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Verbrechen: DAS sind Europas gefährlichste Frauen – sie haben alle eins gemeinsam

Das sind die meistgesuchten Verbrecherinnen in Europa.
Das sind die meistgesuchten Verbrecherinnen in Europa.
Foto: Europol Montage: DER WESTEN

Mord, Drogen- oder Menschenhandel - diese schweren Verbrechen sind längst nicht nur Männersache.

Das will Europol jetzt deutlich machen und hat unter dem Motto „Verbrechen hat kein Geschlecht“ eine Liste der gefährlichsten Straftäterinnen Europas veröffentlicht!

Verbrechen: Das sind Europas gefährlichste Verbrecherinnen

Auf der Webseite der EU-Polizeibehörde finden sich Namen, Bilder und Geschichten vieler Schwerverbrecherinnen. Mit der Aktion will Europol auf von Frauen begangene Verbrechen aufmerksam machen. „Die Zahl der Frauen, die in kriminellen Geschäften beteiligt sind, hat zugenommen. Eine der möglichen Erklärungen ist, dass durch den technologischen Fortschritt und soziale Normen die Frauen von Zuhause befreit sind - und so auch die Beteiligung von ihnen an kriminellen Geschäften zu nimmt“, heißt es in der Europol-Mitteilung.

Das ist die Liste der Schwerverbrecherinnen auf der Flucht:

Kristi Amberg (30) aus Estland

Vorwurf: Sie soll zwischen Juli und September 2017 u.a. mit Amphetaminen und Kokain im großen Stil gehandelt haben. Ein Jahr und neun Monate Gefängnis wegen Drogenhandel warten in Estland auf die Frau mit den tätowierten Händen.

Jessica Edosomwan (26) aus Nigeria

Vorwurf: Jessica Edosomwan soll junge Mädchen aus kleinen Städten in Nigeria mit falschen Versprechen nach Europa gelockt haben und sie hier mit dem Juju-Schwur belegt haben. Sollten sie sich widersetzen, drohte man ihnen mit schlimmen Folgen für ihre Verwandten in der Heimat. Sie wurden gezwungen, sich auf der Straße zu prostituieren und so ihre Schulden zurückzuzahlen. Die gesuchte Menschenhändlerin soll Teil eines mehr als 20-köpfigen kriminellen Netzwerks sein, dem im November 2019 in Frankreich der Prozess gemacht wird. Doch sie ist seit 2017 auf der Flucht, könnte sich auch in Deutschland verstecken.

Ildikó Dudás (31) aus Ungarn

Vorwurf: Die Ungarin soll in Bars und Nachtclubs am Plattensee mit Drogen gehandelt haben. Besonders krass: die Frau und ihr Partner sollen sogar ihre Kinder dabei gehabt haben, während sie die Drogen vertickten.

Elisabeth Gertrude Skarits (63) aus Österreich

Vorwurf: Skarits arbeitete von 2005 bis 2009 als Geschäftsführerin einer Hausverwaltungsgesellschaft: hier soll sie Immobilien- und Mietbetrug begangen haben. Schaden. 4,3 Mio. Euro! Zuletzt wurde sie in einem Hotel in Klosterneuburg (Niederösterreich) zwischen Juni und August 2011 gesehen.

Hilde Van Acker (56) aus Belgien

Vorwurf: 1996 wurde der britische Geschäftsmann Marcus John Mitchell in De Haan (Belgien) ermordet. Zusammen mit ihrem Partner Jean-Claude Lacote soll sie den Mann getötet haben. Sie wurde in Abwesenheit zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt.

Radina Stancheva Zhecheva (51) aus Bulgarien

Vorwurf: Die Bulgarin soll sich zwischen 2010 und 2011 als Maklerin ausgegeben haben, gefälschte Dokumente genutzt haben und so illegal an Geld und Waren von Bürgern und juristischen Personen gekommen sein. Die Rede ist von Betrug zum Nachteil der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaft. 2018 wurde sie wegen zehn Betrügereien zu fünf Jahren Knast verurteilt. Das Problem: keiner weiß, wo sie sich derzeit aufhält.

Zorka Rogic (28) aus Kroatien

Vorwurf: Bei der Kroatin wurden Drogen, Waffen und Sprengstoff in ihrem Appartment gefunden. Sie handelte damit. Seit 2014 ist Zorka Rogic auf der Flucht.

Iveta Tancošová (52) aus Tschechien

Vorwurf: Im August 2010 lockte sie ein junges Mädchen nach England mit dem Versprechen, dort als Krankenschwester zu arbeiten. Direkt nach ihrer Ankunft nahm die Gesuchte ihr den Pass ab und drängte sie dazu, als Prostituierte zu arbeiten. Als sich das Mädchen wehrte, wurde sie geschlagen und in einen Raum eingeschlossen, wo sie täglich für Monate sexuelle Dienste für Dutzenden Männer am Tag vollziehen musste. Im Januar 2011 wurde das Mädchen nach Irland verkauft. Iveta Tancosova wurde in ihrer Abwesenheit zu 7,5 Jahren Gefängnis verurteilt, sie ist noch immer auf der Flucht.

Olivera Petrovic Ristic (31) aus Serbien

Vorwurf: Die Serbin war Teil einer Gang, die Villen und Luxusresidenzen überfiel. Während eines Einbruchs im Dezember 2017 sollen sie einen ehemaligen Juwelier gefesselt, geschlagen und letztlich stranguliert haben, um zu erfahren, wo Juwelen und Geld im Haus versteckt waren. Auch die 94-jährige Mutter des Juweliers soll die Bande versucht haben zu töten.

Angelina Sacjuka (20) aus Lettland

Vorwurf: Zusammen mit einem Komplizen griff Angelina Sacjuka ihr Opfer an, schlug und trat solange auf sie ein, bis das Opfer starb. Anschließend bedeckten sie ihr Opfer mit Blättern.

Adilet Shakirgazieva (31) aus Kirgistan

Vorwurf: Die Kirgisin soll die einzige Frau einer fünfköpfigen Bande gewesen sein, die hauptsächlich Schmuck und Geld in Appartments auf Malta gestohlen hat. Die 31-Jährige wurde 2015 festgenommen, kam nach einer Anhörung auf Kaution frei und ist seit 2017 untergetaucht.

Elizabeth Dizon Honrada (57) von den Philippinen

Vorwurf: Sie soll Dutzende Kilos Kokain von Surinam in die Niederlande geschmuggelt haben und wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Seit 2005 ist Honrada verschwunden, hielt sich womöglich 2014 noch in Saudi-Arabien auf.

Ildiko Enderle (43) aus Rumänien

Vorwurf: Von 2003 bis 2011 soll sie gemeinsam mit acht Komplizen junge rumänische Frauen, darunter auch Minderjährige, rekrutiert haben und ihnen einen Job und Unterkunft in Deutschland versprochen haben. Stattdessen wurden die Frauen nach Tschechien gebracht und hier zur Prostitution gezwungen.

Renáta Lorinc (46) aus der Slowakei

Vorwurf: Lorinc soll als Bankmitarbeiterin unbefugt im Namen ihrer Kunden Auszahlungen vorgenommen haben. Summe: fast 50.000 Euro! Lorinc wurde in Abwesenheit verurteilt. Sie soll sich seit 2015 in Connecticut in den USA aufhalten.

Melanija Stropnik (59) aus Slowenien

Vorwurf: Stropnik soll von einem Opfer Anfang der 2000er fast 200.000 Euro kassiert haben. Sie versprach, dass sie das Geld in ihre Firma stecken würde und ihn an Gewinnen beteiligen werde. Das Geld sah der Mann nie wieder.

Elena Puzyrevich (39) aus Russland

Vorwurf: Puzyrevich soll neun junge Frauen aus Russland unter falschen Versprechungen nach Spanien gebracht haben und dort in einem Club in Caceres zur Prostitution gezwungen haben. Nach ihrer Landung in Madrid wurden ihnen direkt die Pässe abgenommen und sie sollten ihre Schulden abbezahlen. Die Bedingungen vor Ort waren so schlecht, dass ein Mädchen aus dem Fenster sprang, um sich zu retten. Sie landete im Krankenhaus. Puzyrevich wurde in Spanien bereits verurteilt, u.a. wegen Verbrechen gegen die Rechte ausländischer Bürger. Aktuell läuft die Fahndung gegen sie. Auf sie warten 12,5 Jahre Haft.

Monika Rafaelova (46) aus Tschechien

Vorwurf: Die Tschechin hat mit einer Bande in Schweden eine Vielzahl an Handtaschendiebstählen begangen. Ihre Opfer: ältere Damen in Lebensmittelgeschäften und Einkaufszentren. Von Konten hob sie in mindestens zwei Fällen größere Geldsummen ab.

Auch Deutscher unter Meistgesuchten

19 der 66 meist gesuchtesten Verbrecher sind Frauen. Der einzige Deutsche ist Philipp Manuel Puhler. Der 32-Jährige soll in Zypern auf einen Mann geschossen haben, mit dem er finanzielle Streitigkeiten hatte.

Ihn und seine Familie soll Puhler tyrannisiert haben. Auch für zwei Brandanschläge auf das Haus und eine Brandlegung in einem Kindergarten, der von der Tochter seines Widersachers betrieben wurde, soll der Deutsche verantwortlich sein. Puhler wurde zuletzt in Kolumbien gesehen, soll sich inzwischen in Malaga/Spanien aufhalten.

Crime has no Gender

Hinweise zu den gesuchten Frauen der Europol-Fahndung nimmt auch jede Polizei-Dienststelle in Deutschland entgegen.