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Deutsche Post: Langsame Briefe sorgen für Ärger – Behörde greift zu drastischer Maßnahme

Viele Beschwerden über verspätete oder ausgebliebene Briefe hatten zuletzt für großen Unmut bei den Kunden der Deutschen Post gesorgt.
Viele Beschwerden über verspätete oder ausgebliebene Briefe hatten zuletzt für großen Unmut bei den Kunden der Deutschen Post gesorgt.
Foto: Oliver Berg/dpa

Erstmalig soll geprüft werden, wie lange ein Brief, der durch die Deutsche Post AG zugestellt wird, vom Absender bis zum Empfänger braucht. Die Laufzeitmessung wird durch den deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. (DVPT) zusammen mit anderen Unternehmen durchgeführt.

Der Grund: Zuletzt hatte es ein Beschwerdehoch bei der Bundesnetzagentur gegeben. Briefe seien verspätet oder an bestimmten Tagen in einigen Regionen erst gar nicht ausgeliefert worden. Darüber berichtet die „Wirtschaftswoche“.

Deutsche Post: Messung sollen prüfen, wie viele Briefe verspätet kommen

Die Messung soll am 1. März beginnen. Innerhalb eines Jahres werden mindestens 72.000 codierte Testbriefe in den normalen Sendungsverlauf gegeben. Ein Marktforschungsunternehmen untersucht dann, wie lange der Brief vom Unternehmen zum Kunden braucht.

Klaus Gettwart, Vorstand des DVPT e.V. „Wichtige Originaldokumente, Urkunden, Eintrittskarten, kleine Warensendungen, Rezepte von Ärzten, Arzneimittel, Bescheinigungen, Zeugnisse usw. sollen sicher und pünktlich beim Kunden ankommen.“

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Post verpflichtet, Briefe innerhalb von zwei Tagen zuzustellen

Initiiert wurde die Studie vom Arbeitskreis Großversender des DVPT e.V., in dem 50 Mitgliedsunternehmen aller Branchen agieren. Mit einem Sendungsvolumen von ca. 800 Millionen Briefen pro Monat bilden sie eine wichtige Stimme für alle anderen Unternehmen, welche die zunehmende Verschlechterung der Zustellqualität der Deutschen Post AG bemängeln.

Die Post ist gesetztlich verpflichtet, mindestens 80 Prozent der Briefe noch am nächsten Werktag zuzustellen. Dies sieht die Postuniversaldienstverordnung vor, in der die Qualitätskriterien für Postzustellung festgelegt sind. Gar 95 Prozent aller Briefe müssen innerhalb von zwei Tagen ihren Empfänger erreichen.

Gettwart gegenüber der „Wirtschaftswoche“: „Doch die Schwankungen sind enorm hoch. Zu bestimmten Jahreszeiten verlängern sich die Laufzeiten enorm.“

Die Post hingegen bezieht sich auf eine Messung, die ergeben hat, „dass 93 Prozent der rund 59 Millionen Briefe täglich ihre Empfänger bereits am nächsten Werktag erreichen.“

Ergebnisse als Druckmittel

Die Bundesnetzagentur befürwortet die Messung, da sich die Beschwerden über lange Laufzeiten und Fehl- oder Nichtzustellungen in den Jahren 2017 und 2018 jeweils verdoppelt haben.

Da bisher lediglich die Laufzeiten von Postsendungen in den Briefkästen und nicht die Geschäftspost gemessen wurden, verspricht sie sich weitere und detailliertere Informationen über den deutschen Briefmarkt. Die Ergebnisse dienen den Unternehmen, Druck auf die Post AG auszüüben.