde sollen am Donnerstag die US-Küste erreichen +++

Den Meteorologen gelingt es bislang nicht, den Weg des Hurrikans exakt zu bestimmen. Je nach Rechenmodell könnten sich in der Schneise des Wirbelsturms neben Hunderttausenden Wohnhäusern bis zu sechs Kernkraftwerke und mehrere Sondermülldeponien befinden. Anlass zur Sorge gebe es wegen der Kraftwerke derzeit nicht, versicherte FEMA. Heftige Winde sollten schon Donnerstagmorgen (Ortszeit) die Küste North Carolinas erreichen, teilte das Hurrikan-Zentrum mit.

+++ 7.33 Uhr: Viele Menschen wollen Evakuierungs-Order nicht folgen +++

Viele Menschen in den Küstenregionen von North Carolina und South Carolina wollen ihre Häuser nicht verlassen. Darüber hatte etwa die Bürgermeisterin des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina geklagt. Auch in US-Fernsehsendern meldeten sich immer wieder Menschen aus den bedrohten Küstengebieten zu Wort, die sagten, dass sie lieber zu Hause bleiben wollen. Sie hätten sich mit Essen und Stromgeneratoren eingedeckt und fühlten sich sicher. Behördenvertreter halten das für lebensgefährlich.

+++ 5.27 Uhr: Hurrikan „Florence“ wird schwächer – dennoch Lebensgefahr +++

US-Behörden haben den herannahenden Hurrikan „Florence“ herabgestuft. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde tobt der Sturm nun über dem Atlantik, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Die Stärke des auf Kategorie 2 von 5 herabgestuften Wirbelsturms werde sich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es weiter. Die Behörde warnt dennoch weiterhin vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und heftigen Regenfällen.

Mittwoch, 12. September

+++ 21.13 Uhr: Trump warnt eindringlich vor „Florence“ ++++

Die Behörden und an ihrer Spitze Präsident Donald Trump forderten die Menschen in der Region am Mittwoch noch einmal eindringlich dazu auf, den Anweisungen zur Räumung ihrer Häuser Folge zu leisten. „Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist groß“, sagte Trump in einer Video-Botschaft über den Wirbelsturm.

+++ 19.43 Uhr: Austronaut Gerst zeigt Hurrikan aus dem All +++

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst veröffentlichte am Mittwoch Bilder des Hurrikans auf Twitter – aufgenommen von der Internationalen Raumstation (ISS) aus. Dazu schrieb er, „Florence“ sei so groß, dass sie den Wirbelsturm nur mit einem Weitwinkel-Objektiv hätten fotografieren können. „Bereitet euch vor an der Ostküste“, mahnte Gerst. „Da kommt ein Alptraum auf euch zu, mit dem nicht zu spaßen ist.“