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Dieter Nuhr spricht wieder über Greta Thunberg und irritiert mit dieser Aussage: „Läuft auf dritten Weltkrieg hinaus...“

Dieter Nuhr spricht über Greta Thunberg.
Dieter Nuhr spricht über Greta Thunberg.
Foto: imago images/7aktuell, dpa

Dieter Nuhr meint es anscheinend sehr ernst. Denn schon wieder hat der Kabarettist gegen Klima-Aktivistin Greta Thunberg geschossen – diesmal hat daran wirklich nichts mehr witzig geklungen.

Vor einigen Tagen hat der 58-Jährige über die 16-Jährige gesprochen. Die Folge: Dieter Nuhr erntete sehr harte Kritik in den sozialen Netzwerken. Genau über diese Kritik und für wie berechtigt oder unberechtigt er sie empfunden hat, sprach er nun im Podcast von Journalist und Buchautor Gabor Steingart mit Michael Bröcker.

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Dieter Nuhr: Kabarettist schießt Wutwelle entgegen

Als „AfD-Gesinnungsgenosse“ wurde er bei Twitter genannt - und noch Schlimmeres. Eine regelrechte Wutwelle war über Dieter Nuhr hereingebrochen. Bröcker merkt im Podcast an: „Früher gab es schon oft Satire, Helmut Kohl als Diktator oder der Papst mit dem Urinfleck. Jetzt hatte man das Gefühl: Bei der Ikone der Klimabewegung ist das nun wirklich ein Tabubruch.“

Das ist Greta Thunberg
Das ist Greta Thunberg

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Dieter Nuhr versucht, sich zu rechtfertigen: „Blasphemie“

Dieter Nuhr spricht sarkastisch von „Blasphemie“: „Das Problem ist halt, dass Humor für Linke immer dann gut ist, wenn er Rechte trifft.“ Er bemühe sich in seiner Sendung, in alle Richtungen auszuteilen. „Auch, weil ich keinen Beifall von der falschen Seite will. Ich glaube, dass ich mit meiner Satire der AfD in den letzten Jahren sehr geschadet habe und das macht mich auch nicht wenig stolz.“

Dieter Nuhr: „Habe mich mit der mächtigsten Frau der Welt angelegt“

Dass er jetzt von manchen in die rechte Ecke gestellt werde, sei „unterirdisch und dumm“. „Haben Sie sich mit der 16-Jährigen vielleicht das falsche Opfer ausgesucht?“

Dieter Nuhr sieht das so: „Ganz sicher nicht, ich glaub, ich hab mir die mächtigste Frau der Welt ausgesucht als Opfer.“ Er meine das völlig ernst, betont Nuhr. „Die trifft sich mit Staatsmännern. Wenn man dann argumentiert, die ist aber erst 16, dann ist das ein Witz. Die will unsere Wirtschaftsordnung umkrempeln.“

Greta Thunberg „soll zu Hause bleiben“

Es könne doch nicht sein, dass man diejenige, die das möchte, nicht satirisch angreifen dürfe, weil sie noch nicht volljährig ist, so Nuhr - und legt nach: „Dann soll sie zu Hause bleiben und warten, bis sie volljährig ist und soll dann mit ihrem Protest anfangen.“

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Das ist Dieter Nuhr:

  • 1960 wurde er in Wesel geboren
  • Aufgewachsen in Düsseldorf
  • 1986 gründet er seine erste Kabarett-Gruppe
  • 1998: Deutscher Kleinkunstpreis, es folgen zahlreiche weitere Auszeichnungen
  • Seit 2011 eigene Kabarettsendung „Nuhr im Ersten“ in der ARD

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Eigentlich sei Nuhr für Fridays for Future

Er sei eigentlich sehr für „Fridays for Future“: „Wir reden seit 40 Jahren über Klimawandel, das muss langsam was passieren.“

Dann sagt Dieter Nuhr: „Aber die Forderungen der Bewegung laufen darauf hinaus, dass wir die Welthandelsordnung auflösen. Wenn das passiert, dann haben wir nicht Millionen, sondern Milliarden Tote. Das läuft auch auf einen dritten Weltkrieg hinaus, wenn das passieren würde.“

Dieter Nuhr: „Das muss ja mal jemand sagen dürfen“

Das will sein Gegenüber so nicht stehen lassen. „Sie klingen jetzt auch wie ein politischer Aktivist, wenn Sie sagen: Es kommt zu einem dritten Weltkrieg. Ist das nicht etwas zu übetrieben?“, fragt Bröcker.

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Das ist Greta Thunberg:

  • Geboren im Januar 2003 in Schweden
  • Die Klimaaktivistin lebt mit dem Asperger-Syndrom
  • Im August 2018 rief sie die Idee von Klimastreiks ins Leben - damals saß sie noch ganz allein mit einem Schild vor dem schwedischen Parlament in Stockholm
  • Aktuell hat Greta Thunberg ihre Schulausbildung unterbrochen, um sich ganz dem Engagement als Klimaschützerin zu widmen. 2020 will sie wieder die Schule besuchen
  • Zuletzt wurde Thunberg der sogenannte Alternative Nobelpreis verliehen: Er ist eine Auszeichnung "für die Gestaltung einer besseren Welt"

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Klimabewegung ist „nicht Beginn des Dritten Weltkrieges“

Dieter Nuhr verteidigt sich: „Ich hab nicht die Klimabewegung als Beginn des dritten Weltkriegs bezeichnet. Aber wenn diese Forderungen so einfach durchgeführt würden, dann hätten wir kriegerische Probleme.“ Wenn man nicht mehr fliegen dürfe, zerstöre das wichtige Handelswege, das führe zur Katastrophe.

Dieter Nuhr will Forderungen zur Diskussion stellen

Es gehe ihm darum, dass die Forderungen irreal seien. „Das muss ja mal jemand sagen dürfen. Es ist ja kein Problem, dass man Forderungen stellt, die nicht erfüllbar sind, aber dann muss man sie zur Diskussion stellen.“

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Das ist Fridays for Future:

  • Greta Thunberg etablierte den ersten Klimatsreik im August 2018, als sie beschloss, nicht zur Schule zu gehen. So wollte sie im Vorfeld der schwedischen Wahlen gegen die Klimapolitik der Regierung protestieren
  • Sie setzte sich vor den schwedischen Reichstag, um dort auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen
  • Mit der Zeit weiteten die von Thunberg inspirierten Streiks sich immer weiter aus
  • Am ersten globalen Klimastreik am 15. März 2019 nahmen 1,8 Millionen Menschen teil
  • Beim letzten Streik im September 2019 waren es sogar 4 Millionen Teilnehmer

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Dieter Nur: Den meisten Kindern ist nicht klar, was sie fordern

In einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ am Donnerstag sprach er darüber, dass den meisten Kindern gar nicht klar sei, was sie fordern. „Wenn ich den Witz mache, dass ich meine Tochter unterstütze und deshalb ihr Zimmer nicht heize, dann offenbart das den zentralen Konflikt, nämlich dass die meisten Kinder und Jugendlichen gar nicht abschätzen können, was eine Erfüllung ihrer Forderung für sie ganz persönlich bedeuten würde.“

Das sei aber nicht die Schuld der Kinder, sondern derer, „die sie einseitig informieren. Aber wenn man Witze erklären muss, ist es ja eh schon zu spät.“

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Ankündigung vor „Nuhr im Ersten“

Am Donnerstagabend lief dann wieder „Nuhr im Ersten“. Schon vor der Sendung schrieb der Kabarettist bei Instagram und Twitter: „Damit alle wissen, wann der Shitstorm anzufangen hat: Heute 22.45 Uhr im Ersten. (pen/cs)