Welt 

Anzeige gegen Gaffer: Bei Hausbrand Feuerwehr behindert

Gaffer haben nicht nur die Feuerwehr bei Löscharbeiten behindert - sondern auch um Hilfe rufende Hausbewohner gefilmt (Symbolfoto).
Gaffer haben nicht nur die Feuerwehr bei Löscharbeiten behindert - sondern auch um Hilfe rufende Hausbewohner gefilmt (Symbolfoto).
Foto: dpa

Wilhelmshaven.  Mehrere Schaulustige haben bei einem Brand in Wilhelmshaven um Hilfe rufende Bewohner gefilmt und zum Teil die Löscharbeiten behindert. Die Polizei habe zwei Strafverfahren gegen zwei Gaffer im Alter von 22 und 24 Jahren eingeleitet, sagte eine Sprecherin am Freitag.

"Höchstpersönlicher Lebensbereich verletzt"

Die Beamten beschlagnahmten zwei Smartphones und ließen vor der Rückgabe die entsprechenden Daten löschen. Gesetzliche Grundlage für das Vorgehen der Polizei war nach weiteren Angaben die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs der hilflosen Bewohner durch Bildaufnahmen.

Bei dem Brand am Donnerstag in dem Mehrfamilienhaus hatten Helfer 19 Bewohner über Drehleitern gerettet. Sechs Bewohner sowie ein Angehöriger der Feuerwehr wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Erinnerungen an Wolfenbüttel

Der Fall in Wilhelmshaven erinnert an den Großbrand im Juli in Wolfenbüttel; ein regionales Internet-Portal hatte den letztlich tödlich verlaufenen Sprung eines 61-jährigen Hausbewohners gefilmt und publiziert.

Der Mann hatte versucht, sich aus dem zweiten Obergeschoss des lichterloh brennenden Hauses an der Ecke Zickerickstraße/Goslarsche Straße zu retten; beim Sprung in ein Rettungskissen der Feuerwehr erlitt er schwerste Kopfverletzungen, denen er wenige Tage später erlag.