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Todespfleger gesteht weiteren Mord

Der frühere Krankenpfleger Niels Högel im Jahr 2014 vor Gericht - hier mit seiner damaligen Verteidigerin Ulrike Baumann. Inzwischen hat sich die Zahl der mutmaßlich von ihm umgebrachten Patienten auf 100 erhöht.
Der frühere Krankenpfleger Niels Högel im Jahr 2014 vor Gericht - hier mit seiner damaligen Verteidigerin Ulrike Baumann. Inzwischen hat sich die Zahl der mutmaßlich von ihm umgebrachten Patienten auf 100 erhöht.
Foto: Ingo Wagner/dpa

Oldenburg. Der bereits zu lebenslanger Haft verurteilte Ex-Krankenpfleger Niels Högel hat einen weiteren Mord gestanden. Bei Befragungen durch einen Psychiater habe sich der 41-Jährige an einen zusätzlichen Fall erinnert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Samstag.

Jetzt schon 100 Opfer?

Durch das Geständnis könnte sich der Prozess wegen des Todes von 99 Patienten noch um ein weiteres Opfer erhöhen. Vom 30. Oktober an muss sich Högel am Landgericht Oldenburg verantworten. Dem ehemaligen Krankenpfleger werden Morde an den Kliniken Delmenhorst und Oldenburg zur Last gelegt. Es sei schnell Anklage erhoben worden, damit der aktuelle Fall noch mit dem bereits bestehenden Verfahren verbunden werden könne.

Langeweile und Eitelkeit

Högel soll zwischen 2000 und 2005 aus Langeweile und Eitelkeit immer wieder Patienten ein Medikament gespritzt haben, das tödliche Nebenwirkungen hatte. Anschließend versuchte er, seine Opfer wiederzubeleben - was in vielen Fällen misslang.

Wegen sechs Taten musste er sich bereits vor Gericht verantworten, wegen Mordes wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.