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Hat Donald Trump weniger zu tun als ein Erstklässler? Der US-Präsident reagiert heftig

Donald Trump steht aktuell wegen seines Terminkalenders in der Kritik. (Archivbild)
Donald Trump steht aktuell wegen seines Terminkalenders in der Kritik. (Archivbild)
Foto: dpa
  • Eine geheime Quelle aus dem Weißen Haus hat einer Nachrichtenseite Trumps Terminkalender zugespielt
  • Trump reagiert erbost und stellt klar, dass er „wahrscheinlich mehr Stunden arbeite als fast alle früheren Präsidenten“

Wie lange sitzt Präsident Donald Trump im Oval Office und wie viele Termine absolviert er am Tag? Man könnte denken, dass ein Präsident nach einem langen Tag fest unter dem Schreibtisch schlafen muss – doch dem ist offenbar nicht so, zumindest nicht im Fall von Donald Trump.

Der Terminkalender des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten scheint ziemlich übersichtlich zu sein.

Trump reagiert über Twitter: „Ich arbeite wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten“

Doch in amerikanischen Medien wehrt sich US-Präsident gegen den aufkeimenden Eindruck, er vernachlässige seinen Job. „Ich arbeite wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten“, schreibt Trump auf seinem Lieblingskanal: Twitter.

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Quelle aus dem Weißen Haus: Nachrichtenseite veröffentlicht Terminkalender

Die Nachrichtenseite Axios hat interne Terminpläne von Trump aus den letzten drei Monaten veröffentlicht. Die Dokumente wurden den Journalisten von einer Quelle im Weißen Haus zugespielt. Aus den Papieren geht hervor, dass rund 60 Prozent der dort erfassten Zeit dem Präsidenten zur freien Verfügung steht, also zur „Executive Time.“

Die Nachrichtenseite berichtet außerdem darüber, dass Donald Trumps erster Termin an den meisten Wochentagen erst um 11 Uhr oder 11.30 Uhr startet. Will da jemand ausschlafen?

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CNN verspottet Trump: Terminpläne „weniger voll, als die eines Erstklässlers“

Die veröffentlichten Terminpläne sorgen vorwiegend bei Trump-kritischen Medien für Hohn und Spott. So wirft der TV-Sender CNN beispielsweise die Frage auf, ob der amtierende US-Präsident in dieser Zeit an seiner Bräune arbeite oder zum Friseur gehe.

Wenn Präsident Trump nicht auf Reisen sei, wirkten die Terminpläne „weniger voll, als die eines Erstklässlers“, so CNN. Trump meint zu den aktuellen Berichten lediglich, dass die Medien positiver über die Terminpläne berichten sollten.

Axios hatte berichtet, dass der Frühaufsteher Trump schon oft sehr früh wach sei, noch vor 6 Uhr, jedoch aber in dieser Zeit noch nicht in seinem Büro sei. Er halte sich zu dieser Zeit oft in seiner Residenz auf, schaue Fernsehen und lese Zeitungen. Dann reagiere er auf das, was er gelesen habe. Dabei rufe Trump Freunde an, Berater oder Kongressabgeordnete. Auch Twitter-Nachrichten würden um diese Zeit oft ihren Weg in die Welt finden.

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Trumps Politik in der „Executive Time“

Die Nachrichtenseite stellt in ihren Veröffentlichungen auch Vergleiche zu den Bushs und den Obamas an. Trumps ungewöhnlicher Regierungsstil gestalte es jedoch schwierig, haargenau festzulegen, wo die Grenze zwischen seiner Arbeit und der Freizeit verlaufe.

Denn mit seinen ständigen Tweets mache Trump durchaus Politik und auch auch in den „Executive Time.“ Die Nachrichtenseite Axios berichtet, dass der Terminplan von Präsident George H.W. Bush wesentlich undurchlässiger gewesen sei, denn er habe Termine im Zehn-Minuten-Intervall gehabt. Präsident Barack Obama habe an einen üblichen Arbeitstagen sechs Meetings wahrgenommen.

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Donald Trumps Stabchef spielt Veröffentlichungen herunter

Dass die internen Terminpläne an die Öffentlichkeit gerieten, sorgte in den USA für viele Schlagzeilen. Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney spielte die Veröffentlichungen am Sonntag herunter. Die Inhalte seien ohnehin „nicht so vertraulich gewesen“, sagte er dem Sender Fox News.

Rund 400 Menschen hätten Zugriff auf die Pläne. Dennoch suche man nach der Person, die die sie gesammelt und weitergegeben habe, sagte Mulvaney. „Ich hoffe, dass wir dafür in dieser Woche eine Lösung haben werden.“

(mit dpa)