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Ex-„Tagesschau“-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot – so würdigt ARD ihm

Der ehemalige Sprecher der „Tagesschau“, Wilhelm Wieben, ist tot.
Der ehemalige Sprecher der „Tagesschau“, Wilhelm Wieben, ist tot.
Foto: dpa

Hamburg.  Der ehemalige Sprecher der „Tagesschau“, Wilhelm Wieben, ist tot.

Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilt.

Ex-Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Wilhelm Wieben war insgesamt 32 Jahre lang Sprecher der Tagesschau.

Seine Mitarbeit begann 1966 bei ARD-aktuell in Hamburg: zunächst im „Off“, ab 1972 im „On“, also im Bild sichtbar.

Erste 20-Uhr-Tagesschau im Jahr 1974

1974 folgte seine erste 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau. 1998 verließ Wieben die Sendung auf eigenen Wunsch.

Falko, Udo Lindenberg und Fettes Brot huldigten Wilhelm Wieben

Der gebürtige Dithmarscher, der später in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf.

Nach seiner letzten „Tagesschau“ blieb Wieben konsequent: „Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei“, sagte er einmal. Da hatten ihn Musiker wie Falco („Jeanny“), Udo Lindenberg („Mein Ding“) und die Band Fettes Brot („Können diese Augen lügen“) bereits in Songs verewigt.

Homosexualität: Inge Meysel outete Wilhelm Wieben öffentlich

Für Schlagzeilen um ihn sorgte Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem Stern-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: „Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben“, sagte Meysel.

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Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später und erklärte: „Inzwischen habe ich eigentlich kein Verständnis dafür, wenn jemand aus seiner Homosexualität ein Geheimnis macht.“

Tagesschau gedenkt Kollegen

„Sachlich, korrekt und stilsicher“, begann Susanne Daubner ihre Hommage an Wieben. Dazu wurde noch einmal ein Interview mit Wieben gezeigt, in dem er über seinen ersten Auftritt spricht: „Ich war nah am Ersticken, als ich die Seite zu Ende gelesen habe“. Später sei es besser gewesen. (dpa/lin)