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Polizei zeigt Flagge bei AfD - Wie eng ist das Verhältnis?

Die AfD sieht in dieser Polizeiaktion einen Ausdruck der Verbundenheit der Beamten mit den Alternativen - die Polizei Oldenburg hat eine ganz andere Erklärung.
Die AfD sieht in dieser Polizeiaktion einen Ausdruck der Verbundenheit der Beamten mit den Alternativen - die Polizei Oldenburg hat eine ganz andere Erklärung.
Foto: Stefan Marzischewski-Drewes
  • Polizei zeigt Deutschlandfahne bei AfD-Landesparteitag.
  • Gifhorner AfD-Chef lobt "Verbundenheit" der Polizei.
  • Polizei wirft AfD Propaganda und Verhöhnung vor.

Oldenburg/Gifhorn. Es sei eine "ungewöhnliche, ermutigende Geste der Polizei", freut sich Stefan Marzischewski-Drewes, der Fraktionsvorsitzende der AfD im Kreistag und dem Rat von Gifhorn: Polizeibeamte, die am Samstag den Landesparteitag der Alternativen absicherten, haben vor dem Tagungsort in Oldenburg zwei Deutschlandflaggen entrollt.

Daraufhin habe der Landesparteitag seine Sitzung unterbrochen, und die Delegierten stimmten nach Angaben Marzischewski-Drewes' als "Dank" an die Polizei die Nationalhymne an. Der Gifhorner AfD-Fraktionschef wertet die Szene als Zeichen der "Verbundenheit" zwischen Polizei und AfD.

Polizei protestiert "auf das Schärfste"

Das sei mitnichten der Fall, versucht nun die Polizei Oldenburg klarzustellen: Nach ihrer Schilderung haben das Entrollen der Fahnen und der Parteitag der Rechtspopulisten nichts miteinander zu tun. Mehr noch: Man fühle sich verhöhnt.

So sei der Einsatz jener Einheit beim AfD-Parteitag bereits beendet gewesen - und damit habe auch ein langjähriger Beamter seinen letzten Einsatz absolviert. Nur um ihn zu verabschieden, haben die Beamten nach Darstellung der Polizeidirektion Oldenburg die Fahnen ausgebreitet.

Beamter verabschiedet

Dabei wähnten sie sich "angesichts der Örtlichkeit am äußersten Rand ihres Einsatzraumes und der abschirmenden Umstellung durch Einsatzfahrzeuge unbeobachtet von der Öffentlichkeit und außerhalb des Blickfelds der Veranstaltung", versichert die Behörde.

Als AfD-Delegierte aber Beifall geklatscht und die Nationalymne angestimmt haben, sei die Verabschiedung sofort abgebrochen worden.

Und weiter heißt es in einer über Facebook verbreiteten Stellungnahme: "Die Umdeutung und Darstellung zu Propagandazwecken ist in hohem Maße unfair und diskriminierend." Die Polizei verurteile "dieses Vorgehen auf das Schärfste".