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Daimler-Chef macht Schluss - Nachfolge schon fix

Daimler-Chef Dieter Zetsche.
Daimler-Chef Dieter Zetsche.
Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS
Dieer Zetsche ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender bei Daimler. Nächstes Jahr hört er auf. Nachfolger soll der Entwicklungschef werden.

Stuttgart.  Mehr als 13 Jahre lang führte Dieter Zetsche die Daimler AG, im Mai nächsten Jahres will er seinen Posten als Vorstandschef aufgeben. Sein Nachfolger soll Entwicklungschef Ola Källenius werden. Das teilte der Autokonzern am Mittwoch mit.

Zetsche werde sein Vorstandsmandat und die Leitung der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars zum Ende der Hauptversammlung niederlegen, um dann nach Ablauf einer zweijährigen „Abkühlphase“ den Vorsitz des Aufsichtsrates von Manfred Bischoff zu übernehmen. Dessen Amtszeit läuft 2021 aus. Der promovierte Ingenieur Zetsche war im Mai 65 Jahre alt geworden, regulär läuft sein Vertrag erst Ende 2019 aus.

Daimler ist derzeit im Umbau begriffen. Geplant ist eine neue Struktur mit drei rechtlich selbstständigen Einheiten – eine für Pkw und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanzdienstleistungen – unter einer Dachgesellschaft. Die Hauptversammlung am 22. Mai, auf der Zetsche nun abtritt, soll darüber abschließend entscheiden.

Zetsche für Modernisierungen verantwortlich

Zetsche war seit 1976 für Daimler in verschiedenen Positionen und Ländern tätig. Als Konzernchef beendete er die verunglückte Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler, die sein Vorgänger Jürgen Schrempp 1998 verantwortet hatte. 2007 gab Daimler die Mehrheit an der Chrysler Group ab, bevor das Unternehmen 2009 auch den restlichen Anteil verkaufte.

Zetsche half dem Konzern ebenfalls aus der Finanzkrise, er modernisierte die Designsprache der Stammmarke Mercedes-Benz und sprach damit jüngere Käuferschichten an. Nach vielen Jahren hinter dem Erzrivalen BMW konnte Mercedes-Benz 2016 die Weltspitze im Verkauf von Premium-Autos zurückerobern.

Daimler muss Diesel-Autos zurückrufen

Allerdings war Daimler wie andere deutsche Autobauer auch zuletzt in Verruf geraten, da der Konzern verbotene Software in seine Diesel-Fahrzeuge einbauen ließ. Momentan läuft eine europaweite Rückrufaktion von 690.000 Autos.

Källenius galt schon länger als potenzieller Nachfolger für Zetsche. Der Schwede ist 49 Jahre alt, Betriebswirt und seit Anfang 2015 Vorstandsmitglied bei Daimler. Seit 1993 arbeitet er für den Konzern, derzeit als Chef der Konzernforschung sowie der Entwicklung der Pkw-Sparte. (dpa)