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Krefelder Zoo öffnet wieder nach der Feuer-Katastrophe – und geht jetzt diesen drastischen Schritt

Bei einem verheerendem Brand in der Silvesternacht im Krefelder Zoo sind zahlreiche Affen verstorben.
Bei einem verheerendem Brand in der Silvesternacht im Krefelder Zoo sind zahlreiche Affen verstorben.
Foto: Montage DER WESTEN / Alexander Forstreuter/dpa & dpa

Krefeld. Tödliche Feuer-Tragödie an Silvester im Krefelder Zoo: Das Affenhaus ist in der Nacht komplett abgebrannt.

Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen die massiven Flammen. Am Ende vermeldete der Krefelder Zoo Tragisches:

„Unsere schlimmsten Befürchtungen sind Realität geworden“ hieß es am frühen Mittwochmorgen auf der Facebookseite.

Mittlerweile hat die Polizei einen konkreten Verdacht: Eine gezündete Himmelslaterne dürfte die Brandursache gewesen sein.

Alle Infos in unserem Blog:

Freitag, 3.1.2020

9.00 Uhr: Die Tore des Zoos öffnen sich. Einige Besucher haben sich bereits an den Kassen gesammelt. Die Anzahl ist aber noch überschaubar. Für Besucher gibt es jedoch eine Einschränkung: Sie dürfen nur ohne Kameras in den Zoo.

7.14 Uhr: Heute soll der Zoo zum ersten Mal seit der Tragödie wieder öffnen. Um 9 Uhr sollen die Kassen öffnen. Der Zoo geht jedoch einen drastischen Schritt, den er bereits gestern auf der Pressekonferenz angekündigt hat.

Rund um das verbrannte Affenhaus wird es eine großzügige Absperrung geben. Man könne verstehen, dass Besucher das Gebäude besuchen wollen, um Abschied zu nehmen, allerdings befürchte man auch viele Schaulustige.

Donnerstag, 2.1.2020

19.00 Uhr: Am Abend kommen Menschen aus Krefeld und dem Umland zusammen, um eine gemeinsame Schweigeminute abzuhalten.

12.29 Uhr: Ob es eine öffentliche Trauerfeier geben soll, werde aktuell noch im Zoo diskutiert. Auch was mit den Leichnamen der verstorbenen Tiere passieren soll, sei bislang noch nicht geklärt. Die Pressekonferenz ist beendet.

12.26 Uhr: „Die Unterstützung aus der Bevölkerung, emotional und finanziell, ist sehr sehr groß und hilft uns auch“, so die Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. Über verschiedeneste Kanäle hätten den Zoo bereits viele Spenden erreicht. Über die gesamte Spendensumme gibt es noch keinen Überblick.

12.21 Uhr: Von den fünf Laternen seien inzwischen vier sichergestellt worden. Die letzte sei auf dem Dach des Affenhauses gelandet. Auf den Lampen hätten sich keine Hinweise befunden, dass ihr Steigenlassen verboten sei.

Der Brand habe sich „rasend schnell“ ausgebreitet. In dem Affenhaus aus den 70ern gab es keine Sprenkleranlage und keine Brandmeldeanlage.

12.17 Uhr: Den beiden überlebenden Schimpansen gehe es „den Umständen entsprechend“, so eine Sprecherin des Zoos. Die beiden überlebenden Affen sitzen zur Zeit in einem Übergangsgehege - sie werden auf lange Sicht nicht im Zoo bleiben. Bisher gebe es bereits Angebote von einigen befreundeten Zoos.

Morgen soll der Zoo wieder öffnen. Dafür wolle man jedoch das Affenhaus entsprechend abschirmen um einen „Katastrophentourismus“ zu verhindern.

12.10 Uhr: Die Handschrift sei ebenfalls den Personen zuzuordnen. Da man beim Steigenlassen mehrere Personen beteiligt sind, sei die Zuordnung der Laterne zu einer Person schwierig.

Im Laufe der Ermittlungen habe es bis zu 70 Hinweise von Personen gegeben, die in der Silvesternacht Himmelslaternen beobachtet hatten oder selbst haben steigen lassen.

12.05 Uhr: Die Personen, die sich bereits gestern bei der Polizei gemeldet hatten, gelten tatsächlich als Verursacher. Ermittler Gerd Hoppmann bezeichnet es sich als „höchst anständig“, dass sich die Personen selbst gemeldet hätten. Anderfalls hätten sie aufwendig ermittelt werden.

Unter den Verursacherinnen soll es sich um drei Frauen aus Krefeld zwischen 30 und 60 Jahren handeln. Dabei handelt es sich um eine Mutter und zwei erwachsene Töchter. Bei einem Online-Bestelldienst hatten sie fünf der Laternen gekauft. Sie gaben an, dass sie davon ausgingen, dass das Fliegenlassen an Silvester erlaubt sei. Gegen sie wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

12.00 Uhr: In Krefeld beginnt nun die Pressekonferenz. Zu Beginn wurde bereits angekündigt, dass man Verantwortliche sowie Brandursache ermitteln konnte.

11.15 Uhr: Wie „Bild“ berichtete, könnten die Himmelslaternen selbst einen entscheidenden Hinweis auf die Täter bringen. So sollen drei Himmelslaternen nach dem Unglück durch die Polizei geborgen worden sein.

Die Laternen sind meist auch mit persönlichen Wünschen oder Botschaften versehen - das soll dem Täter nun zum Verhängnis werden. Die Handschrift auf einem der angehängten Zettel soll nun den Verursacher überführen.

10.00 Uhr: Der Zoo hat angekündigt, ein neues Affenhaus aufbauen zu wollen: „Auch in Zukunft wird die Menschenaffenhaltung bei uns ein Schwerpunkt sein und wir werden ein neues Haus bauen.“ Dazu hat der Zoo eine Spendenaktion gestartet. Alles dazu findest du hier: >>> Zoo Krefeld: Nach dem Feuer-Drama im Affenhaus – so kannst DU helfen!

Außerdem haben Polizei, Stadt, Staatsanwaltschaft und der Zoo Krefeld für 12 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz angekündigt. Wir berichten für dich live.

6.15 Uhr: Der Krefelder Zoo bleibt am Donnerstag weiterhin geschlossen. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Verdächtige hatten sich noch an Neujahr bei der Polizei gemeldet.

„Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen“, erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern, heißt es am Mittwochmorgen.

Mittwoch, 01.01.2020

19.15 Uhr: Kerzen, Bilder von Affen, Plüschtiere und ein Schild mit der der Aufschrift «Warum?» liegen vor dem Haupteingang des Krefelder Zoos.

19.00 Uhr: Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus bleibt der Krefelder Zoo am Donnerstag weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und weitere Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Es entstand ein Millionenschaden.

16.45 Uhr: Wie es laut Bild heißt, sollen sich kurz nach der Pressekonferenz am Mittag mehrere Verdächtige bei der Polizei Krefeld gemeldet haben. Die Beamten haben daraufhin die entsprechenden Personen vernommen. Noch laufen die Überprüfungen.

Feuer-Inferno im Krefelder Zoo – über 30 Affen tot

15.25 Uhr: Das Affenhaus ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Zum Zeitpunkt des ersten Facebook-Posts war unklar, ob die Tiere noch eine Überlebenschance haben könnten. „Eine unfassbare Tragödie hat uns kurz nach Mitternacht überrollt. Unser Menschenaffenhaus ist bis auf das Grundgerüst niedergebrannt. Zur Zeit ist nicht bekannt, ob Tiere überlebt haben“, schrieb der Zoo.

Um 5.50 Uhr gab es dann die traurige Gewissheit. Mehr als 30 Tiere kamen ums Leben. Unter anderem die „Seniorengruppe“ der Gorillas um Silberrücken Massa.

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Außengehege bleibt verschont

14.00 Uhr: Nach Angaben des Zoos sei zudem das direkt angrenzende Gorillagehege verschont geblieben. Dort sollen sich zum Zeitpunkt der Tragödie Gorilla Kidogo und seine Familie befunden haben. Sie überlebten.

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Bis weit in den Morgen war die Feuerwehr noch mit den Löscharbeiten beschäftigt. Dabei hörten sie Geräusche im Inneren des Affenhauses. Trotz Einsturzgefahr begaben sich Einsatzkräfte und Zoo-Mitarbeiter ins Innere des Affenhauses. Dort trafen sie auf zwei Schimpansen! Bally und Limbo - wie durch ein Wunder haben sie die Feuer-Hölle mit leichten Verletzungen überlebt. Sie wurden narkotisiert und in Sicherheit gebracht.

13.29 Uhr: Bei einer Pressekonferenz am Mittag sprach die Polizei von fahrlässiger Brandstiftung.

Verbotenes Feuerwerk als Ursache?

Die Polizei Krefeld äußerte während der PK tiefes Mitgefühl nach den dramatischen Ereignissen im Zoo. Noch sei die Brandursache nicht vollständig aufgeklärt.

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Aber nach der Auswertung zahlreicher Zeugenaussagen liege der Verdacht nahe, dass Feuerwerk für den Brand in der Silvesternacht verantwortlich gewesen sein dürfte. Und zwar nicht gewöhnliche Raketen, sondern so genannte Himmelslaternen. Die sind in Deutschland in allen Bundesländern außer in Mecklenburg-Vorpommern verboten!

Mehrere Zeugen hätten solche Himmelslaternen vor dem Brand in der Nähe des Krefelder Zoos am Himmel gesehen. Drei konnte die Polizei in der Nähe des Brandortes sicherstellen. Auf dem Seidenpapier um die Fackeln herum sind nach Polizeiangaben handschriftlich Wünsche für 2020 geschrieben worden.

Polizei bittet Krefelder um Hilfe

13.15 Uhr: „Es scheint mir sehr naheliegend, dass diese Fackeln für das Feuer verantwortlich sind“, sagte Gerd Hoppmann, Leiter des Kriminalkommissariats 11 auf der Pressekonferenz. Diese so genannten Wunschlaternen können kilometerweit fliegen. Die Polizei geht aber wegen der geringen Flughöhe davon aus, dass sie in Krefeld gezündet wurden.

Die Beamten bitten jetzt um Hinweise, wer die gefährlichen Himmelslaternen steigen ließ und appelliert an den Verantwortlichen, sich selbst bei der Polizei zu melden: „Das kann ihre Situation nur verbessern“, so der Sprecher der Polizei. Du hast etwas gesehen? Dann melde dich bitte bei der Polizei Krefeld unter der Nummer: 021516340.

Zoo zieht Konsequenzen

09.00 Uhr: Der Zoo hat zunächst umgehend mitgeteilt, dass die Türen am Neujahrstag geschlossen bleiben, bedankt sich aber für zahlreiche Hilfsangebote aus der Bevölkerung. „Bitte habt Verständnis, dass wir noch unter Schock (stehen) und nicht genau sagen können, ob und wo Hilfe brauchen“, schrieben die Verantwortlichen.

„Es ist der schwerste Tag in der Geschichte des Krefelder Zoos“, sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen am Mittwoch. Der Brand hinterließ einen Millionenschaden.

Tierschutzbund hat deutliche Forderung

Nach dem verheerenden Brand werden die Rufe nach Schutzzonen für Feuerwerk laut: „Sollten wirklich Feuerwerkskörper den Brand verursacht haben, wäre dies ein schrecklicher Beleg dafür, welche dramatischen Folgen unkontrollierte Böllerei haben kann. Zumindest rund um Bereiche, in denen viele Tiere leben – und dazu zählen natürlich auch Zoos – braucht es dringend Schutzzonen, in denen private Silvesterfeuerwerke untersagt sind“, so James Brückner, Leiter des Referats für Natur- und Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund.

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Das 2.000 Quadratmeter große Affentropenhaus wurde 1975 eröffnet. Hier lebten Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas, Krallenaffen, Epauletten-Flughunde und Vögel. Bis 2020 sollten die Orang-Utans und Schimpansen noch Außenanlagen bekommen. (mit dpa)