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Hartz 4-Empfänger erhebt schwere Vorwürfe gegen RTL – „Ich fühle mich verarscht“

Melanie und Michael Traut mit ihren Kindern und dem Koffer voller Geld.
Melanie und Michael Traut mit ihren Kindern und dem Koffer voller Geld.
Foto: TVNOW

In der RTL-Sendung „Zahltag“ bekommen Hartz 4-Empfänger eine nahezu einmalige Chance: 28.000 Euro in einem Koffer sollen den Weg zur Selbstständigkeit ebnen. Doch nun erheben ehemalige Teilnehmer schwere Vorwürfe gegen RTL.

Die Familie Traut aus Siegen gilt als Negativ-Beispiel der RTL-Sendung. Doch die ehemalige Hartz 4-Familie hat sich nun gegenüber watson.de geäußert, dass alles gar nicht so gewesen sei, wie in der Sendung gezeigt wurde.

„Ich fühle mich verarscht von RTL“, habe Michael Traut gesagt.

Hartz 4-Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen RTL - falsch dargestellt

Die Armutsshow habe die Melanie und ihren Mann Michael so dargestellt, als ob sie von einer Geschäftsidee zur nächsten gesprungen seien. Und als ob sie eigentlich gar keine Lust auf Arbeit hätten, behaupten die beiden.

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Zum Beispiel wurde Michael Traut von einem der Experten, die die Sendung begleiten, zu seinem seiner Gründer-Seminare eingeladen. Felix Thönnessen heißt der Experte. In der Sendung wird gezeigt, wie Michael das Seminar bereits nach einem Tag verlässt und nicht zum zweiten Tag wiederkommt. Für die Experten unverständlich in der Show.

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Das ist die RTL-Show „Zahltag - Ein Koffer voller Chancen“:

  • Die Show lief erstmals 2018 auf RTL
  • Hartz-IV-Empfänger bekommen dabei die Bezüge eines ganzen Jahres auf einen Schlag ausgezahlt, um sich damit ein neues Lebens aufzubauen
  • Mit Felix Thönnessen, Ilka Bessin und Heinz Buschkowsky begleiten drei „Experten“ die Familien auf ihrem Weg

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Im Nachhinein sagt Michael Traut aber, dass er sich ungerecht behandelt gefühlt habe von Thönnessen und seinem Team. Angeblich habe er keine Einzelgespräche bekommen wie alle anderen, deswegen habe er hingeschmissen.

Wechselnde Geschäftsideen seien ein Problem gewesen

Und die ständig wechselnden Geschäftsideen seien gar nicht so spontan wie dem Zuschauer suggeriert wird. Die erste Idee der Hotdog-Bar habe über den Haufen geworfen werden müssen, weil das Team von RTL andauernd bei dem möglichen Vermieter der Lokals angerufen habe. Das sei diesem irgendwann zuviel geworden und er habe das Angebot zurückgezogen.

Und auch das Tattoo-Studio von Melanie und der Einkaufsservice seien bereits mehrere Monate durchdacht gewesen, bevor die Ideen umgesetzt wurden. Beides betreibt das Ehepaar nach eigenen Angaben heute noch.

RTL äußerte sich nicht zu den Vorwürfen

RTL hatte sich auf die Vorwürfe nicht geäußert. Man sage nichts zu redaktionellen oder produktionstechnischen Abläufen, heißt es nur.

Immerhin: Die Familie Traut bezieht kein Hartz 4 mehr. Denn der Einkaufsservice und das Tattoostudio würden genug abwerfen, dass es für alle Lebensbelange reiche.

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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(fb)