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Andrea Nahles lobt Merkel – und macht als SPD-Chefin weiter

Nahles will an großer Koalition festhalten

Nahles will an großer Koalition festhalten

Die SPD-Vorsitzende sagte, dafür brauche es aber mehr Verbindlichkeit und einen "klaren Fahrplan".

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Angela Merkel gibt als CDU-Chefin auf – und was macht SPD-Chefin Andrea Nahles? Sie demonstriert weibliche Solidarität mit Merkel.

Berlin.  Angela Merkel legte nach der Hessen-Wahl vor – und gab ihren Verzicht auf den CDU-Vorsitz bekannt. Bei der SPD stellt sich die Lage etwas anders dar.

Während fast zur gleichen Zeit drei Kilometer entfernt im Konrad-Adenauer-Haus Merkel mit dem Verzicht auf den Partei-Vorsitz eine Zeitenwende einleitete, erklärte SPD-Chefin Andrea Nahles in der SPD-Zentrale: „Eine personelle Neuaufstellung steht nicht zur Rede.“

Nahles war von der Kanzlerin vor deren Auftritt vor der Presse über ihren Schritt informiert worden. Die SPD-Chefin steht selbst in ihrer eigenen Partei massiv in der Kritik. Vor allem aus dem linken Flügel mehrten sich zuletzt die Stimmen, die ungeliebte Koalition mit der Union platzen zu lassen.

Die SPD stehe zur großen Koalition, erklärte Nahles nach Merkels Auftritt. „Wir regieren nicht um des Regieren willens“, so Nahles, sondern um das Leben der Menschen in Deutschland zu verbessern.

SPD will „etwas Grundlegendes ändern“

Ausführlich ging Nahles auf den Verzicht Merkels auf den CDU-Vorsitz ein. „Angela Merkel hat die CDU 18 Jahre lang geprägt. Das ist eine außerordentliche Leistung.“ Merkel sei als erste Frau in dieses Amt gewählt worden. Sie sei, „von vielen Männern belächelt und für schwach erklärt worden. Aber sie hat einen neuen Führungsstil geprägt.“

Angela Merkel habe „den stärkeren Willen und meist die besseren Nerven als ihre innerparteilichen Kritiker“ gehabt. Nahles: „Die CDU ist ihr zu großem Dank verpflichtet.“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erklärte, der SPD-Vorstand habe für nächstes Wochenende eine Klausur angesetzt. Es sei Konsens, dass sich „etwas Grundgelegendes verändern muss. Das Land ist in einer ernsten politischen Lage.“ Es gebe eine starke „Polarisierung“.

Nahles werde in nächsten Wochen „intensive Gespräche mit der Union führen“ über einen klaren Fahrplan bis zur Halbzeit der Legislaturperiode Ende 2019. Außerdem werde die SPD mit der Union „über das Erscheinungsbild der Regierung“ reden. Der Streit innerhalb der Union müsse geklärt werden.