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Fall Jeffrey Epstein: Bizarres Bild aufgetaucht

Am 10. August wurde der US-Millionär Jeffrey Epstein tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Er war wegen vielfachem sexuellen Missbrauch minderjähriger Mädchen angeklagt.

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Der Fall um den verstorbenen Jeffrey Epstein wird immer mehr zu einem Politikum. Der US-Millionär hat sich in seiner eigenen Knast-Zelle umgebracht, er soll sich Medienberichten zufolge erhängt haben. Jeffrey Epstein wurde 66 Jahre alt.

Der US-Unternehmer soll zwischen 2002 und 2005 dutzende minderjährige Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution genötigt haben, das warf ihm die Staatsanwaltschaft von New York zuletzt vor.

Jeffrey Epstein: Enge Kontakte zu Donald Trump und Prinz Andrew

Jeffrey Epstein hatte enge Kontakte zu vielen Prominenten und Politikern, darunter auch Bill Clinton, Prinz Andrew und Donald Trump. In seinem Büro sollen sogar Bilder von Bill Clinton und Woody Allen hängen.

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Der mysteriöse Tod Epsteins wirft jetzt immer mehr Fragen auf, nun soll es auch interne Ermittlungen im US-Justizministerium geben.

Alle Infos zum Fall Epstein im News-Blog:

Donnerstag, 15. August:

11.11 Uhr:. Wie unter anderem die New York Post und auch die Bild berichten, soll auch der Sohn der Queen, Prinz Andrew, angeblich in Jeffrey Epsteins Sex-Skandale verwickelt gewesen sein. Auch er solle mit einem Mädchen, Virginia Giuffre, geschlafen haben. Das behauptete die Frau wohl bereits vor einigen Jahren.

Kennengelernt habe Epstein Virginia Giuffre in einem Luxus-Club von Donald Trump in Florida. Damals verteilte das junge Mädchen dort Handtücher.

Die heute 35-jährige Frau soll behauptet haben, dass sie mehrmals Sex auf Druck Epsteins mit dem Prinzen hatte: unter anderem auch auf dessen Karibik-Insel in 2002. Dort sei sie aber schon volljährig gewesen. Ein gemeinsames Foto der beiden solle das beweisen.

Bereits 2015 soll sie in einem Zivilprozess gegen Epstein geklagt haben.

Der Buckingham Palast habe die Vorwürfe rigoros zurückgewiesen. „Der Herzog von York hatte keinen sexuellen Kontakt mit Virginia Giuffre. Jede andere Behauptung ist falsch und unbegründet“, ließ der Palast verkünden.

Es könnte sogar sein, dass das FBI den Herzog von York verhören werde, so die Bild.

Sonntag, 17. August:

Im Fall um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein ist nun ein bizarres Bild aufgetaucht: Im New Yorker Stadthaus von Epstein soll ein bizarres Bild gehangen haben, wie unter anderem die „New York Post“ berichtet.

Das Ölgemälde zeigt den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in einem schulterfreien Kleid und mit roten High Heels. Clinton und Jeffrey Epstein kannten sich.

Das Bild stammt von der Künstlerin Petrina Ryan-Kleid. Sie wusste laut Medienberichten nicht, dass ihr Gemälde im Besitz von Jeffrey Epstein war.

Mittwoch, 14. August:

22.43 Uhr: Der Grund für die Beurlaubung der beiden Gefängniswachen, die Epstein im Auge behalten sollten, wird klarer: Die beiden haben nach einem Medienbericht in seiner Todesnacht im Dienst geschlafen. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden Beamten in der Gefängniseinheit Epsteins eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert. Das berichtete die „New York Times“ am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Ermittlungs- und Gefängnisbeamte.

Epstein nahm sich mutmaßlich in dieser Zeit das Leben. Der 66-Jährige wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt am vergangenen Samstagmorgen gefunden und später in einem Krankenhaus für tot erklärt.

6.25 Uhr: Am Samstag sorgte Donald Trump für mächtig Aufsehen, als er sich bei Twitter zum Tod von Jeffrey Epstein äußerte. Er hatte eine Twitter-Nachricht zum mysteriösen Suizid des US-Milliardärs weiterverbreitet. Dabei handelte es sich um eine Verschwörungstheorie, die den demokratischen Ex-Präsidenten Bill Clinton mit dem Tod in Verbindung brachte. Jetzt rudert der amtierende US-Präsident zurück.

Am Dienstag sagte er vor Journalisten in Morristown (New Jersey), dass es sich um den Tweet eines „hoch angesehenen konservativen Experten“ handelte. „Das war ein Retweet, das war nicht von mir, das war von ihm“, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob er wirklich glaube, dass die Clintons in den Tod von Epstein involviert seien, sagte Trump: „Ich habe keine Ahnung.“

6.09 Uhr: Nach dem Tod von Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle in New York gab es jetzt erste Konsequenzen: Der Direktor der Haftanstalt sei auf Veranlassung von Minister William Barr während der laufenden Untersuchungen versetzt worden. Zudem wurden die beiden Wachen, die mit der Aufsicht Epsteins in dessen Todesnacht betraut waren, beurlaubt, teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstag (Ortszeit) mit.

Dienstag, 13. August:

9.25 Uhr: Für Aufregung sorgt ein Artikel über Jeffrey Epstein von vor einem Jahr: Damals hatte ein Reporter der „New York Times“ Jeffrey Epstein in seinem Anwesen in Manhattan besucht, um mit ihm über Beziehungen zu Tesla zu sprechen. Schon damals soll der US-Millardär offen zugegeben haben, dass er viele reiche und prominente Menschen kenne und Fotos von ihnen habe. Er kenne deren Geheimnisse - ihre sexuellen Neigungen und auch den Drogenkonsum.

Über seine skandalöse Vergangenheit soll er auch offen geplaudert haben - auch darüber, dass er als Sexualstraftäter registriert war und Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Dafür schien er sich auch nicht entschuldigen zu wollen, schreibt der Autor der „New York Times“.

Er habe auch betont, dass Sex mit minderjährigen Mädchen in unserer Kultur zwar eine Abweichung darstelle, aber es auch Zeiten gegeben habe, in denen das akzeptiert wurde - und kommt zu einem bizarren Vergleich: Homosexualität sei ja auch oft als Verbrechen angesehen worden, inzwischen aber nicht mehr, soll Epstein erzählt haben.

In Epsteins Büro hängen Bilder von Bill Clinton oder Woody Allen

Interessant auch diese Beobachtung des Reporters: An den Wänden des Büros in Manhattan hingen Bilder von ihm mit Bill Clinton oder Woody Allen - beides Männer, denen ebenfalls Missbrauch vorgeworfen wurde.

Zuletzt habe Jeffrey Epstein ihn gefragt, ob er seine Biographie schreiben wolle, was der Reporter verneinte. „Einer meiner ersten Gedanken, als ich vom Selbstmord Epsteins hörte, war, dass viele einflussreiche Männer und auch einige Frauen, tief durchatmen können. Was immer Epstein auch wusste, er hat es mit ins Grab genommen“, schreibt der Journalist.

8.40 Uhr: FBI-Agenten durchsuchten am Montag (Ortszeit) die Karibik-Insel Little Saint James des Milliardärs. Das berichtet die Daily Mail. Diese Insel werde schon „Pedophile Island“ genannt. Mit Schnell-Booten sollen Dutzende FBI-Agenten am Pier angelegt haben. Hat er dort minderjährige Mädchen als Sexsklaven gehalten und sie in einem versteckten Tempel sexuell missbraucht? Bislang gibt es aber noch keine hinreichenden Beweise für die Vorwürfe.

Diese Untersuchung wurde angeregt, nachdem am Freitag ein 2000 Seiten langes Dokument veröffentlicht wurde, das den Missbrauch von minderjährigen Mädchen beschreibt.

8.25 Uhr: Unterdessen kommen immer mehr Details über die Zustände in dem New Yorker Gefängnis ans Licht. Wie die „New York Times“ am Montagabend (Ortszeit) schrieb, hatte die beiden Wachen in der Nacht zum Samstag stundenlang nicht nach Epstein geschaut, obwohl eine Prüfung alle 30 Minuten vorgesehen gewesen wäre.

Auch habe nur einer von ihnen die notwendige Ausbildung als „vollwertiger Justizvollzugsbeamter“ gehabt. Näheres dazu war zunächst nicht zu erfahren.

8.17 Uhr: Die Umstände des Suizids von Jeffrey Epstein bleiben dubios. Jetzt hat sich der Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus eingeschaltet. Mit insgesamt 23 Fragen fordert er Antworten. Unter anderem wolle er wissen, wie mit psychisch instabilen Insassen umgegangen werden. Auch sollen die genauen Abläufe vor dem Tod Epsteins rekonstruiert werden.

US-Justizminister William Barr beklagte „schwere Unregelmäßigkeiten“ in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung des Falles an. Bis zum 21. August erwarte der Ausschuss die Antworten.

Montag, 12 August:

14.15 Uhr:

Die Dimensionen im Fall Jeffrey Epstein werden immer größer. Mitglieder der französischen Regierung haben jetzt eine französische Untersuchung gefordert.

„Die US-Untersuchung hat Verbindungen zu Frankreich ans Licht gebracht. Für die Opfer erscheint es uns daher von grundlegender Bedeutung, in Frankreich eine Untersuchung einzuleiten, damit die Angelegenheit vollständig aufgeklärt wird“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung von Frankreichs Gleichstellungs-Staatssekretärin Marlène Schiappa und dem Staatssekretär für den Schutz von Kindern, Adrien Taquet. Unklar blieb, welche konkreten Verbindungen Schiappa und Taquet meinten.

Fall Jeffrey Epstein: „Internationale Dimension“

Die französischen Staatssekretäre betonten, dass der Tod Epsteins nicht dazu führen dürfe, dass seine Opfer keine Gerechtigkeit erfahren. Ebenfalls am Montag veröffentlichte das französische Nachrichtenmagazin „L'Obs“ einen offenen Brief der Kinderschutzorganisation „Innocence in Danger“ an die Pariser Staatsanwaltschaft.

Darin heißt es, der Fall Jeffrey Epstein habe eine internationale Dimension. Die Organisation erklärte unter Berufung auf das FBI, dass Menschen mit französischer Staatsbürgerschaft in den Fall verwickelt seien. Einer „vertrauenswürdigen Quelle“ zufolge sind mehrere Opfer des Sexhandelsrings Franzosen. Es liege nun in der Verantwortung der französischen Staatsanwaltschaft, Ermittlungen einzuleiten.

10.05 Uhr:

Nach dem Tod von Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle hat das FBI Ermittlungen aufgenommen. Neben den Untersuchungen der Bundespolizei leitete Justizminister William Barr zudem interne Ermittlungen im Ministerium ein.

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Jeffrey Epstein:

  • Jeffrey Epstein wurde am 20. Januar 1953 in New York City geboren
  • Er studierte Mathematik, brach sein Studium aber ab und arbeitete zunächst als Lehrer
  • 1976 startete er eine Karriere als Börsenspekulant
  • 1982 gründete er die Vermögensverwaltung „J. Epstein & Co.“
  • 2005 wurde erstmals wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihn ermittelt
  • Epstein soll einen Sexhandelring aufgebaut haben
  • Im Juli wurde Epstein verhaftet und saß zuletzt in einem Gefängnis in New York ein
  • Dort wurde er tot in seiner Zelle gefunden, derzeit gehen die Behörden von Suizid aus

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Dabei wird es vermutlich auch um die Frage gehen, wie Jeffrey Epstein, der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt war, allem Anschein nach gleich zwei Mal versuchen konnte, sich das Leben zu nehmen.

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9.30 Uhr:

Das Gefängnis in Manhattan, in dem Jeffrey Epstein untergebracht war soll in der Nacht vor Epsteins Tod nicht die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen eingehalten haben. Das berichtet die „New York Times“.

Demnach hätte eigentlich ein Gefängnismitarbeiter alle 30 Minuten nach Jeffrey Epstein schauen sollen. Das sei nicht passiert. Der Zellengenosse von Jeffrey Epstein sei zudem plötzlich verlegt worden, heißt es in dem Bericht. Jeffrey Epstein war anschließend allein in seiner Zelle.

8 Uhr:

Der Fall um den verstorbenen US-Millionär Jeffrey Epstein wird immer mehr zu einem Politikum. Epstein soll einen Sexhandelsring aufgebaut, dutzende Mädchen missbraucht und zur Prostitution genötigt haben. Die Ermittler fanden hunderte Nacktbilder in seinem Haus in Florida.

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Details aus der Vergangenheit von Jeffery Epstein geraten jetzt in den Fokus der Öffentlichkeit. Epstein galt als sehr gut vernetzt, unter anderem Prinz Andrew, Bill Clinton und Donald Trump gehörten zu seinen Freunden.

Jeffrey Epstein: Donald Trump nannte ihn einen „großartigen Typen“

Donald Trump distanzierte sich zuletzt von Jeffrey Epstein, sagte, er sei „kein Fan“ von ihm gewesen. 2002 indes hatte Trump Epstein in einem Interview mit dem New York Magazine als „großartigen Typen“ beschrieben.

Trump sagte damals: „Es wird sogar erzählt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich. Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte."

+++ Milliardär Jeffrey Epstein tot +++

2006 musste sich Jeffrey Epstein erstmals vor Gericht verantworten. Die Eltern eines erst 14 Jahre alten Mädchens hatten Anzeige erstattet - wegen sexuellen Missbrauchs. Pikant: Epstein handelte einen Deal mit dem damaligen Staatsanwalt Alexander Acosta aus, musste nur 13 Monate ins Gefängnis - und hatte täglich 12 Stunden Freigang.

Alexander Acosta wurde später Arbeitsminister unter Donald Trump. Inzwischen ist Acosta von seinem Amt zurückgetreten.

Sonntag, 11. August:

Jeffrey Epstein hatte vor seinem Tod bereits einen Suizidversuch hinter sich, wie jetzt bekannt wurde.

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Donald Trump hat derweil mit einem Tweet für Aufregung gesorgt. Trump teilte einen Post des US-Entertainers Terrence K. Williams.

Williams schrieb via Twitter unter dem Hashtag #Clintoncrimefamily: „Jeffrey Epstein hatte Informationen zu Bill Clinton und jetzt ist er tot. Ich kann sehen, dass #TrumpBodyCount trendet, aber wir wissen, wer das getan hat.“ Nähere Details zu den ungeheuerlichen Anschuldigen nannte er nicht.

Samstag, 10. August:

US-Millionär Jeffrey Epstein ist tot. Er wurde leblos in seiner Gefängniszelle gefunden. Medienberichten zufolge hat sich Epstein selbst erhängt.

Bereits vor fünf Wochen soll Epstein einen Versuch gestartet haben, sich umzubringen. Diesen konnte er damals jedoch nicht vollenden. (pen/js/dpa)

>>Anmerkung unserer Redaktion<<

Zum Schutz der betroffenen Familien berichten wir normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.