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Rotlicht-Razzia: Menschenhandel in Niedersachsen?

Jede Prostituierte muss sich seit Juli 2017 anmelden (Symbolbild).
Jede Prostituierte muss sich seit Juli 2017 anmelden (Symbolbild).
Foto: Boris Roessler/dpa

Hannover. Es war eine großangelegte Razzia: Donnerstagabend wurden in ganz Niedersachsen Bordelle, Wohnungen und Lovemobile kontrolliert. Im Einsatz waren Polizei, Zoll, Steuerfahndung, Gewerbeamt und Ausländerbehörde.

Ziel der Aktion war es, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren sowie Hinweise auf Menschenhändler und deren Netzwerke aufzuspüren, schreibt das Landeskriminalamt am Freitag.

Rumänien und Bulgarien

Demnach wurden insgesamt 376 Prostituierte in 208 verschiedenen Etablissements überprüft. Die meisten Frauen kommen aus den EU-Staaten Rumänien (107) und Bulgarien (72), andere aus unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Thailand, Dominikanische Republik, Nigeria und Deutschland.

19 der kontrollierten Frauen, vorwiegend aus Rumänien, waren jünger als 21 Jahre. In diesen Fällen wird der Verdacht des Menschenhandels jetzt näher überprüft.

Anmelden ist Pflicht

Seitdem es das Prostituiertenschutzgesetz gibt, muss sich jede Prostituierte anmelden. 350 der Frauen hatten bei der Kontrolle eine solche Anmeldung. Verschiedene Behörden klären jetzt noch weitere arbeits-, gewerbe- und steuerrechtlicher Verstöße, auch im Hinblick auf fehlende Anmeldungen.