Welt 

München: BMW-Raser tötet Teenager (†14) auf der Flucht – Polizei mit erschütternden Erkenntnissen

Zwei Kilometer entfernt von der Unfallstelle stoppte die Polizei den Raser.
Zwei Kilometer entfernt von der Unfallstelle stoppte die Polizei den Raser.
Foto: Sven Hoppe/dpa

München. Schreckliche Szenen in der Nacht zu Samstag in München. Zwischen 23.30 Uhr und 24 Uhr soll ein Autofahrer auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle mehrere rote Ampeln ignoriert und zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche erfasst haben.

Sie überquerten gerade zusammen mit weiteren Jugendlichen die Aindorferstraße im Stadtteil München-Laim. Kurz nach Mitternacht erlag ein 14-Jähriger im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der Unfallfahrer flüchtete zunächst von der Unglücksstelle, wurde aber wenig später zwei Kilometer entfernt von der Unfallstelle gefasst. Er wies ebenfalls Verletzungen auf.

München: Mann rast in Gruppe Jugendlicher - 14-Jähriger tot!

Zuvor soll der 34-jährige BMW-Fahrer vor einer Polizeikontrolle geflohen sein. Er war den Beamten aufgefallen, weil er mit 120 Sachen durch die Stadt geheizt war.

Die Polizei nahm die Verfolgung auf, doch der Raser versuchte mit Vollgas zu entkommen. Dabei soll er nach auf der falschen Fahrbahn gefahren sein und mehrere Rote Ampeln missachtet haben.

Wohl auch deshalb erfasste er die Gruppe Jugendlicher, die gerade eine Grüne Ampel überquerte. Einen 14-jährigen Jungen erwischte er frontal, er sei durch die Luft geflogen. Seine 16-jährige Begleitung wurde schwer verletzt. Zwei weitere Teenager, 15 und 16 Jahre alt, überlebten die Attacke unverletzt.

Der Zusammenstoß mit den Jugendlichen sei so heftig gewesen, dass das Auto schwer beschädigt gewesen sei: Unter anderem wurden das Kennzeichen, der Außenspiegel und weitere Teile des Autos abgerissen, berichtet die Münchener „Tageszeitung“.

Dashcam zeigt den Unfall

Ein Zeuge ließ der Polizei nach dem schlimmen Unfall Bilder seiner Dashcam zukommen. Diese am Auto montierte Kamera habe den Unfall durch die Windschutzscheibe aufgezeichnet. Die Bilder seien laut Staatsanwältin Anne Leiding ein wichtiges Beweismittel in dem Fall.

Sie zeigen laut Polizei, wie das Auto mit hoher Geschwindigkeit vorbeirausche und dabei den Jungen erfasse. Anschließend sei zu sehen, wie die nachfolgende Streife sofort anhalte Erste Hilfe leiste.

Die Staatsanwältin gehe wegen der hohen Geschwindigkeit und den überfahrenen roten Ampeln von Mord aus. Dafür sprächen die Heimtücke und der „krasse Eigennutz“ der Tat sowie das als „Geschoss“ zu wertende Auto.

+++ Köln: BMW-Fahrer rast in Kinderwagen – Säugling auf Straße geschleudert +++

BMW-Fahrer flüchtet zu Fuß

Auf der Flucht rammte der BMW-Fahrer noch ein weiteres Auto. Auch dessen Fahrer erlitt Verletztungen. Darauf flüchtete der 34-Jährige zu Fuß weiter. Den BMW entdeckte die Polizei an einer Kreuzung, wo er ohne Fahrer langsam ausrollte.

Ein Dutzend Streifenwagen sichten darauf nach dem Mann und konnte ihn gegen 0.30 Uhr im Westpark stellen. Die Beamten bestätigten, dass der Mann nach Alkohol gerochen habe. Außerdem habe man geringe Mengen Drogen in dem Wagen gefunden. Genaue Promillewerte konnte die Polizei noch nicht bekannt geben.

+++ Schocknachricht für Danni Büchner – „Jetzt musst du wieder mit so einem Scheiß-Thema kämpfen“ +++

Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Der Haftbefehl - unter anderem wegen Mordes, dreifachen versuchten Mordes und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort - sei am Samstagabend erlassen worden, so die Polizei.

Der Fahrer des BMW habe sich bisher noch nicht zu dem Unfall geäußert. Der Mann wurde bereits 2016 wegen Drogenhandels verurteilt, sei allerdings auf Bewährung freigekommen. Vermutlich wollte er deswegen vor der Polizei fliehen. (göt/mb)