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Was flattert denn da? Zugvögel pausieren im Watt

Vogelfreunde lassen sich am Deich des Jadebusens die Zugvögel im Wattenmeer erklären.
Vogelfreunde lassen sich am Deich des Jadebusens die Zugvögel im Wattenmeer erklären.
Foto: Ingo Wagner/dpa

Wilhelmshaven. Das Wattenmeer wird wieder zur Drehscheibe des internationalen Flugverkehrs der Zugvögel. Mehr als zwei Millionen Vögel legen dort in diesen Wochen Verschnaufpausen ein, um ihre Energiereserven aufzufüllen. Viele der Zugvögel kommen von Brutgebieten in den Tundren der Arktis, die hoch im Norden Europas Asiens oder auch Amerikas liegen. Auf dem Weg in die Winterquartiere nutzen sie den Nahrungsreichtum des Wattenmeeres als Futter-Tankstelle.

Artenvielfalt zum Staunen

Zu den regelmäßigen Besuchern im niedersächsischen Wattenmeer zählen Ringelgänse, Sandregenpfeifer, Steinschmätzer, Knutt und zahlreiche andere Arten. Afro-sibirische Pfuhlschnepfen etwa fliegen bis zu 20.000 Kilometer im Jahr und legen damit im Laufe ihres Lebens eine Strecke zurück, die der Entfernung von der Erde bis zum Mond (rund 384.000 Kilometer) entspricht.

Viele nordische Gänse bleiben jedoch im Wattenmeer - sie verbringen die kalten Monate an der Nordseeküste. Das sorgt vor allem in Ostfriesland immer wieder für Ärger bei Landwirten, die sich über Fraßschäden und Gänsekot auf den Kuhweiden beschweren. Naturschützer verweisen dagegen auf Ausgleichszahlungen, die Landwirte bei Ertragseinbußen beantragen können.

Zugvogeltage

Mit dem Naturschauspiel beschäftigen sich in diesem Jahr zum zehnten Mal die "Zugvogeltage" unter Federführung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Wilhelmshaven. Bis zum 21. Oktober sind mehr als 250 Veranstaltungen zwischen Ems und Elbe, von Borkum bis Wangerooge, geplant.

Die Organisatoren wehren sich dabei gegen Kritik, wonach zahlreiche Schaulustige in die Ruhegebiete gelockt würden. Alle Exkursionen während der Zugvogeltage würden die Vogelwelt und die Natur im Wattenmeer nicht schädigen, heißt es bei der Nationalparkverwaltung.