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Rebecca Reusch (15) vermisst: Schwester veröffentlicht verzweifelte Nachricht – Hunde-Expertin kritisiert Polizeiarbeit

Der Fall Rebecca: Eine Chronologie

Rebecca Reusch (15) aus Berlin wird seit dem 18. Februar vermisst. Als Hauptverdächtiger gilt Florian R. (27), der Schwager der 15-Jährigen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Rebecca Reusch (15) aus Berlin wird seit dem 18. Februar vermisst. Als Hauptverdächtiger gilt Florian R. (27), der Schwager der 15-Jährigen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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  • Seit dem 18. Februar wird Rebecca Reusch aus Berlin vermisst
  • Ihr Schwager (27) wird verdächtigt, sie getötet zu haben. Er sitzt in U-Haft
  • Hunde suchen nach Rebecca - ihren Einsatz kritisiert eine Expertin
  • Mutter erzählte von Internet-Bekanntschaft – Schwester widerspricht

Berlin. Rebecca Reusch (15) aus Berlin wird seit dem 18. Februar vermisst. Als Hauptverdächtiger gilt Florian R. (27), der Schwager der 15-Jährigen. Er sitzt in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit.

Gegen Florian R. besteht der dringende Verdacht, etwas mit dem Verschwinden von Rebecca Reusch zu tun zu haben.

Die Polizei geht davon aus, dass Rebecca Reusch tot ist. Die Familie glaubt weiterhin, dass Florian R. unschuldig ist - die Mutter berichtet von einem unbekannten Mann, den Rebecca Reusch im Internet kennengelernt haben soll. Doch dessen Profil scheint nicht mehr zu existieren.

Rebeccas Schwester erzählt derweil den Medien, der Freund aus dem Netz könne nichts mit dem Verschwinden der 15-Jährigen zu tun haben.

Rebecca Reusch (15) aus Berlin Neukölln vermisst: Polizei sucht weiter nach dem Mädchen

Tagelang suchte die Polizei ein Waldstück in Brandenburg mit mehreren Spürhunden. Die Beamten waren mit Spezialhunden unterwegs. Auch ein Hubschrauber wurde bei der Suche eingesetzt. Bislang blieb die Suchaktion erfolglos.

Am Samstag, 16. März, suchte die Polizei erneut nach Rebecca Reusch. Diesmal entlang der Autobahn A12 in Brandenburg. Wieder erfolglos.

+++ Rebecca Reusch vermisst: Forensiker Mark Benecke – „Die Leiche ist für den Fall nicht das Entscheidende“ +++

Rebecca Reusch (15) weiter vermisst: Die aktuellen Ereignisse im Newsblog

Montag, 18. März

21.39 Uhr: Die Familie hat die Hoffnung noch immer nicht aufgegeben, die 15-Jährige lebend weiderzufinden.

Am Abend meldet sich Rebeccas Schwester zu Wort – mit emotionalen Worten. „Ufff Becci, du bist heute 1 Monat weg. Wir alle haben lange nichts mehr von dir gehört, wir hoffen, dass es dir gut geht und dass du weiterhin stark bleibst. We find you“, schreibt sie in einer Instagram-Story und weiter: „Vier Wochen...Ein ganzer Monat. Bitte Gott, bring unsere Becci wieder heim.“

20.06 Uhr: Den Einsatz von Polizeihunden auf dem Wolziger See in Brandenburg kritisiert die Mantrailer-Expertin hingegen nicht. Dort wurden am Montag Leichenspürhunde eingesetzt. Dabei handelt es sich um speziell trainierte Hunde, die Leichen in Gewässern aufspüren können.

Sie suchen nach Geruchspartikeln, die bei der Verwesung von Leichen an die Wasseroberfläche gelangen. „Das funktioniert sehr, sehr zuverlässig. Ähnlich wie die Suche in einer Lawine“, sagt Mantrailer-Ausbilderin Karina Kalks.

Die Suche wurde am Montag jedoch erfolglos abgebrochen.

Expertin kritisiert Polizeiarbeit

17.19 Uhr: Immer wieder sucht die Polizei mit Spürhunden nach der vermissten Rebecca. Bestimmte Einsätze so genannter Mantrailer-Hunde kann Karina Kalks nicht verstehen. Im Interview mit der dpa sagte die Mantrailer-Ausbilderin aus Österreich: „Die Suche entlang der Autobahn sehe ich sehr, sehr kritisch und ich traile jetzt seit 20 Jahren.“

Ermittler haben am Samstag Spürhunde an der Autobahn A12 südöslich von Berlin eingesetzt.

Nach Ansicht der Expertin sei es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass Mantrailer-Hunde Spuren nach Autofahrten wittern können. Vor allem nicht Wochen nach einem Ereignis. Mantrailer würden Fußgänger und Radfahrer äußerst zuverlässig aufspüren können.

Aber: „Was soll aus einem geschlossenen Fahrzeug durch die Lüftung nach außen dringen? Dazu kommen noch der Fahrtwind auf der Autobahn und die Verwirbelungen. Über welche Zahl von Geruchspartikeln sprechen wir, die ein Hund noch aufnehmen soll? Ich bin überzeugt von der Hundenase, aber ich glaube nicht, dass sie zaubern können“, so die Mantrailer-Expertin.

15.12 Uhr: Die Polizei hat die Suche nach Rebecca auf dem Wolziger See in Brandenburg am Montagnachmittag für beendet erklärt – ergebnislos. Wie es weitergeht, steht noch nicht fest.

13.56 Uhr: Fahnder der Mordkommission und Diensthundeführer mit zwei Hunden seien auf dem Wolziger See auf einem Boot unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin am Montag in Berlin. Auf Fotos vom Montag war ein kleines Boot mit Polizisten auf einem Kanal zum See und auf dem See selbst zu sehen. Die Unterstützung kam offenbar aus Nordrhein-Westfalen, wie Aufschriften auf dem Boot zeigten. Laut „Bild“ sollen drei Spürhunde aus NRW zum Einsatz kommen.

Bei der Polizei und bei Hilfsorganisationen gibt es Personenspürhunde unterschiedlicher Art. Sogenannte Mantrailer suchen nur nach lebenden Menschen. Leichenspürhunde können Tote riechen. Dann gibt es noch spezielle Wasserortungshunde. So bildete etwa die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Märkisch-Oderland-Ost, vor zwei Jahren einen Hund entsprechend aus. Diese Hunde können vom Boot aus Ertrunkene wittern. Aufsteigende Verwesungsgase sind dabei ein Hilfsmittel für den Hund.

12.01 Uhr: Die Suche nach der vermissten Rebecca wird fortgesetzt. Am Montag suchen die Ermittler am Wolziger See nach der 15-Jährigen. Ermittler der Mordkommission und Diensthundeführer mit zwei Hunden seien dort auf einem Boot unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin am Montagvormittag in Berlin.

Taucher würden vorerst nicht eingesetzt. In Waldstücken nahe dem Wolziger See hatte die Polizei bereits nach der vermissten 15-Jährigen gesucht. Das Gewässer liegt in der Nähe der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des tatverdächtigen Schwagers von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am Folgeabend erfasst worden war.

10.06 Uhr: Rebeccas Schwester Vivien hat auch Instagram den Fahndungsaufruf von Rebecca gepostet. Dazu schrieb sie die Zeilen: „Vier Wochen...Ein ganzer Monat. Bitte Gott, bring uns unsere Becci wieder heim.“

9.22 Uhr: Nun wird Rebecca bereits seit einem Monat vermisst, doch eine richtige Spur hat die Polizei, zumindest offiziell, noch immer nicht.

9.09 Uhr: Ob eine Suchaktion mit Spürhunden zu Wochenbeginn fortgesetzt wird, ist noch unklar. Am Samstagabend war der Einsatz an der Autobahn 12 in Brandenburg vorerst eingestellt worden. Womöglich nahmen die Hunde aber eine Spur auf einer Landstraße Richtung Scharmützelsee auf, wie die Polizei mitteilte.

Die Ermittler versuchten mit den Hunden offenbar zu klären, wohin der tatverdächtige Schwager Rebeccas am Morgen ihres Verschwindens sowie am darauffolgenden Abend fuhr. Das Auto der Familie war zu den Zeiten auf der Autobahn 12 registriert worden. Dies hatte den Verdacht gegen den 27-jährigen Schwager erhärtet.

06.51 Uhr: Das Verschwinden von Rebecca liegt nun auf den Tag genau vier Wochen zurück - und das Schicksal der 15-jährigen Schülerin gibt der Berliner Polizei immer noch Rätsel auf. Ermittler einer Mordkommission arbeiten rund 1500 Hinweise ab, die bislang aus der Bevölkerung eingingen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Rebecca hatte sich am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres 27 Jahre alten Schwagers im Berliner Ortsteil Britz aufgehalten. Sie kam an dem Morgen nicht zur Schule. Die Ermittler nehmen an, dass die Jugendliche das Haus nicht lebend verließ. Sie verdächtigen den Schwager, sie getötet zu haben. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Die Polizei hat bereits mehrfach Wälder in Brandenburg durchkämmt und mit Spezialgerät untersucht - ohne Erfolg.

Sonntag, 17. März

17.20 Uhr: Auch am späten Nachmittag gibt es keine neuen Suchmaßnahmen im Fall Rebecca Reusch, wie die Polizei Berlin gegenüber dieser Redaktion erklärte. Die Ermittler seien derzeit damit beschäftigt, die rund 1.500 eingegangenen Hinweise zu bearbeiten und bewerten.

Zu den Äußerungen der Familie bezüglich der vermeintlichen Internetbekanntschaft wolle sich die Polizei nicht äußern. „Wir konzentrieren uns auf unsere Ermittlungen. Alles andere, was der oder der gesagt haben soll, bewerten wir nicht“, so Sprecher Stefan Petersen.

14.19 Uhr:

Die Spürhunde, genannt „Mantrailer“ (etwa: Menschenverfolger), haben am Samstag bei der Suche nach Rebecca entlang der Autobahn A12 „Anzeigeverhalten“ gezeigt. Eine erste Spur für die Polizei. Wie heiß sie ist, und ob sie hilfreiche Erkenntnisse liefert, konnte die Polizei noch nicht bestätigen.

Fest steht aber, dass die Suchhunde am Sonntag einen Tag Ruhepause brauchen. Am Montag soll die Suche nach Rebecca laut „Bild am Sonntag“ weitergehen. Es könnte aber durchaus sein, dass sich auch kurzfristig etwas ergibt. dann müssten die Tiere ihre Pause unterbrechen.

12.18 Uhr: Eine Frage drängt sich im Fall der vermissten Rebecca Reusch immer mehr auf: Warum meldet sich die Familie ständig in der Öffentlichkeit?

Offenbar wollen sie ihre Sicht darstellen. Vater, Mutter und die beiden Schwestern von Rebecca haben von Anfang an auch selber nach der Vermissten gesucht. Die Ermittlungen der Polizei gegen Rebeccas Schwager halten sie nach eigenen Aussagen für einseitig.

11.53 Uhr: Seit dem 18. Februar ist Rebecca Reusch verschwunden und trotz aufwändiger Suchen bisher weder tot noch lebendig gefunden worden. Die Polizei geht zwar davon aus, dass die 15-Jährige nicht mehr lebt. Haupttatverdächtiger ist ihr Schwager Florian R. (27). Aber könnte es noch andere Erklärungen oder Täter geben?

Rebeccas Familie beteuert die Unschuld des Schwagers. Er habe alle Indizien widerlegt und auch die Fahrten nach Brandenburg erklärt, sagen Vater und Mutter in Interviews. Zu deren Angaben über ein mögliches Treffen Rebeccas mit einem Internetflirt sagte eine von Rebeccas Schwestern laut „Bild am Sonntag“: „Das war ganz harmlos.“ Der Minderjährige wäre demnach niemals allein hergekommen.

Spekuliert wurde auch, dass Rebecca weggelaufen sein könnte, doch die Familie schloss das in Interviews aus. Sie sei zuverlässig gewesen, und es habe keine Konflikte gegeben. Gegen die Theorien spricht, dass Rebeccas Handy sich nicht in Funkzellen außerhalb des Hauses einloggte. Sie hätte ihr Handy im Haus ausschalten und dann losgehen können. Das Telefon wurde aber nicht wieder eingeschaltet.

10.35 Uhr: Kontakt zu Florian R. (27) durfte Familie Reusch noch nicht haben. Rebeccas Schwager ist der Hauptverdächtige im Fall um das bislang spurlose Verschwinden des Mädchens und sitzt in U-Haft in Berlin-Moabit. Vivien Reusch sagt, dass ihre und Rebeccas Schwester Jessica nun zu ihrem Mann Florian möchte. „Sie hat einen Besuchsantrag für die nächste Woche gestellt. Bisher konnte sie ihm nur Geld schicken“, so Vivien zur Bild.

9.01 Uhr: Familie Reusch muss noch immer mit der fürchterlichen Ungewissheit darüber leben, was mit Rebecca passiert ist. Ihre Schwester Vivien stand Revecca offenbar sehr nah. Die 23-Jährige postet liebevolle Worte und Fotos von und an Rebecca bei Instagram. Gegenüber der Bild sagte Vivien, dass die Familie keine Antworten zu Rebeccas Verschwinden von den Ermittlern bekomme: „Aus ermittlungstechnischen Gründen werden wir von der Polizei nicht über alles informiert.“

7.31 Uhr: Rebeccas Mutter hatte in einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ gesagt, ihre Tochter habe im Internet einen jungen Mann namens Max, maxi oder Maximilian kennengelernt. Sie schloss in dem Gespräch nicht aus, dass dieser Mann etwas mit dem Verschwinden von Rebecca haben könnte, dass sich die beiden irgendwo getroffen haben.

Dem widerspricht nun aber Rebeccas Schwester Vivien (23) öffentlich. Der „Bild am Sonntag“ (Bezahlinhalt) sagte sie, dieser Freund aus dem Netz könne nicht schuld sein an Rebeccas Verschwinden: „Becci hat mir Fotos von ihm gezeigt, aber er wohnt gar nicht in Berlin. Das war ganz harmlos. Er ist unter 18, niemals wäre er an einem Montagmorgen allein hierher gekommen.“

7.16 Uhr:

So ist der aktuelle Stand am Morgen:

  • Trotz erneuter Suchaktion der Polizei ist die vermisste Rebecca Reusch (15) aus Berlin noch immer nicht gefunden.
  • Am Samstag suchten die Einsatzkräfte mit Hunden entlang der A12 in Brandenburg, sperrten dafür auf die Autobahn und Abfahrten teilweise
  • Rebeccas Schwager Florian R. sitzt immer noch in U-Haft. Er ist der Hauptverdächtige in dem Fall.
  • Die Polizei glaubt, dass er etwas mit dem Verschwinden von Rebecca zu tun hat.
  • Die Ermittler glauben, dass die 15-Jährige tot ist.

Samstag, 16. März

17:30 Uhr: Die Suche nach Rebecca ist für heute beendet. Um 16.15 Uhr wurden die Suchmaßnahmen für diesen Tag beendet. Die Suche erstreckte sich zwischen der Anschlussstelle Friedersdorf und dem Schmarmützelsee. Zwischenzeitlich hatten die Mantrailer-Hunde ein „Anzeigeverhalten“ gezeigt, so Polizei-Sprecherin Kerstin Ismer. Ob die Spur gewinnbringend für die Fahnder war, ist derzeit noch nicht klar.

16.56 Uhr: Die Suche nach Rebecca geht weiter! Am Nachmittag verlagerten die Einsatzkräfte ihre Arbeit auf eine Straße bei Fürstenwalde-West. „Irgendwas werden die Hunde gewittert haben“, sagte eine Sprecherin der Polizei gegenüber dieser Redaktion.

11.29 Uhr: Die Berliner Polizei setzt ihre Suche nach der verschwundenen 15-jährigen Schülerin Rebecca in Brandenburg fort. Am Samstag prüften Einsatzkräfte, ob Personensuchhunde an Anschlussstellen der Autobahn 12 zwischen Friedersdorf und Frankfurt (Oder) Spuren aufnehmen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es komme deshalb zu Behinderungen und kurzen Sperrungen an Autobahnabfahrten.

Im Einsatz seien circa zehn Kräfte einer Einsatzhundertschaft, Ermittler der Mordkommission, Kollegen der Brandenburger Polizei sowie drei Hunde, hieß es. Die Aktion begann demnach gegen 10.30 Uhr, die Dauer war zunächst offen.

Zuletzt hatte es mehrere Suchaktionen der Polizei in Wäldern nahe der A12 südöstlich von Berlin gegeben. Hintergrund sollen jeweils Hinweise auf das Auto des tatverdächtigen Schwagers von Rebecca gewesen sein. Autofahrten nach Brandenburg hatten den Verdacht gegen den 27 Jahre alten Deutschen erhärtet. Das Auto war am Vormittag des 18. Februar und am Abend des 19. Februar auf der A12 von einem automatischen Erfassungssystem registriert worden.

Rebecca hatte sich am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz aufgehalten. Sie kam an dem Morgen nicht zur Schule. Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Der Schwager sitzt in Untersuchungshaft.

10.27 Uhr: Die bisherigen Ergebnisse und Indizien der Ermittlungen seien von außen schwer zu beurteilen, Profiler und frühere Bremer Mordermittler Axel Petermann. „Aber sicher brauchen die Ermittler noch mehr. Letztlich muss man beweisen können, was angenommen wird: dass Rebecca im Haus ihrer Schwester von ihrem Schwager getötet wurde. Das könnte über Spuren möglich sein, die beweisen, wie sie getötet wurde oder durch Zeugenaussagen oder ein Geständnis. Auch der Fundort eines Toten sagt viel darüber aus, was mit diesem Menschen geschehen ist und weshalb der Täter diesen Ort aussuchte.“

Eine Leiche könne auch nach langer Zeit noch gefunden werden. „Es kommt ja immer wieder vor, dass getötete Menschen gut versteckt wurden, dass jemand sie vergraben hat“, sagte er. „Sehen Sie sich den Fall Peggy an, die nach 15 Jahren im Jahr 2016 zufällig in einem Wald gefunden wurde.“

So könne es auch noch in Jahren sein, dass Rebeccas Schicksal geklärt wird. „Wie weit dann noch Spuren verwertbar sind, hängt vom Zeitpunkt des Auffindens ab. Aber auch, wie der Vermisste bekleidet war und in welcher Umgebung die Leiche lag und in welchem Zustand sie ist“, betonte Petermann.

Rechtsmediziner, Kriminaltechniker und DNA-Experten könnten manchmal noch erstaunlich gute Ergebnisse erzielen.

9.42 Uhr: Nach dem Forensiker Mark Benecke spricht ein weiterer Experte über den komplexen Fall der verschwundenen Rebecca Reusch. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt der Profiler und frühere Bremer Mordermittler Axel Petermann, dass er die Polizei weiter vor einer überaus schwierigen Aufgabe sieht. „So vielen Hinweisen nachzugehen, ist natürlich eine Riesenarbeit. Besonders für diejenigen, die sich beim Überprüfen der Spuren im wahrsten Sinne die Hacken ablaufen“, sagte Petermann.

„Jede einzelne Spur sollte überprüft werden. Mit jedem Hinweisgeber sollte Kontakt aufgenommen werden, möglichst persönlich und nicht nur am Telefon. Man muss alles schriftlich festhalten, es gibt Spurenakten und Vergleiche mit anderen Hinweisgebern.“ Bisher erhielt die Polizei 1500 Hinweise zu dem am 18. Februar verschwundenen 15-jährigen Mädchen.

Petermann (66), der selber einmal eine Mordkommission leitete und heute als Autor und „Tatort“-Berater arbeitet, betonte: „Das ist nur zu schaffen mit sehr viel Personal. Wenn da nur eine Mordkommission dran ist mit etwa zehn Leuten, ist das schwierig. Das wird lange dauern, bis man alle Hinweise abgearbeitet hat.“

8.45 Uhr:

Der Stand am frühen Morgen:

  • Bis Freitagabend wurde die Leiche der vermissten Schülerin Rebecca Reusch (15) aus Berlin immer noch nicht gefunden.
  • Ihr Schwager Florian R. sitzt weiter in U-Haft. Er ist der Hauptverdächtige in dem Vermisstenfall.
  • Die Polizei glaubt, dass er etwas mit dem Verschwinden von Rebecca zu tun hat.
  • Die Ermittler glauben weiterhin, dass die 15-Jährige tot ist.

Freitag, 15. März

16.05 Uhr: Das Verschwinden der 15-jährigen Rebecca Reusch aus Berlin liegt jetzt fast einen Monat zurück. Inzwischen sind bei der Polizei 1500 Hinweise eingegangen, die nun ausgewertet werden.

Gefunden wurde Rebecca Reusch immer noch nicht. Die grundsätzliche Suche der Mordkommission dauert zwar weiter an, eine erneute größere Suchaktion in Brandenburg gab es am Freitag jedoch nicht. Ob am Wochenende etwas geplant ist, ist bislang noch nicht bekannt, wie eine Polizeisprecherin sagte.

6.37 Uhr: Laut einem Bericht der Bild sitzt Florian R. in Europas größter Untersuchungs-Haftanstalt in Berlin-Moabit - und zwar in Einzelhaft. Er soll eine zwölf Quadratmeter große Zelle haben, die spärlich eingerichtet ist. Mit einem Bett, einem Stuhl und einem Tisch. Ein Insider verrät Bild: „Der Insasse kam in Hemd und Jogginghose, ganz locker daher. Sein Blick wirkte offen und freundlich. So gar nicht wie ein Mann, der unter Totschlagverdacht steht.“

6.15 Uhr: Rebbecas Vater Bernd Reusch vermutet, dass sich seine Tochter am Tag ihres Verschwindens mit einem Unbekannten aus dem Internet treffen wollte. „Das haben wir auch von Anfang an der Polizei mitgeteilt“, sagt Reusch der Berliner Morgenpost. Das Profil des Unbekannten soll jedoch am 20. Februar gelöscht worden sein. Rebecca Reusch verschwand am 18. Februar.

Zwischen der Familie der Vermissten und den Ermittlern sind zwischenzeitlich Differenzen entstanden. „Es ist nicht hilfreich, wenn Einzelheiten über Exklusivberichte an die Öffentlichkeit gegeben werden“, heißt es auf Nachfrage der Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen.

Donnerstag, 14. März

22.01 Uhr: Ob die Anwältin des Verdächtigen Haftbeschwerde eingelegt hat, blieb bislang unklar. Petra Klein sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich habe eine Verschwiegenheitsverpflichtung gegenüber meinem Mandanten und die nehme ich ernst." Bei der Staatsanwaltschaft war eine solche Beschwerde bis zum Donnerstagnachmittag nicht bekannt.

Mit einer Haftbeschwerde soll die Entlassung aus der U-Haft erreicht werden. Es muss dann gerichtlich überprüft werden, ob ein Amtsrichter zu Recht die U-Haft angeordnet hat. Bei der Polizei hieß es, die Suche nach dem Mädchen werde fortgesetzt. In welcher Form, müsse immer wieder neu bewertet werden.

16.55 Uhr: Die Polizei gibt neue Details zur Suchaktion im Fall Rebecca bekannt.

Es gibt zwar bis jetzt keine neuen Hinweise zum Verbleib der 15-Jährigen, wie ein Polizeisprecher sagte. Dafür will die Polizei jetzt mit einem Spezialhund einen bestimmten Bereich absuchen. Zwei Beamten sollen noch am Donnerstag mit dem Spezialhund die Suche beginnen. Im welchen Gebiet die Suche aufgenommen wird, wollte die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht mitteilen.

Zuletzt hat die Polizei am Mittwoch einige Bereiche im Brandenburger Wald abgesucht. Ermittler der Mordkommission, Kriminaltechniker sowie 14 Kräfte des Technischen Hilfswerks waren bei dem Ort Rieplos 50 Kilometer südöstlich von Berlin im Einsatz. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde die Suche eingestellt.

Dem 27-jährigen Schwager von Rebecca wird vorgeworfen, sie getötet zu haben. Er sitzt zur Zeit in der U-Haft. Ob die Anwältin des Verdächtigen Haftbeschwerde eingelegt hat, bleibt bislang unklar. Sollte die Haftbeschwerde eingehen, kann der 27-Jähriger aus der Haft entlassen werden.

Mittlerweile sind mehr als 1.400 Hinweise zu dem Fall Rebecca aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen. Die Suche nach dem Mädchen geht weiter.

14.35 Uhr: Neue Entwicklung im Fall Rebecca? Ein zweiter Twingo ist aufgetaucht.

Hintergrund: Florian R. sitzt in U-Haft. Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, etwas mit dem rätselhaften Verschwinden seiner Schwägerin Rebecca Reusch zu tun zu haben. Auch sein Auto wurde untersucht: Ermittler fanden Haare des Mädchens und Fasern, die zu der ebenfalls verschwundenen Decke gehören sollen. Zudem sei Florian R. kurz nach dem Verschwinden Rebeccas auf einer Autobahn Richtung Brandenburg unterwegs gewesen, Kameras zeichneten die Fahrt auf. Kurze Zeit später gingen bei der Polizei Hinweise ein: Zeugen sollen den Twingo an einem Waldstück bei Storkow gesehen haben.

Wie die Bild jetzt berichtet, ist das Auto (beerenfarbener Twingo) des Schwagers gar nicht so einzigartig. Denn in dem Dorf, in dem das Waldgebiet durchkämmt wird, wohnt ein Paar mit einem identischen Auto. Der Verdacht liegt nahe, dass die Zeugen dieses Auto und nicht das Auto von Rebeccas Schwager dort gesehen haben. Doch der Montageschlosser, der sich das Auto mit seiner Frau teilt, gibt Entwarnung: „In den letzten Wochen stand der Twingo hauptsächlich vor unserer Tür rum.“ Für die Arbeit benutze seine Frau außerdem einen Firmenwagen. Er ergänzt: „Und auf dem Waldweg bei Rieplos war sie garantiert nicht mit dem Twingo.“

Die Polizei wollte sich auf Anfrage dieser Redaktion nicht zu dem Bericht äußern.

13.28 Uhr: Rebeccas Schwester Vivien teilte auf ihrem Instagram-Kanal eine Nachricht, die an die vermisste Schülerin gerichtet ist. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, Rebecca noch lebend zu finden. „Ich spüre, dass du lebst. Twinnie, bleib stark! Wir werden dich finden!“, schreibt Vivien. Dazu postet sie ein Selfie, das sie und ihre kleine Schwester zeigt. Die Mädchen lachen in die Kamera, über das Bild fliegen rosarote Herzen.

10.05 Uhr: Rebeccas Mutter berichtete gegenüber dem Promi-Magazin Bunte, dass ihre Tochter einen Mann im Internet kennengelernt hatte. Er soll „Max“ oder „Maxi“ heißen. Anscheinend wollte sich die 15-Jährige auch mit dem Unbekannten treffen. Rebeccas Schwester Vivien stellt jetzt bei Instagram klar: „Die Polizei weiß seit Tag eins davon. Es ist nur jetzt erstmalig in den Medien aufgetaucht“, behauptet sie in ihrer Story. Ob die Beamten auch in diese Richtung ermitteln, ist nicht bekannt.

7.36 Uhr: Für die Beamten stellt die Suche nach der vermissten Rebecca Reusch eine enorme Belastung dar. Dessen ist sich Christian Soulier, Chef der Mordkommission Trier, sicher. Wie sich die Berliner Kollegen derzeit fühlen dürften, kann Soulier gut nachvollziehen: Er suchte 2007 nach der vermissten Tanja Gräff. Per Zufall wurde ihre Leiche 2015 gefunden.

„Es ist eine sehr problematische Situation für die Kollegen. Es gibt ja noch immer die Möglichkeit, dass sie lebt. (...) Andererseits muss die Soko damit rechnen, dass das Mädchen tot ist. Diese Ungewissheit ist sehr belastend.“, sagt Soulier im Interview mit Focus Online. Auf die Frage hin, ob es Wutausbrüche nach der erfolglosen Suche gibt, antwortet Soulier: „Natürlich kommt so etwas vor. Es gibt Tage, an denen man sehr optimistisch ist, weil man eine vermeintlich gute Spur hat. Das Team ist euphorisch. Am Abend stellt sich dann heraus, dass an der Spur nichts dran war. Da lassen Kollegen schon mal den Kopf hängen.“

6.12 Uhr: Die Anwältin von Florian R. hat laut Informationen der Bild Haftbeschwerde eingelegt. Das hat die Zeitung aus Kreisen der Staatsanwaltschaft erfahren. In welchem Stadium sich das Verfahren gerade befindet, könne man zur Zeit aber nicht sagen. Klar scheint aber: Die Haftbeschwerde unterliegt dem Beschleunigungsgebot. Sollte Florian R. freikommen, könnte aber dennoch ein neuer Haftbefehl gegen ihn verkündet werden. Rebecca Reusch wird seit knapp vier Wochen vermisst.

Mittwoch, 13. März

16.57 Uhr: Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks setzte die Polizei am Mittwoch ihre Untersuchungen in dem Wald 50 Kilometer südöstlich von Berlin fort.

„Das läuft auf unbestimmte Zeit“, kündigte ein Polizeisprecher an. THW-Kräfte setzten ein Bodenradargerät ein, wie ein Fotograf berichtete. Damit kann man Auffälligkeiten im Erdreich erkunden.

Forensiker Mark Benecke – „Die Leiche ist für den Fall nicht das Entscheidende“

15.53 Uhr: Die Ermittler gehen mittlerweile von Rebeccas Tod aus. Von ihrer Leiche fehlt jedoch bislang jede Spur. Die Leiche sie bei einer möglichen Verurteilung des Schwagers allerdings nicht entscheidend. Das sagt zumindest Mark Benecke. Deutschlands bekanntester Forensiker erklärt im Interview mit DER WESTEN, wie die Polizei vorgeht und an welchen Fall ihn an Rebecca erinnert. Hier geht es zum kompletten Interview mit Deutschlands bekanntestem Forensiker >>>

14.12 Uhr: War vielleicht doch alles ganz anders? In einem Exklusiv-Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ spricht Rebeccas Mutter erstmals nach all den Wochen seit dem Verschwinden ihrer Tochter davon, dass die 15-Jährige im Internet einen Mann kennengelernt hat. „Max oder Maxi“ hieße der und Rebeccas Mutter schließt nicht aus, das sich die beiden getroffen haben könnten.

14.02 Uhr: Rebeccas Schwester Jessica gibt die Hoffnung nicht auf, dass die 15-Jährige noch lebend gefunden werden könnte. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit. Bei Instagram (Privatprofil) postete Jessica am Mittwochmittag ein Bild von sich selbst mit Rebecca aus glücklichen Tagen.

Beide Gesichter sind durch einen rosaroten Filter ein bisschen verfremdet, Herzchen schweben über ihren Köpfen. Die Liebe zu ihrer Schwester schwingt auch in Jessicas Worten mit, die sie direkt an Rebecca richtet:„Ich spüre dass du lebst. Twinnie, bleib stark! Wir werden dich finden!“

13.46 Uhr: Das THW habe auch am Mittwoch wieder „Spezialtechnik“ dabei, sagte der Sprecher, ohne den Begriff genauer zu erläutern.

13.35 Uhr: Etwa zwei Kilometer nördlich des derzeitigen Suchortes Rieplos verläuft die Autobahn von Berlin nach Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers von Rebecca am Tag des Verschwindens und am nächsten Tag erfasst worden.

Bereits von Donnerstag bis Samstag hatten eine Hundertschaft Polizisten sowie Experten mit Leichensuchhunden einen Wald bei dem Ort Kummersdorf, nicht weit von der Autobahn entfernt, durchkämmt. Gefunden wurde nichts.

11.32 Uhr: Die Berliner Kriminalpolizei sagt zur Suche nach der vermissten 15-jährigen Rebecca: „Wir sind wieder dort, wo wir gestern aufgehört haben.“ Mitglieder der Mordkommission sowie das Technische Hilfswerk (THW) mit „Spezialgerät“ seien in dem Wald bei dem Ort Rieplos 50 Kilometer südöstlich von Berlin im Einsatz.

Ob auch wieder Kriminaltechniker und Suchhunde dabei sind, blieb unklar. „Alles weitere wird sich zeigen, je nachdem, was sich vor Ort ergibt.“ Ob auch am Mittwoch wieder bis zum Abend gesucht werde, hänge vom Verlauf ab.

Am Dienstag hatten Spezialisten der Kripo in weißen Schutzanzügen nach Spuren auf dem Boden am Waldrand Ausschau gehalten. Dabei hielten sie auch eine Abbildung von Reifenspuren zum Vergleich in der Hand.

10.54 Uhr: Am Mittwoch ist die Suche nach Rebecca wieder angelaufen. Seit 10 Uhr morgens sind Einsatzkräfte der Mordkommission und des Technischen Hilfswerks (THW) wieder nahe Rieplos unterwegs, um nach der vermissten 15-Jährigen aus Berlin zu suchen.

6.47 Uhr: Trotz der intensiven Suche von Polizei und THW am Wolzinger See in der Nähe von Berlin bleibt Rebecca Reusch weiter verschwunden. Am Dienstag hatten die Einsatzkräfte weiter nach der 15-Jährigen gesucht, obwohl vorherige Aktionen in dem angrenzenden Waldstück bei Rieplos ergebnislos geblieben waren. Danach hatte die Polizei zunächst angekündigt, in der Gegend nicht weiter nach Rebecca suchen zu wollen.

Hat der Einsatz am Dienstag neue Erkenntnisse gebracht? Dazu wollte sich die Polizei nicht äußern.

Ob die Suchaktion am Mittwoch fortgesetzt wird, ist am frühen Morgen noch nicht bekannt.

Dienstag, 12. März

22.45 Uhr: Die Suche nach der verschwundenen Rebecca wurde am Dienstagabend ohne Erfolg vorläufig beendet. Nach Einbruch der Dunkelheit verließen die Kriminaltechniker und das Technische Hilfswerk einen Wald bei Rieplos, nahe der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Hinweise der Bevölkerung hatten die Ermittler in die Gegen geführt. Ob die Suche am Mittwoch fortgesetzt wird, konnte die Polizei noch nicht sagen.

16.51 Uhr: Die Polizei und das THW ist mit Spezialtechnik im Einsatz. „Es geht jetzt darum, sich auszutauschen und zu sehen, wo kann man noch mal intensiv suchen. Da hat das THW andere Erfahrungen als unsere Leute“, sagte eine Polizeisprecherin. THW, Mitglieder der Mordkommission, Kriminaltechniker und Hundeführer mit drei Leichenspürhunden und einem weiteren Suchhund suchen am Ufer des Wolziger Sees.

14.06 Uhr: Bei der Suche nach Rebecca am Wolziger See 50 Kilometer südöstlich von Berlin hilft nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch das Technische Hilfswerk (THW) mit Booten. Das konnte die Pressestelle der Polizei zunächst jedoch noch nicht bestätigen.

13.23 Uhr: Neue Infos: Die Polizei sucht nun doch wieder nach Rebecca im Wald. Die Suche bei Storkow wird fortgesetzt, wie der RBB berichtet. Dort wurde bereits in der vergangenen Woche intensiv gesucht, jedoch ohne Erfolg.

13.02 Uhr: Die Suche nach der verschwundenen Rebecca ist ins Stocken geraten. Die Polizei wertet weiter Hinweise aus. Neue Erkenntnisse gibt es nicht.

9.44 Uhr: Warum hatte die Polizei im Wald in Brandenburg nach Rebecca gesucht? Zwei Reiterinnen hatten angegeben, einen Mann dort gesehen zu haben, auf den die Beschreibung von Rebeccas Schwager passt. Außerdem soll der himbeerrote Kleinwagen dort gesehen worden sein. Das berichtet die „BZ“.

Die Polizei suchte dort tagelang ohne Erfolg. Dort weiterzusuchen ergebe nach Angaben einer Polizeisprecherin keinen Sinn. Aber: „Das kann sich von Tag zu Tag ändern“, sagte sie dem Blatt.

Montag, 11. März

22.21 Uhr: Gegenüber RTL machte Rebeccas Familie nun öffentlich, wie sie unter der aktuellen Situation leidet. „Wir kriegen komische Anrufe, dass wir die Mörder sind“, so Rebeccas Schwester im Gespräch mit dem Sender über die schockierenden Anschuldigungen: „Wir verheimlichen nichts. Natürlich machen wir uns Sorgen um unsere Tochter.“

19.04 Uhr: Die Arbeit der Polizei wird in Expertenkreisen nicht unkritisch gesehen. So wird heftig kritisiert, dass die Polizei den Schwager als Verdächtigen benannt hat. Der Vorwurf: Die Unschuldsvermutung werde so ausgehebelt. Der Schwager steht schon als Täter da, obwohl es nicht einmal eine Anklage gegen ihn gibt. Stefan Conen, Verteidiger von Rebeccas Schwager sagte im RBB-Inforadio: „Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens.“

17.24 Uhr: Am Montag wurde nichts über neue Suchaktionen bekannt. Stattdessen prüft die Polizei alle Hinweise aus der Bevölkerung. Es sind inzwischen mehr als 1200. „Das wird noch viel Zeit kosten“, sagte eine Polizeisprecherin.

12.04 Uhr: Sollte die Anwältin von Florian R. den Haftprüfungstermin nicht unverzüglich beantragen, könnte der 27-Jährige bis zu sechs Monate lang im Gefängnis bleiben.

9.56 Uhr: Kommt Rebeccas Schwager bald schon frei? Die Polizei hat offenbar noch nichts Belastendes in der Hand. Bei einer Haftprüfung wird darüber entschieden, ob der Beschuldigte weiter in Haft bleiben muss. Ein solcher Termin wurde von seiner Anwältin laut „Bild“ noch nicht beantragt.

„Die mündliche Verhandlung ist unverzüglich durchzuführen“, schreibt das Gesetz. vor. Ein solcher Haftprüfungstermin muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Antrag ausgeführt werden. Warum die Anwältin noch keine Haftprüfung beantragt hat ist nicht klar.

7.42 Uhr:

  • Rebecca Reusch (15) aus Berlin bleibt weiterhin verschwunden.
  • Damit wächst der Druck auf die Berliner Polizei, die noch immer mit leeren Händen dasteht. Sie glaubt, dass Rebecca tot ist.
  • Rebeccas Schwager Florian R. (27) ist der Hauptverdächtige in dem Fall. Er sitzt in U-Haft und schweigt. Eine mysteriöse Autofahrt Richtung Polen belastet ihn unter anderem.
  • Der Vater von Rebecca soll behauptet haben, diese Fahrt habe etwas mit Drogendeals in Polen zu tun und fleht seinen Schwiegersohn an, endlich zu reden.
  • Die Kriminalpolizei wertet die mehr als 1200 Hinweise aus, die mittlerweile aus der Bevölkerung eingegangen sind.

Sonntag, 10. März

22.39 Uhr: Der Strafverteidiger Stefan Conen hatte im RBB-Inforadio kritisiert, dass der beschuldigte Schwager schon als Täter dargestellt werde, obwohl in jedem Ermittlungsverfahren die Unschuldsvermutung gelte. „Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens.“ Dass immer wieder belastende Informationen aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei bekannt würden, sei „irreparabel, das gefährdet ein faires Strafverfahren“.

Die Familie Rebeccas glaubt nach wie vor an die Unschuld des Schwagers. Deswegen hat nun auch der Vater von Rebecca die Autofahrten des Schwiegersohns öffentlich erklärt. Es seien Fahrten wegen eines Drogendeals gewesen.

20.05 Uhr: Ist der Schwager der vermissten Rebecca wegen eines Drogendeals mit dem Auto seiner Frau unterwegs gewesen? Das behauptet nun sein Schwiegervater, Papa von Rebecca. Der Verdächtige habe den Ermittlern nichts dazu gesagt, da er Angst gehabt habe vor einer Strafverfolgung wegen Drogen.

18.33 Uhr: Im Fall der vermissten Rebecca hat es nun möglicherweise eine Wende gegeben. So soll die mysteriöse Autofahrt des Schwagers geklärt worden sein. Wie Bild berichtet soll der Schwager gegenüber Rebeccas Vater angegeben haben, dass er wegen eines Drogendeals nach Polen gefahren sei.

Gegenüber den Ermittlern schweigt Florian R. nach wie vor. Waren Drogen der Grund für die rätselhafte Fahrt am Tag von Rebeccas Verschwinden?

13.39 Uhr: Die Polizei meldet: Inzwischen seien mehr als 1200 Hinweise zum Verschwinden von Rebecca Reusch eingegangen. Diese müssten nun alle bearbeitet werden. Nach Informationen der "Bild" will die Polizei die Hinweislage jetzt noch einmal neu bewerten.

10.15 Uhr: Die Berliner Polizei hat ihre Suche nach Rebecca Reusch in einem Waldstück bei Kummersdorf in Brandenburg für beendet erklärt. „Die Suchmaßnahmen an dem Ort sind gestern abgeschlossen worden, leider ohne Erfolg“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Derzeit ist es für heute nicht vorgesehen, woanders zu suchen“, sagte die Sprecherin.

Drei Tage lang hatten jeweils Hundertschaften der Polizei den weitläufigen Kiefernwald rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin mit Leichensuchhunden und anderen Spürhunden systematisch durchkämmt, ohne etwas zu finden.

Rebecca Reusch war vor drei Wochen aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden und morgens nicht in der Schule erschienen. Als dringend tatverdächtig gilt der 27 Jahre alte Schwager, der in Untersuchungshaft sitzt. Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass Rebecca getötet wurde.

8.30 Uhr: Die Polizei will sie Suche nach Rebecca Reusch am Sonntag nicht fortsetzen. Die Tage davor hatten die Ermittler ein Waldstück in Brandenburg durchkämmt - ohne Ergebnis.

Die Hoffnung der Familie bleibt. Rebeccas ältere Schwester hat in der Nacht auf Sonntag ein Bild in einer Story veröffentlicht, dazu die Worte: „Ich hoffe, meine Gebete werden erhört“ und „Ich liebe dich, Prinzessin“.

Rebecca Reusch vermisst: Die letzten Tage in der Chronologie

Samstag, 9. März

Die Suche im Fall der verschwundenen 15-jährigen Rebecca Reusch aus Berlin ging auch am Samstag weiter. Die Suche wurde in einem weitläufigen Waldgebiet südöstlich von Berlin fortgesetzt. Wieder ohne Erfolg – deshalb wird die Suche dort nicht fortgesetzt.

Eine Anklage könnte dem verdächtigen Schwager des Mädchens auch ohne Leichenfund drohen. „Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche“, erklärt Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) die allgemeine Rechtslage. Für die Ermittler steige damit allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden, sagte Lilie der Deutschen Presse-Agentur.

„Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde“, sagte Lilie. “In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat.“

Das Verschwinden von Rebecca Reusch bleibt ein Rätsel. Besonders mysteriös: das Verhalten von Rebeccas Familie. Ihr Eltern und eine Schwester irritierten immer wieder mit Aussagen, selbst die Ermittler reagierten darauf zunehmend genervt. Wer ist wer in der Familie? Zur engeren Familie gehören die beiden verheirateten Eltern, Rebeccas ältere Schwester Vivian (23) sowie ihre älteste Schwester Jessica (27) und deren Ehemann, der mittlerweile verhaftete Schwager Florian R. (27). Wer positionierte sich wie?

  • Rebeccas Vater Bernd (55): Der Berliner Familienvater trat mittlerweile häufiger vor die Kameras und äußerte sich zum Verschwinden seiner Tochter. Er glaubt weiterhin an die Unschuld seines Schwiegersohns und äußerte sich nebulös. Die These der Ermittler: Florian R. war mit dem himbeerroten Twingo von seiner Frau Jessica unterwegs, um möglicherweise die Leiche von Rebecca zu entsorgen. Dafür gibt es Beweise. Kameras nahmen das Fahrzeug auf, im Auto wurden Spuren von Rebecca gefunden. Doch der Vater glaubt nicht daran. Angeblich gab es andere Gründe für die Fahrten des 27-jährigen Kochs mit dem Auto. „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf“, sagte er RTL. In den letzten Tagen hat er seine Meinung aber noch mal geändert. Nun appellierte er an seinen Schwiegersohn, sie endlich zu erklären, damit die Suche in die "richtige Richtung" laufen könne.
  • Rebeccas Mutter: Sie muss momentan durch die Hölle gehen. Auch sie hat sich mittlerweile öffentlich zu dem Fall geäußert, sagte zum Beispiel gegenüber Bild: „Dass frische Haare in dem Auto sind, ist logisch, weil Jessicas Tochter noch am Vortag mit Rebecca im Auto spielen wollte, als sie vom Spielplatz kam.“ Sie findet die Argumentation ihres Schwiegersohns schlüssig.
  • Schwester Vivian (23): Vivian hat das Verschwinden ihrer kleinen Schwester massiv publik gemacht. Sie postet verzweifelte Hilfe-Ersuchen bei Instagram, organisierte Suchtrupps, äußert sich immer wieder zu dem Fall. Aber: Auch sie hält weiter zu ihrem verdächtigen Schwager. „Es ist noch nichts bewiesen“, sagte Rebeccas Schwester gegenüber der Berliner Zeitung. Für den 27-Jährigen gelte weiterhin „die Unschuldsvermutung".
  • Die älteste Schwester Jessica (27): Sie ist mit dem Hauptverdächtigen verheiratet, hat eine kleine Tochter. Die Nacht ihres Verschwindens verbrachte ihre kleine Schwester in ihrem Haus in Neukölln. Sie brachte die Tochter zur Kita, in der Zeit waren ihr Mann Florian R. und Rebecca allein im Haus. Sie ist die einzige, die sich bisher nicht öffentlich zu dem Fall geäußert hat.
  • Schwager Florian R. (27): Er gilt als tatverdächtig, sitzt in Haft. Während der Ermittlungen verstrickte er sich in Widersprüche – zu den heftigen Vorwürfen schweigt er aber. Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe: Der 27-Jährige könnte der Täter sein und will sich selbst nicht belasten – oder er hat sich einer anderen Straftat schuldig gemacht. Dies könnte erklären, warum Vater Bernd „von einer anderen Sache“ sprach.

Inzwischen seien in den knapp drei Wochen seit dem Verschwinden von Rebecca Reusch mehr als 1000 Hinweise zu dem Fall eingegangen, sagte die Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Hinweise würden alle geprüft und dann je nach möglicher Bedeutung priorisiert.

Freitag, 8. März

Die Suche im Fall der verschwundenen 15-jährigen Rebecca aus Berlin ging weiter. Die Polizei setzte die Suche in einem Waldstück bei Storkow fort. Unweit der A12, nahe dem Ort Kummersdorf bei Storkow, liegt der Wald. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Warum die Polizei ausgerechnet dort suchte, wurde nicht bekannt.

Die Suche der Hundertschaft mit speziell ausgebildeten Spürhunden wurde erneut erfolglos beendet.

Die Staatsanwaltschaft kritisierte die Familie von Rebecca. „Es bringt immer eine gewisse Unruhe rein und es ist für die Ermittlungen immer ein bisschen störend, wenn zu viele Interviews von außen in die Ermittlungen reinwirken“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin im Interview mit der „Welt“.

Steltner fasste am Freitagmorgen in der „Welt“ nochmal zusammen: „So traurig es ist, wir haben keinerlei Hinweise darauf, dass Rebecca noch lebt. Wir müssen davon ausgehen, dass sie tot ist und wir haben einen Beschuldigten, der sich in Untersuchungshaft befindet wegen Totschlags.“

Steltner erklärte gegenüber der „Welt“, warum das Foto des Schwagers veröffentlich wurde: „Wir haben eine Indizienlage und einen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten. Wir wissen nach wie vor nicht, wo Rebecca ist. Der Beschuldigte äußert sich nicht. Er hat sich spärlich geäußert. Das Äußerungsverhalten steht nicht in Einklang mit den Ermittlungsergebnissen, die wir haben, da geht es um mehrere Faktoren, die dem entgegenstehen.“

Die Familie von Rebecca zeigte sich bislang immer von der Unschuld von Rebeccas Schwager überzeugt. Warum? Darüber hat DERWESTEN mit Kriminalpsychologin und Buchautorin Lydia Benecke gesprochen.

Zu den Aussagen der Familie erklärt sie: „Jeder Mensch will glauben, dass er in seiner Familie sicher ist, dass es der sichere, kleine Kosmos ist. Kriminalstatistiken sprechen dagegen. Sowohl Sexual- als auch Tötungsdelikte werden am häufigsten im sozialen Nahfeld, also unter Familienangehörigen, Partnern und Freunden begangen. Diese statistischen Erkenntnisse widersprechen aber dem ganz normalen Bauchgefühl und dem Glauben, unter Menschen, die einem nahe stehen, sicher zu sein.“

Allein die Vorstellung, dass ein Familienmitglied einem anderen schweren Schaden zugefügt haben könne, sei extrem erschütternd und die schlimmste, vorstellbare Konstellation.

„Sie erschüttert das fundamentale Gefühl von Sicherheit und Vertrauen innerhalb der eigenen Familie. Da ist es eine ganz normale Reaktion der Psyche, eine solche Möglichkeit auch nur zu erwägen, abzuwehren und an jede denkbare Alternativhypothese zu glauben, die weniger bedrohlich für die eigene Wahrnehmung und Empfindung ist“, erklärt die Kölnerin.

Donnerstag, 7. März

Die Polizei startete die erste Suchaktion in einem Wald in Brandenburg. Ein konkreter Hinweis war der Auslöser für den Polizeieinsatz. Am Abend wurde die Suche der Hundertschaft ohne Ergebnis beendet.

Bereits am Nachmittag musste die Suche nach Rebecca unterbrochen werden – die Lichtverhältnisse seien zu schlecht gewesen. „Wir müssen uns den Lichtverhältnissen anpassen“, erklärte eine Sprecherin der Polizei.

Rebeccas Vater appelliert in einem Interview mit RTL: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“ Die Familie glaubt aber nach wie vor an die Unschuld des Schwagers: „die haben sich so gut verstanden".

Am Abend zuvor behandelte die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY den Fall Rebecca. Im Anschluss daran gingen Hunderte neue Hinweise bei der zuständigen Berliner Mordkommission ein. „Die werden jetzt alle abgearbeitet. Das wird eine Zeit lang dauern“, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen hat. Der Schwager soll zu dem Zeitpunkt alleine dort mit ihr gewesen sein. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Router-Daten im Haus des Schwagers.

Die Polizei setzt alles auf diese Spur. Deshalb wurden die Bilder des Tatverdächtigen und des Auto veröffentlicht, obwohl dieser schon in U-Haft sitzt.

Was vor dem 7. März passierte: hier nachlesen

(ms/bs/ak/pen/mj/cs/mb/lin/db/ses/dpa)