Welt 

Zoo Krefeld: Nach dem Inferno – DAS droht der Verursacherin

Das Orang-Utan Baby „Suria“ klammert sich im Krefelder Zoo an seine Mutter „Lea“. Beide sind im Affenhaus-Feuer umgekommen. (Archivbild)
Das Orang-Utan Baby „Suria“ klammert sich im Krefelder Zoo an seine Mutter „Lea“. Beide sind im Affenhaus-Feuer umgekommen. (Archivbild)
Foto: dpa

Krefeld. Großer Schock nach dem Inferno im Krefelder Zoo: Mehr als 30 Tiere starben, es entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

Bereits kurz nach der Tragödie hatten sich mehrere Tatverdächtige selbst bei der Polizei gemeldet und angegeben, in der Silvesternacht die verbotenen Himmelslaternen abgeschickt zu haben. Jetzt ist auch klar, wer für das feuer verantwortlich ist: Eine Mutter und ihre zwei Töchter.

Was der Verantwortlichen für das Flammenmeer im Affenhaus im Krefelder Zoo rechtlich droht, erklärt der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Arndt Kempgens.

Krefelder Zoo: Verbotene Himmelslaterne sorgte für Katastrophe

Eine kleine, unscheinbar wirkende Himmelslaterne hat den Krefelder Zoo schwer getroffen. Sie ist die Ursache für den verheerenden Brand. Tatverdächtig sind drei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Dabei hätten die Laterne gar nicht in der Luft sein dürfen.

Grundsätzlich ist das Steigenlassen der Himmelslaternen in NRW, wie in allen Bundesländern in Deutschland, verboten. Dafür sorgt eine Regelung aus dem Bereich der Flugsicherheit.

+++ Zoo Krefeld: Nach dem Feuer-Drama im Affenhaus – so kannst DU helfen! +++

„In NRW drohen daher bereits dann Geldbußen bis zu 1000 Euro, wenn nichts passiert“, so Rechtsanwalt Kempgens.

„Wenn etwas passiert“, führt er aus, werde „in allen Bundesländern wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.“ Die Frage, ob das Steigenlassen selbst bereits verboten sei oder nicht, spiele dabei keine Rolle mehr.

DAS droht den Verursachern

Entscheidend für das Verfahren werde die Frage sein, ob man schon im Vorfeld die Gefahr eines möglichen Brands hätte erkennen können. „Wenn man das bejaht, droht eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe.“

Nach der Tat hatten sich mehrere Personen bei der Polizei in Krefeld gemeldet und sich als mögliche Verursacher ausgegeben. Drei Frauen, eine Mutter mit ihren beiden erwachsenen Töchtern, konnte die Himmelslaterne im Krefelder Zoo schließlich zugeordnet werden.

Eine pauschale Verurteilung aller Frauen sei jedoch nicht möglich. Stattdessen gelte es, herauszufinden, welche der drei Frauen die den Brand auslösende Fluglaterne angezündet und hoch in die Luft gelassen hat.

+++ Wetter-Experte mit wichtiger Warnung – „Es ist tatsächlich so gekommen!“ +++

„Wenn der Schaden nicht so hoch und nicht so viele Tiere getötet worden wären, wäre sicher eine Geldstrafe bei Gericht diskutiert worden“, meint Kempgens. Sollte es jedoch gelingen, die Laterne konkret einer der drei Frauen zuzuordnen, wäre auch eine Bewährungsstrafe denkbar.

Die Strafe von 1.000 Euro für das Steigenlassen der Himmelslaterne komme allerdings auf alle drei Frauen zu.

------------------------------------

• Mehr Themen:

-------------------------------------

Verursacherin haftet auch finanziell

Auch der entstandene finanzielle Schaden wird der Verursacherin wohl in Rechnung gestellt. Der Zoo Krefeld bezifferte ihn nach dem Unglück auf mehrere Millionen Euro - eine Summe, die eine Privatperson wohl kaum aufzubringen vermag.

Besteht eine Haftpflichtversicherung, kann es sein, dass sie den Betrag zahlt - solange der Verursacher nicht mit einem „bedingten Vorsatz“ gehandelt hat. In einem solchen Fall hat der „Verursacher nachweisbar die Gefährlichkeit erkannt und dies billigend oder gleichgültig in Kauf genommen, so Kempgens.

+++ Luis (2) starb qualvoll im Kinderzimmer – Kind in überhitzter Wohnung ohne Wasser zurückgelassen +++

Nicht strafbar ist hingegen der Verkauf von Laternen. Der Rechtsanwalt vergleicht das mit dem Verkauf anderer gefährlicher, aber zulässiger Gegenstände wie beispielsweise Küchenmesser: „Man muss nur beim Umgang damit vorsichtig sein und trägt dann auch die Verantwortung.“

Als eine erste Reaktion auf den Fall hat die Warenhauskette Real den Verkauf von Himmelslaternen auf seinem Online-Marktplatz gestoppt. Die dort angebotenen Laternen seien nicht von Real selbst, sondern von Drittanbietern verkauft worden. Zuerst hatte „RP-Online“ über den Schritt von Real berichtet.

Alle aktuellen Infos zum Fall im Krefelder Zoo findest du auf unserem >>> Blog. (dav mit dpa)