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DHL: Post streicht Mitarbeitern drei Monatsgehälter – wenn ihnen DAS passiert

DHL-Mitarbeitern drohen bei Unfällen angeblich finanzielle Konsequenzen. (Symbolbild)
DHL-Mitarbeitern drohen bei Unfällen angeblich finanzielle Konsequenzen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Brisante Enthüllungen über Praktiken bei der Deutschen Post und DHL: Wie die „Bild“ berichtet, sollen Mitarbeiter bei Unfällen bis zu drei Monatsgehälter eingestrichen werden.

Das sollen interne Unterlagen der Deutschen Post und DHL belegen, die der Redaktion nach eigenen Angaben vorliegen.

Knallharte Regelung bei DHL: Post-Mitarbeiter haften für Schäden

Demnach sei die Anzahl von Unfällen in diesem Jahr deutlich gestiegen. 10.388 schwere Unfälle habe die Deutsche Post allein bis Ende August 2019 gezählt, bei denen sich ihre Mitarbeiter verletzten und krankgeschrieben wurden – das seien 700 mehr als noch vor zwei Jahren.

Besonders bitter für die Angestellten: Wird ein Unfall auf grobe Fahrlässigkeit zurückgeführt, müssen sie mit finanziellen Konsequenzen rechnen.

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Post-Mitarbeiter leistet sich Faux-Pas und muss blechen

Einen Präzedenzfall habe es nach Angaben der „Bild“ bereits gegeben. So habe ein Mitarbeiter der Deutschen Post aus Norddeutschland ein Auto des Unternehmens mit dem falschen Kraftstoff betankt.

Er habe „aus Versehen“ Benzin statt Diesel eingefüllt, heißt es. Das sollte teuer werden. Laut Zeitung habe das Unternehmen seinen Lohn um die Schadenssumme (630 Euro) gekürzt.

Deutsche Post schlägt Alarm

Intern schrillen wegen der Unfallstatistik die Alarmglocken. Führungskräfte seien angehalten worden „in den verbleibenden, saisonal begründet auch unfallträchtigen Monaten jede Chance auf eine Reduzierung der Unfallzahlen“ zu nutzen.

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Das ist DHL:

  • DHL (Dalsey, Hillblom and Lynn) wurde 1969 als amerikanisches Postunternehmen gegründet
  • Die Deutsche Post stieg Ende der 90er in das Unternehmen ein und hält seit 2011 die Aktienmehrheit
  • Mittlerweile laufen unter der Marke DHL sämtliche Paketlieferungen der Deutschen Post
  • DHL ist weltweit in über 200 Ländern aktiv und liefert mehr als eine Milliarde Pakete aus

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Man arbeite an „permanenten Verbesserungen“, sagte ein Unternehmenssprecher der „Bild“.

Scharfe Kritik aus Gewerkschaftskreisen

Von der Gewerkschaft DPVKOM hagelt es jedoch Vorwürfe: „Der latente Personalmangel, die zu kurzen Einweisungen für neue Mitarbeiter, die stetige Arbeitsverdichtung und auch der zunehmende Straßenverkehr führen zu extremen Belastungssituationen in der Zustellung“, so Christina Dahlhaus gegenüber der Zeitung.

Die Chefin der Gewerkschaft kritisierte außerdem sinkende Durchschnittslöhne bei gleichzeitig boomender Branche. (ak)