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Thomas Cook pleite: Zehntausende Fluggäste stranden – diese Urlauber haben Glück

Thomas Cook ist pleite. Tausende Urlauber bangen um ihre Ferien.
Thomas Cook ist pleite. Tausende Urlauber bangen um ihre Ferien.
Foto: imago images / Frank Sorge

Der Reiseanbieter Thomas Cook ist pleite. Zehntausende Urlauber harren derzeit an den Flughäfen aus und wissen nicht, wie sie nach Hause kommen. Viele weitere bangen, ob sie ihren bereits bezahlten Urlaub antreten können.

Entwarnung gibt es für Urlauber, die ihre Reise über das Thomas Cook-Tochterunternehmen Condor gebucht haben. Das Unternehmen teilte mit, dass der Flugbetrieb zunächst weitergehe.

Thomas Cook pleite: Flugbetrieb eingestellt

Der Flugbetrieb von Thomas Cook wurde in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt, teilte die britische Luftfahrtbehörde CAA am Morgen mit. Konzernchef Peter Fankhauser bedauerte das Scheitern der Gespräche und sprach in der Erklärung von einem „tief traurigen Tag“ für den Konzern.

Die Urlauber aus Deutschland sorgen sich nun, ob ihre geplante Reise über die Thomas Cook-Tochterunternehmen stattfinden wird. „Eigentlich will ich und meine Familie vom 18.10-25.10 nach Mallorca fliegen, die Reise über Neckermann ist bezahlt. Nun sind wir natürlich unsicher ob die Reise stattfinden wird“, fragt ein verunsicherter Tourist bei Twitter. Eine Antwort bekommt er nicht.

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Wer seine Reise über Condor gebucht hat, darf zunächst aufatmen. „Condor Flüge werden weiterhin durchgeführt, obwohl die Muttergesellschaft Thomas Cook Group Insolvenz eingereicht hat“, heißt es in einer Mitteilung vom frühen Montagmorgen. Die Bundesregierung prüfe derzeit einen staatlich verbürgten Überbrückungsantrag.

Möglicherweise auch deutsche Tochterunternehmen betroffen

Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt.

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Man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden, teilte Thomas Cook am Morgen mit. „Das Unternehmen lotet derzeit letzte Optionen aus“, hieß es weiter. Sollten diese Optionen scheitern, müsse auch für die Thomas Cook GmbH und weitere Gesellschaften Insolvenz beantragt werden.

„Größte Rückholaktion in Friedenszeiten“ startete am Sonntag

Die Luftfahrtbehörde CAA in Großbritannien hatte für den Notfall bereits am Sonntag zahlreiche Flugzeuge bereitgestellt. Damit laufe die „größte Rückholaktion in Friedenszeiten“ an, um rund 150 000 Urlauber aus verschiedenen Ländern nach Hause zu holen.

Für Urlauber im Ausland wurde die Website thomascook.caa.co.uk geschaltet.

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Großbritannien holt Urlauber zurück

Thomas Cook verhandelte zuletzt mit Investoren über weiteres Kapital in Höhe von rund 200 Millionen Pfund für seine Sanierungspläne. Diese kämen zu einem bereits ausgehandelten 900 Millionen Euro schweren Rettungspaket hinzu.

Thomas Cook verhandelte zum einen mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun, der den Tui-Konkurrenten übernehmen wollte, aber auch mit Banken und Anleihegläubigern.

Die britische Regierung hat kurz vor der Pleite eine Finanzspritze an den britischen Reisekonzern abgelehnt. Dabei ging es um 150 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 170 Millionen Euro). „Das ist eine Menge Steuergeld und stellt eine Gefahr für den Fall dar, dass weitere Unternehmen künftig mit solchen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen“, so Johnson. Das sagte Johnson der britischen Agentur PA zufolge in der Nacht zum Montag noch vor der Einstellung des Geschäftsbetriebs von Thomas Cook, wie unter anderem der Focus berichtet.

Johnson sicherte gestrandeten Urlaubern aber Hilfe seiner Regierung zu. „Der Staat muss auf die eine oder andere Weise eingreifen, um gestrandeten Urlaubern zu helfen“, so der britische Premier.

(vh/mit dpa)