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Aldi: Weil der Discounter DAS macht, sind Kunden jetzt stinksauer

Bei Aldi Süd hat das Bezahlen an der Kasse so seine Eigenheiten. (Symbolbild)
Bei Aldi Süd hat das Bezahlen an der Kasse so seine Eigenheiten. (Symbolbild)
Foto: imago images / STPP

Wartend reihen sich bereits einige Menschen an der Aldi-Kasse auf. Einkaufswagen schieben sich langsam voran wie eine große Karawane. Kein untypisches Bild bei Aldi zu Stoß-Einkaufszeiten.

Wenn dann schließlich am Ende des Wartens der Bezahlvorgang beim Kassierer abgeschlossen ist, ergibt sich beim Blick auf den Kassenbon jedoch bei Aldi Süd ein ungewohntes Bild.

Aldi Süd: Kunden sauer, weil der Discounter DAS macht

Raymund Haller aus Karlsruhe stört diese Besonderheit bei Aldi Süd. Denn wo bei anderen Kassenzetteln der Betrag und das erhaltene Wechselgeld steht, findet sich auf den Bons bei Aldi Süd: nichts. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ ärgert sich Haller über diese Eigenart.

Es ist ein Alleinstellungsmerkmal unter den Discountern und Supermärkten. Bei Aldi Süd braucht man für den Einkauf nämlich mehr Köpfe als bei der Konkurrenz. Zumindest wenn es um die Überprüfung des Rückgeldes geht. Summe und Wechselbetrag werden auf den Kassenzetteln nicht angegeben.

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„Gerade bei älteren und gebrechlichen Menschen, die beim Bezahlen denken, sie müssten sich beeilen, bedeutet dieser Druck, unbedingt Kopfrechnen zu müssen, und das auch noch möglichst schnell, eine zusätzliche Qual“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ Haller.

Aldi Süd sieht Verfahren als kundenfreundlich

Und bei Aldi Süd? Da ist man ganz stolz auf das spezielle Verfahren. Denn so soll es für Kunden an der Kasse schneller gehen und die Wartezeit soll reduziert werden können. So könne ein Bon schon gedruckt werden, während der Kunde noch nach dem passenden Kleingeld sucht. Denn beim Warten an der Kasse kommt es für die Kunden, die noch Teil der Schlange sind, auf jede Sekunde an.

Und das sind nicht wenige: Auf seiner Webseite gibt das Unternehmen an, dass für das Jahr 2018 im Durchschnitt 104 Kunden an den Kassen einer Filiale in einer Stunde bezahlt haben.

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Argumente auf beiden Seiten

Für Einkaufende der rund 1.900 Aldi Süd Filialen in West- und Süddeutschland also ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann die Wartezeit verringert werden, gleichzeitig übt die Methode Druck beim Bezahlen aus.

Die Kassierer unter den mehr als 47.000 Mitarbeitern des Konzerns erhalten übrigens spezielle Schulungen, in denen sie lernen, „auf den nächsthöheren, möglichen Betrag, mit dem der Kunde bezahlen könnte“, hochzuzählen und den Unterschied an die Kunden auszuzahlen. So wird eine Sprecherin von Aldi Süd im Artikel zitiert.

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Dadurch sollen mögliche Fehler bei der Ausgabe des Rückgeldes vermieden werden. Raymund Haller zumindest gibt an, demnächst auf Einkäufe beim Discounter lieber verzichten zu wollen. (dav)