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Dänin hat wohl 13,4 Millionen Euro aus Staatskasse entwendet

Die dänische Polizei fahndet nach einer Millionenbetrügerin. (Symbolfoto)
Die dänische Polizei fahndet nach einer Millionenbetrügerin. (Symbolfoto)
Foto: © Scanpix Denmark / Reuters / Reuters
Die Polizei sucht eine Frau, die den dänischen Staat bestohlen hat. Das Geld war für Bedürftige bestimmt, sie kaufte davon wohl Pferde.

Kopenhagen.  Sie soll insgesamt mehr als 13,4 Millionen Euro (über 100 Millionen dänische Kronen) aus der Staatskasse entwendet haben, um unter anderem die Reitkarriere ihrer Tochter zu finanzieren: Nun sucht die dänische Polizei nach einer 64-jährigen Verdächtigen.

Sie soll Medienberichte zufolge selbst für das dänische Gesundheitsministerium gearbeitet haben und bei Überweisungen ihre eigenen Kontodaten eingefügt haben.

Nach dem Millionenbetrug soll die Frau sich nun im Ausland aufhalten. Die dänischen Ermittler stehen nach eigenen Angaben deshalb auch in Kontakt zu ausländischen Behörden.

Wie die Staatsanwaltschaft und das Sozialministerium mitteilten, soll die Verdächtige zwischen 2002 und 2018 Millionen von Euro aus den Haushaltmitteln der Ministeriums entwendet haben. Das Sozialministerium finanziert unter anderem Projekte für Obdachlose, Drogenabhängige und sozial Schwache.

Vor diesem Hintergrund wirkt es umso zynischer, wofür die Verdächtige das Geld ausgegeben haben soll. Wie die Zeitung „Berlingske“ berichtet, soll die 64-Jährige beispielsweise Rennpferde, ein Haus in einem Kopenhagener Vorort und einen Carport gekauft haben. Andere dänsiche Medien berichten, dass sie auch Reitkarriere ihrer Tochter mit dem Geld unterstützt haben soll.

Pro Jahr wurden teilweise über eine Millionen Euro entwendet

Aus der Mitteilung des dänischen Sozialministeriums geht hervor, das die größten Summen zwischen 2007 und 2013 entwendet wurden. In diesen Jahren soll die Verdächtige jeweils mindesten 10 Millionen Kronen (1,34 Millionen Euro) gestohlen haben. Die Summe gelangte jedoch nicht auf einmal auf das Konto der Frau, sondern über mehrere Auszahlungen. Eine Summe von 1,34 Millionen Euro war im Jahr 2007 beispielsweise auf etwa 22 Auszahlungen verteilt. So war der Betrug offensichtlich nicht so schnell für die Behörden zu erkennen.

Zudem soll die Verdächtige sich fiktive Projekte ausgedacht und hilfsbedürftige Personen erfunden haben. Auch soll sie nachträglich Informationen in den digitalen Karteien der Behörden verändert haben. Erst eine interne Revision im vergangenen Monat habe die Abweichungen offengelegt.

Mittlerweile wurde die Frau durch die Behörden für bankrott erklärt. Der Zeitung „Jyllands-Posten“ zufolge erklärte der Konkursverwalter unter anderem ihr Wohnhaus sowie ein Gehöft in Schweden für beschlagnahmt. (dpa/ac)